Nächster ErFahrtungsbericht – Renault Zoe

Kaum hatte ich die Probefahrt für 24h mit dem Nissan Leaf hinter mir, hat sich auch endlich Renault bezüglich dem Angebot der 24h-Probefahrt zurück gemeldet und einen Termin vereinbart. So kann ich innerhalb kürzester Zeit direkt zwei potentielle Elektrofahrzeuge auf Alltagstauglichkeit prüfen. Der Händler liegt diesmal sogar etwas weiter weg, ich muss bis St-Leon-Rot fahren und vor allem von dort bis an den Arbeitsplatz. Da ich vorab nicht genau weiß welches Modell ich probefahren darf, stelle ich mich schon mal auf eine Zitterpartie ein was die Reichweite betrifft. Völlig unbegründet wie ich schon im Autohaus feststellen darf: während ich noch auf den Verkäufer warte schaue ich mir einen Zoe im Austellungsraum an und der verspricht bei knapp 50% Akku-Ladung schon einmal um die 150km, der Weg zur Arbeit und bis nach Hause sollte also machbar sein.

Die Einweisung fällt diesmal recht kurz aus, im Vergleich zum Leaf ist die Ausstattung aber auch deutlich übersichtlicher. Von daher kommt es dem möglichen Anwendungszweck als Zweitfahrzeug etwas entgegen. Es fehlen Spielereien wie etwa des One-Pedal-Driving mit dem sich das Auto in einem Modus wie ein Auto-Scooter versetzen lässt. Stattdessen gibt es nur den Standard-Automatik-Betrieb, wie man ihn auch in Verbrennern kennt. Ebenso gibt es kein autonomes Fahren mit Spurhalte-Assistent und rundum-Überwachung.

Das Fahrzeug ist als klassischer Kleinwagen konzipiert und daher auch ein Stück handlicher als der Leaf. Das fällt mir bereits auf den ersten Kilometern auf. Auch der Blick auf die Rückbank bestätigt den Eindruck, hier ist es deutlich beengter als im Leaf. Dennoch ist genügend Platz für mindestens zwei Kindersitze, Iso-Fix ist selbstverständlich an Bord. Ein wenig unglücklich ist der Eco-Modus, zumindest für deutsche Landstraßen, mit diesem Energiesparmodus steigert sich zwar die Reichweite aber wie ich feststellen muss ist auch bei 95km/h Schluss. Somit gerade nicht tauglich um im Verkehr auf den Landstraßen mitzuschwimmen. Daher: Eco-Modus aus für derartige Strecken. Damit entfällt auch der Gegendruck am Gaspedal. Das kurze Stück Autobahn ohne Eco-Modus zehrt dann ordentlich am Akku, aber die Reichweite ist immer noch mehr als ausreichend – zum Start waren etwas mehr als 200km laut Bordcomputer möglich.

Das Navi und Radio sind ausreichend, allerdings ist mir unverständlich, dass bei einem derartig aktuellen Fahrzeug kein DAB+ mit an Bord ist. Auch die Anzeige des Radio-Textes geht immer nur kurzfristig. Nicht unbedingt das was man erwartet. Immerhin ist das System angenehm flüssig in der Bedienung. Zudem gibt es einen Tourenbericht nach jeder Fahrt in dem man angezeigt bekommt wie gut man die Möglichkeiten zum Energiesparen genutzt hat. Ein nettes Detail ist der umschaltbare Monitor im Cockpit der je nach Auswahl unterschiedlich animiert wird. Hier macht sich das frei gestaltbare TFT-Display deutlich bemerkbar.

Zum Laden komme ich im Laufe des Abends nicht mehr, aber auch Marions Ausfahrt nach Mannheim und zurück lässt die Reichweite nicht so weit absinken, dass ich Bedenken haben müsste das Fahrzeug nicht zum Händler zurück bewegt zu bekommen. Da ich am nächsten Tag vor der Öffnung des Autohauses noch etwas Zeit habe, versuche ich noch verschiedene Ladeoptionen. Die Ladesäule bei Kaufland in Schwetzingen ist bereits durch einen anderen Zoe belegt und es gibt leider nur einen Typ-2-Stecker. Hier kann der Leaf mit den zwei Steckern die Situation entschärfen helfen – man nimmt einfach den Stecker der gerade passt. Adapter gibt es sicherlich auch, aber die sind beim Zoe nicht an Bord. Bei ALDI bin ich vor den Öffnungszeiten, somit ist die Säule nicht nutzbar. Nach den positiven Erfahrungen bei IKEA steuere ich die Niederlassung in Walldorf an der Strecke an. Auch dort bin ich vor den Öffnungszeiten, die Säule ist aber scheinbar betriebsbereit, zumindest zeigt sie nichts gegenteiliges an. Laden funktioniert dennoch nicht – laut Säule ein Kommunikationsproblem mit dem Fahrzeug. Im Fahrzeug heißt es nur: Fahrzeugsteckdose prüfen. Auch die zweite Säule ist nicht zur Kooperation zu bewegen. Weitere Versuche gibt es an der Strecke nicht, eine Option wäre noch ein Autohaus mit Kreditkartenzahlung gewesen, aber selbst als ich beim Händler auf den Hof rolle sind noch mehr als 80km Restreichweite verfügbar. Dort klappt das Laden dann auch ohne Probleme: Einstecken und lädt. Was mir auffällt sind die Geräusche der Ladeelektronik, diese sirrt doch recht laut.

Auf den ersten Blick ist der Zoe günstiger als der Leaf, allerdings nur mit der kleinen Batterieausführung. Für unseren kleinen Diesel bekämen wir noch eine Eintauschprämie von 2000 EUR. Wenn man die größere Batterie und ein wenig Ausstattung zusätzlich auswählt wird das Fahrzeug leider recht schnell teurer und liegt fast gleichauf mit dem Nissan Leaf. Angesichts dessen, dass er eine Nummer kleiner ist und weniger Ausstattung bietet ist mir das nicht ganz verständlich. Zumal selbst mit der großen Batterie die Reichweite nicht an den Leaf heran kommt. Das finde ich schon ein wenig enttäuschend, allerdings muss ich auch sagen, dass ich eigentlich kein Freund von Neuwagen bin. Die erste Generation Zoes bekommt man mittlerweile schon für um die 10.000 EUR. Ebenfalls muss man in Betracht ziehen, dass man bei Renault die Batterie für mindestens 60 EUR pro Monat mieten muss. Das macht das Angebot in Sachen Gesamtkosten nicht gerade attraktiver.

 

Nissan Leaf Tekna – ein ErFahrungsbericht

Aktuell tut sich sehr viel im Bereich Mobilität, insbesondere die individuelle Elektromobilität hat in den letzten Jahren rasante Sprünge gemacht. Die schienengebundene Elektromobilität (auch bekannt als Bahn oder Straßenbahn) ist ja eigentlich ein alter Hut, auch wenn sich hier langsam aber sicher positive Veränderungen, hin zu attraktiven Angeboten ergeben. Für den täglichen Weg zur Arbeit ist das Angebot im ÖPNV für mich selbst leider noch sehr weit weg von attraktiv – ungefähr 1:20h müsste ich rechnen wenn ich den Weg damit bestreiten möchte. Da ist zwar einiges geplant (siehe S-Bahn-Ausbau Rhein-Neckar), aber eben noch nicht greifbar. Einstweilen muss es also mit dem Fahrrad funktionieren (rund 45 Minuten plus Zeit zum Duschen, aber immer noch unter einer Stunde) oder bei üblem Wetter oder anderen Faktoren dann halt doch das Auto. Mein alter Recken von Opel Corsa hat aktuell ein technisches Problem, weshalb er vorerst abgemeldet ist. Das große Familienauto hat sich als praktisch erwiesen, wenn es um längere Strecken geht. Für alle sonstigen Fahrten nutze ich derzeit noch das Zweifahrzeug, einen kleinen Fiesta mit Diesel. Nicht das schlechteste, aber irgendwie ist es doch an der Zeit einmal über die weitere Erneuerung des Fuhrparks nachzudenken. Da hilft vor allem eines: Ausprobieren und Vergleichen.

Dankenswerter Weise gibt es mittlerweile immer häufiger die Möglichkeit Elektrofahrzeuge auch im Alltag einmal ausgiebig zu testen. Meinen Bericht zum Tesla Model S habe ich ja bereits veröffentlicht, für den Alltag und als Stadtauto ist er allerdings einfach zu teuer. Recht spontan ergab sich die Möglichkeit den aktuellen Nissan Leaf für 24 Stunden Probe zu fahren. Treffenderweise spielte sogar das Wetter mit – es war ein regnerischer, kühler Tag, also genau derartiges Wetter bei dem ich dann doch einmal auf das Radfahren verzichte.

Die kurze Einweisung durch den Verkäufer beeindruckt. Klar ist der Vorführwagen ein Modell mit Vollaustattung, beim Nissan Leaf auch als Modellreihe “Teckna” bezeichnet. Mit an Bord ist jede Menge hilfreiche Elektronik, bis hin zum teilautonomen Assistenten, der sich um Abstand und Spurhalten kümmert. Auch insgesamt ist der erste Eindruck recht gut, das Auto ist vergleichsweise groß und vergleichbar mit dem Fiesta als wir sie nebeneinander auf dem Parkplatz stehen haben. Als maximale Reichweite sind etwas mehr als 400km angegeben, die Berechnung des Vorführwagens aufgrund der Historie gibt bei voller Ladung noch rund 300km an. Immer noch mehr als ausreichend für den geplanten Einsatzzweck – die tägliche Strecke wäre mit 40 bis 50 km am Tag auch mit einer Viertelladung noch locker machbar.

Auf dem Weg zur Arbeit probiere ich natürlich gleich einmal einige der elektronischen Helferlein aus, der Spurhalteassistent Vibration am Lenkrad ist sehr präzise und ich hoffe innerlich, dass derartige Technik demnächst für Neufahrzeuge verpflichtend wird, damit die ganzen Blinkermuffel wieder lernen diesen Hinweis an die Umwelt regelmäßig zu nutzen. Es wird einem etwas erschwert ohne Blinker und ohne Schulterblick die Spur zu wechseln, die Verzögerung und Spurkorrektur fällt bestimmt aber nicht übermäßig aus. Die Hände müssen natürlich auch am Steuer bleiben. Ich probiere nur die erste Stufe der Warnung (optisch und akustisch) aus, laut Verkäufer bremst das Fahrzeug im Zweifel auch bis zum Stillstand herunter und schüttelt den Fahrer wieder aus dem Sekundenschlaf.

Die Fahrleistungen ansonsten sind typisch für Elektrofahrzeuge, leise und effizient und mit den üblichen Annehmlichkeiten wie ruckfreier Beschleunigung bis zur Zielgeschwindigkeit. Ebenso hilfreich ist die freundliche Erinnerung an die geltende Geschwindigkeit – das basiert so wie es sich für mich aussieht auf einer Kombination aus Kamera-Erkennung und hinterlegten Daten aus dem Navi. Dass das Fahrzeug rundum vernetzt ist, ist heute ein Selbstverständlichkeit. Ebenso schön finde ich dass im Radio auch endlich die Digitalisierung angekommen ist – DAB+ ist einfach mit dabei, ohne lästigen Aufpreis oder Ähnliches. So wünscht man sich das.

Während ich meiner Arbeit nachgehe, nutzt Marion einen Teil ihres Urlaubstages um das Fahrzeug auf Alltagstauglichkeit zu prüfen – unter anderem zum Einkaufen und natürlich für die üblichen Pendelstrecken. Damit machen wir an diesem Tag zwar etwas mehr Strecke als wir es wohl unter “Normalbedingungen” machen würden, aber wenn das klappt geht weniger natürlich auch. Zur Mittagszeit nehmen wir einen gemeinsamen Termin in der Mannheimer Innenstadt wahr. Was nicht so ganz klappen will ist das kostenlose Parken und auch das Laden in der Mannheimer Innenstadt. Zwar finde ich im zweiten Anlauf das passende Parkhaus in C2, aber es gelingt mir nicht den Ladevorgang zu starten. Vermutlich liegt des daran, dass ich keine RFID-Ladekarte bzw. Ladechip habe um die Station zu nutzen. Immerhin sind wir von der Restreichweite nicht auf eine Ladung angewiesen. Eine Möglichkeit zum “on-demand” Laden und Zahlen per Kreditkarte, Paypal oder ähnlicher Technik wäre hier echt wünschenswert. Wenn es ein Elektroauto wird dann werde ich mich darum wohl kümmern müssen. Immerhin: die mitgeführten Stecker im CHAdeMO-Format passen, nur geladen wird eben nicht.

Während ich weiter arbeiten gehe, macht Marion einen weiteren Test – der Versuch bei einer der führenden Fastfood-Ketten zu Laden schlägt leider fehl obwohl ein Mitarbeiter die Säule extra frei schaltet. Schade, aber auch noch nicht kritisch. Zudem folgt ein weiterer für uns als Familie wichtiger Test: wie klappt es mit Kindersitzen? Fazit: genauso gut oder schlecht wie in jedem anderen Fahrzeug, ISOFix wird angeboten aber mangels passendem Sitz können wir das (noch) nicht nutzen. Platz zum Kinder hinein heben bietet die zweite Sitzreihe ausreichend.

Zum Abschluss des Tages will ich es doch nochmal mit dem Laden versuchen, auch weil die Restreichweite mittlerweile auf unter 100km abgesunken ist. So fahren wir kurzerhand zum gelb/blauen schwedischen Möbelriesen. Dort gibt es kostenlose Lademöglichkeiten für die Zeit des Einkaufs. Wir haben Glück, es ist noch eine Steckdose frei. Es gibt einen lebhaften Austausch mit anderen Elektrofahrzeugbesitzern. Einige haben leider Pech – für einen i3 von BMW ist gerade keine Steckdose frei. Zudem bekomme ich die Chance einen Blick in einen Audi eTron zu werfen – in diesem Fall ist es aber nur ein Plugin-Hybrid was für mich eigentlich nur bedingt in Frage kommt.  Wir nutzen die Ladezeit um gemütlich zu Abend zu Essen und einige Kleinigkeiten für den Haushalt einzukaufen. Da wir noch ein paar Lebensmittel benötigen statten wir dem nahe gelegenen REWE-Center einen Besuch ab, auch dort gibt es kostenlose Lademöglichkeiten für Kunden. Hier sind die Stecker nicht fix an der Ladestation, auch der CHAdeMO passt hier. Insgesamt haben wir in knapp 2h soweit geladen, dass es für den Heimweg auf alle Fälle reicht und sogar noch deutlich darüber hinaus.

Da ich noch keine Autobahn mit dem Fahrzeug hatte, hole ich das auf dem Heimweg nach. Der Assistent macht echt gute Arbeit – vorrausschauend bremst er mit ausreichend Abstand bereits leicht ab und passt sich dann dem Vordermann in Sachen Geschwindigkeit an. Was mir beim manuellen Fahren dann deutlich auffällt ist der Gegendruck welcher am Gaspedal im Eco-Modus anliegt – man muss etwas mehr Kraft aufwenden um schneller zu fahren. Damit fährt man ganz ungewollt deutlich sparsamer. Bereits im Stadtbetrieb und auf dem Parkplatz habe ich den “one-pedal”-Modus ausprobiert. Damit ist ein Modus gemeint, den man vom Auto-Scooter her kennt: geht man ganz vom Pedal verlangsamt das Fahrzeug recht rasch bis zum Stillstand und fährt aber auch ebenso locker wieder los. Dabei ist es egal ob man an einer Steigung steht oder in der Ebene. Super praktisch für den Stop&Go-Verkehr im Stau oder in Innenstädten.

Ich unternehme noch einen kleinen Umweg und steuere die vom Wohnort nächstgelegene öffentliche Ladesäule an, diese bietet einer der großen Discounter an, maximal darf man dort 1h während des Einkaufs laden. wie ich erfahren darf klappt das auch nur während der Öffnungszeiten. Aber gut zu wissen, dass es auch hier Möglichkeiten gibt.

Fahrtechnisches Fazit: Ein tolles Fahrzeug, dass hier gebaut wurde. Müsste ich mir für meinen täglichen Arbeitsweg ein Auto kaufen, käme der Leaf auf alle Fälle einmal in die nähere Auswahl. Das Konzept und die Machart überzeugen. Allerdings muss ich auch festhalten, dass der aktuelle Anwendungsfall nicht so ganz zu diesem Fahrzeug passen will. Das Fahrzeug soll ja primär als Kurzstreckenfahrzeug bei Bedarf genutzt werden, hier sind die elektronischen Helferlein zwar sicherlich nett aber nicht zwingend erforderlich. Immerhin bin ich bis vor kurzem fast ohne elektronische Hilfsmittel (abgesehen von einem nachgerüsteten MP3-Autoradio mit Bluetooth-Freisprecheinreichtung) unterwegs gewesen. Ich muss mir daher wohl eher einmal die niedrigen Ausstattungsvarianten anschauen. Als Zweitwagen sind mir neu zwischen 22.000 und 30.000 EUR einfach ein wenig zu viel und der Wertverlust doch recht hoch.

Jahresrückblick 2018

Das Jahr neigt sich dem Ende, höchste Zeit es nochmal durch den Filter laufen zu lassen.

Januar

Das Jahr hat kalt angefangen, sowohl was das tägliche Radfahren, als auch das Lauftraining und Wettkämpfe betrifft. Immerhin habe ich recht früh im Jahr einen ersten Testlauf über die Ultra-Distanz unternommen und in Rodgau die 50km absolviert. Todo “mindestens einen Ultra 2018 laufen” erledigt.

Februar

Ein ganz ähnliches Unterfangen bei sehr ähnlichen Temperaturen war die Rheintalquerung – wie immer von der Bergstraße in Leutershausen an die Weinstraße in Bad-Dürkheim. Ein erster Vorgeschmack auf den anstehenden Weinstraßen-Marathon. Zudem habe ich erfolgreich meine Teilnahme am Rettungsschwimmkurs in der Stufe “Silber” abgeschlossen – auch wenn die Temperaturen zu diesem Zeitpunkt noch nicht nach Freibad aussahen: Die Saison mit den Kids konnte kommen.

März

Noch immer kalt, aber immerhin ein Ende der dunklen Jahreszeit war absehbar – Zeit die Stirnlampen in die Sommerpause zu verabschieden bzw. zumindest einmal auf spezielle Events wie Laufnächte zu beschränken. Zudem habe ich das Developercamp in Würzburg besucht, interessant zu sehen was das ehemalige Entwickler-Team mittlerweile so treibt. Zudem gab es einen wichtigen Anstoß im Bereich Softwerkskammer. Definitiv eine Organisation die ich mir  einmal näher anschauen wollte.

April

Sehr sportlich ging es dann im April zu, sowohl was die Teilnahme am SAS-Halbmarathon und dem Marathon deutsche Weinstraße betrifft, aber auch die Fülle an Terminen die es sonst im Kalender gab. Erste Kontakte in die lokale Softwerkskammer Rhein-Neckar, der jährliche Mitarbeitertag der DJK als Dank für die vielen fleißigen Ehrenamtlichen (wobei das Event auch wieder ehrenamtlich organisiert wird). In die gleiche Schiene, wenn auch für mich mit deutlich weniger Aufwand verbunden war der Dankesabend des Römerman – wie jedes Jahr richtig gut gemacht und ein Grund später im Jahr wieder an der Strecke zu stehen.

Mai

Wichtigster Punkt im Mai: Urlaub und diesmal richtig ausgiebig und auch vergleichsweise weit weg. Zusammen mit der Familie ging es für fast drei Wochen nach Frankreich mit Schwerpunkt in der Bretagne. Wichtige Neuerung diesmal: Wir waren mit neuem Familienauto und renoviertem Anhänger unterwegs. Feuertaufe bestanden – inklusive diverser schwieriger Passagen. Beim Auto zeigten sich zum wiederholten Male Probleme mit dem Navi, welche mich noch eine ganze Weile auf Trab halten sollten bis endlich eine Lösung gefunden war. Sportlich habe ich mich “nur” am SRH-Marathon in Mannheim beteiligt, Neuerung dieses Jahr: der Arbeitgeber sponsert den Start und es gab somit auch die Möglichkeit in den VIP-Bereich zu kommen. Nicht unbedingt notwendig aber doch ganz angenehm, vor allem für die Zuschauer.

Juni

Es beginnt die heiße Phase des Jahres – im Vergleich zum Jahresbeginn ist es schon fast unerträglich warm und vor allen Dingen auch schwül. Dennoch eine sehr angenehme Zeit, vor allem da es Abends auch noch richtig lange hell bleibt. Da fällt das Training gleich viel leichter und ich nutze auch die Möglichkeit zum kombinierten Training – mit dem Rad noch eine zusätzliche Distanz nach Weinheim, dort laufen und dann mit dem Rad heim. In der Regel klappt das recht gut, selbst wenn man in die Dunkelheit fährt. Eine ganz andere Sache ist es wenn das Wetter unerwartet umschwingt – von einem Ausblick im Odenwald sehe ich bereits die Gewitterfront und habe noch etwas Hoffnung, dass sich diese verzieht bis ich auf dem Rad bin. Die Hoffnung hält bis kurz vor Ladenburg, die letzten knapp 10km sind dann durchgehend nass von oben bis unten. Immerhin der Wettkampf im Elsass bleibt zumindest von Wetter her trocken, da ich diesmal aber jeden Versorgungsstand mit Wein ausprobiere wird er auch so feucht fröhlich bzw. dank meiner Verkleidung auch teuflich.

Juli

Nach all den sportlichen Höhepunkten war der Juli dann zumindest in dieser Hinsicht ruhig. Dafür um so mehr geprägt von verschiedensten Veranstaltungen – ein Familienausflug nach Arzviller ans Schiffshebewerk, Brezelfest mit erfolgreichem Weltrekordversuch in Speyer, Fahrsicherheitstraining mit dem neuen Familienauto. Letzteres war sehr aufschlussreich, habe ich mir doch durch die jahrzehntelange Nutzung eines Altfahrzeugs ohne elektronische Helfer diverse Verhaltensweisen angewöhnt die mit der elektronischen Unterstützung nicht mehr ganz passen. Zudem natürlich noch die Unterstützung in Ladenburg beim Triathlon – nicht nur wegen der schönen Dankesfeier. Diesmal hat der Veranstalter leider keinen guten Draht zu den Wettermachern – fast die gesamte Veranstaltung regnet es, das macht das Helfen natürlich nicht gerade angenehmer. Grund genug sich um die Planung eines sonnigen Urlaubs für das kommende Jahr zu kümmern: Das Reiseziel Südafrika wurde festgezurrt und auch die Kombination mit dem Two Ocean Marathon ist eingeplant.

August

Der August brachte eine wichtige Veränderung am Arbeitsplatz für mich: Mit der gesetzlichen Regelung zu den Partnermonaten beim Elterngeld war es mir möglich meine Wochenarbeitszeit auf 30h zu senken. Insgesamt ein spannender Versuch, der mir sicherlich an vielen Stellen Freiraum gegeben hat, allerdings bin ich noch etwas unsicher ob es wirklich eine gute Idee war und ob ich es wieder machen würde. Die Arbeitslast ändert sich nämlich nur mäßig und bis man sich eingeschwungen hat, ist die Teilzeit schon wieder vorüber und wieder Vollzeit angesagt. Aber nur durch die Erfahrung kann ich abschätzen ob das etwas für mich ist. Ein jährliches Event ist der Weinstraßentag in der Pfalz, dieses Jahr ging diese Aktion etwas nach hinten los bzw. war mit sehr viel Frust verbunden: Die Kombination von Fahrrad und ÖPNV durch eine große Menge Menschen hat die deutsche S-Bahn-Rhein-Neckar mal wieder an ihre Grenzen geführt bzw. diese herrlich vorgeführt. So sind wir unfreiwillig mehr Kilometer mit dem Rad gefahren und auch noch deutlich später nach Hause gekommen als gedacht. Entspannt war das nur bedingt.

September

Etwas kurzfristig, aber dafür natürlich gerne habe ich am 10-Freunde-Triahtlon in Darmstadt teilgenommen. Meine letzte Teilnahme war schon etwas her, damals hieß die Veranstaltung noch Firmen-Ultra und ich war für Bombardier gestartet. Diesmal habe ich dem Team Pirelli aus der Patsche geholfen und den fehlenden 10. Mann gestellt. Immerhin: Das Schwimmtraining fürs Rettungsschwimmen hatte also doch auch einen tieferen Sinn. Ansonsten ging es klar auf den Oktober zu, der Herbstlauf zusammen mit dem Laufkurs wirft seine Schatten voraus. Hier ist mir das erste Mal so richtig der Vorteil der Teilzeit aufgefallen: Man hat doch etwas mehr Luft bei den diversen organisatorischen Aufgaben und kann auch mal zu normalen Arbeitszeiten bei den diversen Stellen vorstellig werden. Wichtige Entscheidung: wir werden umweltfreundlicher – Industriespülmaschine und Mehrweggeschirr sollten erprobt werden.

Oktober

Klarer Fixpunkt für mich im Oktober: der Tag der deutschen Einheit – nicht aus patriotischer Sicht, sondern weil es an diesem Tag für mich immer nach Nürnberg zum Stadtlauf geht. Dieses Jahr haben wir den Lauf mit einem Kurzurlaub kombiniert, aufgrund der Familie nicht im Hotel oder Hostel sondern in einer Ferienwohnung. Zusammen mit Helga und Heinrich haben wir einen wunderschönen Tag im Tiergarten verbracht. Derart frisch erholt konnte der Herbstlauf dann kommen. Fazit: Mehrweg und Spülmaschine haben sich bestens bewährt und wir werden diese Praxis beibehalten. Ebenfalls endlich gelöst werden konnte nach ein wenig juristischem Säbelrasseln das Problem mit dem Navi im Familienauto: Ich habe ein neues Autohaus und schon war es auch kein Problem ein vollständiges Ersatzgerät eingebaut zu bekommen. Wir halten das weiter im Auge aber der erste Eindruck ist sehr gut. Ebenso gut war der Eindruck den der Tag Tesla-Fahren hinterlassen hat – man bekommt richtig Lust auf die neue Form der Mobilität. Praktisch “nebenher” habe ich dann auch noch die notwendige Qualifikation für den Two Ocean Marathon im kommenden Jahr erledigt. In Karlsruhe lief alles wie geschmiert, ein klein wenig mehr Anstrengung und ich hätte auch die magische 3:30h-Marke mal wieder unterboten. Mal sehen ob ich den Lauf nächstes Jahr wieder ins Programm nehme.

November

Ganz langsam geht das Jahr aufs Ende zu. Die Tage sind schon wieder kürzer, die Temperaturen und der Regen sind aber noch immer im Sommermodus. Ich brauche nur sehr selten bereits die Winterklamotten für die tägliche Radstrecke und das Lauftraining. Die in Mannheim stattfindende ContainerConference kann ich dank meines Arbeitgebers besuchen. Sehr viel neue Technologie, von den Workshops hatte ich mir ein wenig mehr Tiefgang erhofft, aber der Austausch mit den anderen Teilnehmern hat dieses Manko definitiv wieder wettgemacht. Zudem gibt es endlich Sicherheit: meine Anmeldung für den Two Oceans Marathon ist gesichert, 

Dezember

In diesem Jahr war der Dezember zwar auch wieder gut angefüllt mit Aktivitäten – immerhin habe ich ja mehrere Familiengeburtstage zuzüglich zum Weihnachtswahnsinn zu stemmen. Allerdings hat das diesmal recht gut geklappt, auch weil wir uns den Kalender nicht übermäßig voll mit Weihnachtsmarktbesuchen und ähnlichen Ausflügen gepackt haben. Zugegeben, das Wetter war auch anfänglich nicht gerade glühweintauglich. Etwas ärgerlicher finde ich die Erkältung die ich mir auf dem Schlusssprint durchs Jahr noch eingefangen habe – hoffen wir mal das die sich bis 2019 dann auch wieder auf dem Rückzug befindet. Ein weiterer treuer Begleiter hat im Dezember auch erst einmal die Flügel gestreckt – nach 240.000km ist mein alter Corsa erst mal außer Gefecht, ich bin noch nicht sicher was ich machen werde – die Reparatur ist sicherlich nicht ganz einfach, aber dann hätte ich natürlich auch wieder jede Menge um hier darüber zu schreiben.

Bleibt abschließend noch ein Blick auf das kommende Jahr zu richten. Ein wichtiger Punkt wird dabei sicherlich die Reise nach Südafrika und die Teilnahme am Two Ocean Marathon sein. Wie gewohnt wird es eine Post-Serie hier geben mit jeweils den aktuellen Neuigkeiten. Sportlich wird es auch die ein oder andere Teilnahme an bekannten Wettkämpfen geben, gesetzt sind bereits Bamberg, Mannheim (in sehr kurzer Folge) und im Oktober natürlich wieder der Stadtlauf in Nürnberg.

Tesla Model S – ein ErFahrungsbericht

Zum Geburtstag hatte ich eine echte Überraschung vorgefunden: Einen Gutschein um einen ganzen Tag lang mit einem Tesla Model S zu fahren. Normalerweise bin ich ja nun echt kein Auto-Narr – sonst würde ich nicht so viel Laufen und Radfahren und hätte wohl mein Reservevehikel für alles was nicht mehr auf dem Rad machbar ist schon lange einmal erneuert. Stattdessen ist das Fahrzeug meist ein Stehzeug und es ist noch immer mein erstes Auto, das mich mittlerweile seit mehr als 16 Jahren begleitet. Dennoch kann und will ich mich auch nicht dem Trend zu moderner Mobilität verschließen – aktuell sind E-Autos nunmal eine überlegenswerte Alternative. Einige der ersten hatte ich mir ja schon auf kurzen Probefahrten angeschaut, etwa den Mitsubischi i-MieV bzw. den baugleichen Peugeot iOn. Tesla als das Unternehmen welches den Markt erst einmal so richtig aufgewirbelt hat und zeigt, dass man auch bei einem Elektroauto keine Abstriche machen muss stand bisher nicht zur Debatte. Immerhin gehört das Model S in die Premium-Klasse der Fahrzeuge – mithin für mich nicht wirklich finanziell attraktiv bzw. erreichbar (das Geld wäre mir auch ein wenig zu schade, weil das Auto ja dann doch wieder die meiste Zeit steht). Aber zu sehen was technisch möglich ist, das kribbelt einen dann doch. Continue reading

Jahresrückblick 2017

Schon nach Weihnachten – allerhöchste Zeit das Jahr nocheinmal durch den Filter laufen zu lassen. Ein wichtiges Ereignis hat sicherlich das gesamte Jahr etwas überlagert – die Geburt von Yann im Juni – in den Monaten davor die Vorfreude und die ganze Vorbereitung und danach geht es natürlich erst richtig los (vor allem kann Papa dann auch endlich etwas mehr tun als nur “Babybauchstreicheln”).

Januar

Der Einstieg ins Lauftraining war diesmal etwas anders als gedacht. Gleich bei einem der ersten Trainings gab es einen Sprint außer der Reihe – nachdem wir ein Duo beim Handtaschendiebstahl überrascht hatten, ist es mir wenigstens gelungen einen der Täter so lange zu verfolgen bis die Polizei ihn festnehmen konnte – zum Wegrennen bzw. zur Flucht in den Neckar hat er sich da einfach den falschen Partner rausgesucht – Langstreckenläufer und Rettungsschwimmer – da konnte er nahezu machen was er wollte, ein Entkommen war nahezu unmöglich. Sogar für einen Bericht in der Lokalpresse hat es gereicht. Insgesamt war ja klar, dass ich dieses Jahr mit dem Laufen etwas weniger machen kann, immerhin fällt der Geburtstermin in die Hochzeit der Laufveranstaltungen.
Zudem gab es erste Vorbereitungen auf einen Famlienwagen – wir haben verschiedenen Probefahrten gemacht um zu sehen was es wohl werden soll.

Februar

Auch der Februar war relativ ruhig. Wie fast jedes Jahr waren wir auf der Weinmesse in Strasbourg und haben unsere Vorräte wieder etwas ergänzt. Wobei durch die Schwangerschaft die Verkostung und Auswahl alleine bei mir lag. Zudem war der Keller ohnehin noch gut gefüllt, der Einkauf war also relativ selektiv und vom Ausprobieren neuer Winzer geprägt. Am Rande gab es auch ein Wiedersehen mit der Familie und einigen ausgeschiedenen Mitarbeitern der Bahag, die ich schon länger nicht mehr gesehen hatte.

März

Der letzte Urlaub zu dritt, oder besser gesagt zu dreieinhalbt? Mit dem TGV nach Marseille und in die Umgebung. Insgesamt ein sehr schöner Urlaub, auch wenn wir einige Erkenntnisse für die Familie mitgenommen haben. So ist der ÖPNV in Marseille nicht auf Familien mit Kinderwagen ausgelegt (geschweige denn wir hätten so etwas wie den Chariot CX2 mitgenommen – das möchte ich mir gar nicht ausmalen…). Zudem ist die Unterkunft in den günstigen Hotels für Singles und Paare nicht verkehrt – für Familien mit kleinen Kindern dann doch eher nicht. Auch die Idee mit dem Zug zu fahren hört sich anfänglich gut an und ist auch günstig – als Familie zahlt man dann beim Mietwagen und dem notwendigen Kindersitz allerdings deutlich drauf – noch dazu hatten wir etwas Pech bei der Fahrzeugauswahl – ein Mini-Jeep ist definitiv kein Familienauto, schon für den Kinderwagen muss man den Rücksitz umklappen – das kenne ich aus meinem alen Corsa besser …

April

Das letzte Schwangerschaftstrimester ist angebrochen. Daher hatten wir unter anderem diverse Termine wegen Papierkram (Sorgerecht und Co). Anfang des Monats hatten wir noch ein Familientreffen in Mainz mit den diversen Familienteilen von Marion.
Am Monatsende war dann nochmals ein Termin für mich: Es ging wie alle zwei Jahre nach Bamberg zum Weltulturerbelauf. Das ist auch immer ein Termin um Helgas Lauffreunde aus Nürnberg einmal wieder zu sehen. Aus dem Urlaub in Marseille haben wir unsere Erfahrungen gleich umgesetzt und diesmal für das verlängerte Wochenende eine Ferienwohnung in Bad Staffelstein genommen. Deutlich besser und vor allem flexibler. Zum Abschluss sind wir noch ins Spaßbad “Aqua-Riese” (in Anlehnung an “Adam Riese” – welcher in Bad Staffelstein geboren wurde).

Mai

Im gleichen Maße wie Marions Bauch an Umfang zulegt, reduziere ich mein Training. Das heißt vor allem erst einmal Abschied von der täglichen Radfahrt zu nehmen um im Falle eines Falles schnell daheim zu sein – daher mit dem Auto zur Arbeit – obwohl das Wetter eigentlich zum Radeln einlädt.
Zudem gibt es noch eine handwerkliche Herausforderung – bei Marions Mutter steht die Generalsanierung des Wohnzimmers auf dem Plan – inklusive Möbelabbau und Malern.

Juni

Final Countdown für Papa 2.0 – eine sehr angespannte Zeit, vor allem was den Job betrifft – so richtig anfangen will man nichts größeres mehr und ständig sitzt man gefühlt auf Kohlen.
Der Marathon in Mannheim lässt sich kurz vor Geburt anfänglich gut an, aber in Reingönnheim kurz nach Kilometer 35 erhält das Ziel 3:30 einen derben Rückschlag – Krämpfe zwingen mich zum Gehen – am Ende reicht es gerade noch so für eine Nettozeit unter 4h. Aber angesichts des reduzierten Trainings war das Ziel wohl doch etwas vermessen.
Ende Juni ist dann auch die neun Monate Wartefrist vorbei – zwar lässt sich Yann wie sein Bruder etwas mehr Zeit als gedacht, aber das kennen wir ja schon. Als dickes Ende zeigt er dann auch noch sein Interesse am Kunstturnen und verstellt somit jeden Weg auf eine natürliche Gebut – na sei es drumm – immerhin diesmal alles ohne große Hektik. Glen kommt derweil bei den Großeltern unter.

Juli

Ganz klare Aufgabe: Familienleben neu organisieren – immerhin haben wir jetzt zwei Kinder – somit müssen sich die Eltern auch immer wieder neu verteilen. Das bekommen wir aber recht gut hin, besser als erwartet. Zudem nehmen etliche liegen gebliebene Handwerkprojekte in der Wohnung endlich einmal Form an und kommen zum Abschluss. Zudem schicke ich endlich meinen alten Server im Rechenzentrum in Rente – nachdem zum wiederholten Male die Festplatten ihr Alter angemeldet haben, ist es an der Zeit ihn zu ersetzen. Erstaunlicher Weise klappt das besser als gedacht, auch wenn ich doch etwas aus der Übung war.
Zudem schlagen wir beim Angebot eines Familienwagens zu – mit Yanns Geburt hat sich endgültig gezeigt, dass es sehr schwierig wird, ohne ein größeres Auto. Diesmal steht das Fahrzeug auch noch fast vor der Haustür in Hassloch bereit, in unserer Wunschausstattung (uns sogar noch ein wenig mehr als erhofft).

August

Fertig! (ohne Plane)

Das Wetter ist gut und ich nutze die Elternzeit um ein lang gehegtes Projekt endlich umzusetzen – seit fast vier Jahren habe ich meinen PKW-Anhänger und fast genauso lange habe ich mir vorgenommen, die Bordwände und die Bodenplatte zu ersetzen. Ein reichlich aufwändiges Projekt, dass ich auch nicht mal “nebenher” hätte umsetzen können. Besonderer Dank gilt hier Martin für die Werkstatt um die ganzen Arbeiten überhaupt durchführen zu können. Als Bonus erneuere ich nicht nur die Bodenplatte sondern bringe auch gleich noch eine Reihe Zurrösen an. Derartig generalüberholt wird er mir noch viele Jahre gute Dienste leisten.
Ziemlich genau passend dazu können wir unseren Familienwagen abholen – ein Peugeot 5008 ist es geworden. In diversen Probefahrten hat er uns am meisten überzeugt.

September

Nach zwei Monaten Elternzeit heißt es dann doch wieder arbeiten. Gefühlt ist in den zwei Monaten Abwesenheit aber nicht all zu viel passiert.
Sportlich geht es nun auf den Herbstlauf zu – wenn auch weniger als aktiver Teilnehmer, vielmehr als aktiver Organisator. Wie üblich sind dafür viele Maßnahmen im Vorfeld notwendig.
Zudem bereite ich mich schon einmal auf das kommende Jahr vor und habe angefangen einmal pro Woche den Rettungsschwimmkurs in Schwetzingen zu besuchen – schon einige Zeit her dass ich den letzten gemacht habe und mit kleinen Kindern ist man ja doch häufiger im Schwimmbad, da kann das auf alle Fälle nicht schaden.

Oktober

Drei Monate nach Geburt darf Papa auch wieder auf einen Wettkampf – wenn auch nur auf einen “kurzen” – es geht zum Traditionslauf nach Nürnberg über die 21km. Die Zeit ist diesmal im Rahmen wenn auch nichts außergewöhnliches. Ganz stilecht bin ich seit langem einmal wieder mit meinem alten Corsa nach Nürnberg gefahren – inklusive Mitfahrgelegenheit wie zu Praktikumszeiten. Das Fahrzeug behalten wir vorerst mal noch – immerhin habe ich noch etwas mehr als ein Jahr TÜV. Liebevoll ist es jetzt der Sport-Wagen, denn bei dem Alter macht es jetzt auch nichts mehr aus wenn man nach einem Waldlauf völlig eingedreckt einsteigt.
Beim Herbstlauf hat der frisch sanierte Anhänger seine Feuertaufe – alles funktioniert einwandfrei und mit dem neuen Fahrzeug vorneweg ist auch die volle Ladung Bierbänke kein Drama mehr.
Etwas ungeplant habe ich dann noch mit Frank in Heidelberg am MTB&Run teilgenommen – einer Abwandlung der erfolgreichen Aktion Bike&Run in Mannheim. So richtig erfolgreich war die Werbung nicht, ganze vier Teams sind an den Start gegangen – dafür waren wir um so erfolgreicher – bei der Erstauflage auf Platz eins – das hat schon was. Schon etwas ungewohnt, dass man noch länger dableiben muss wegen der Siegerehrung, und das auch noch bei feinstem November-Regen.

November

Es geht langsam auf das Jahresende zu, und nach dem dicht gepackten Oktober ist im November deutlich weniger los. Der Umzug eines Kollegen beschäftigt mich aufgrund der Transportmöglichkeit mit Anhänger etwas länger als gedacht, mit Monatsende ist aber auch dieses Projekt dann endlich abgeschlossen.
Auf Arbeit übernehme ich die Leitung eines kleineren Projekts, das wird mich wohl auch noch einige Zeit begleiten.
Sportlich gibt es erfreuliches zu berichten – die Laufgruppe wächst um einige Mitglieder.

Dezember

Zwar habe ich bereits weit vor dem Dezember-Fieber alle Geschenke besorgt, dennoch ist die Zeit irgendwie etwas anstrengend – ich merke dass ich mich an vielen Stellen ziemlich strecken muss zwischen Familie, Job und Sportaktivitäten. Früher fand ich den Dezember nicht so anstrengend wie in diesem Jahr. Ich bin richtig erleichtert, dass an Weihnachten auch endlich einmal einige Tage Ruhe angesagt sind.

 

Soweit einmal der Jahresrückblick – mal sehen was das neue Jahr bringen wird. Ich hoffe ich finde wieder etwas häufiger Zeit mich hier im Blog zu melden.

Familientransporter – Peugeot 5008

Ich hatte es in einigen Posts schon angekündigt: Der Familientransport wird auch auf aktuellen Stand gebracht. Heute war es dann endlich soweit – der Tag der Abholung des neuen (gebrauchten) Familienfahrzeugs. Entschieden haben wir uns nach reiflicher Überlegung für einen Peugeot 5008. Wir hatten auch einigen andere Modelle und Hersteller in Betracht gezogen und viele auch einmal einer Probefahrt unterzogen – insgesamt hat uns das Platz-Angebot und die Preis-Leistung beim 5008er dann doch noch am ehesten zugesagt. Wichtig war uns, dass es das Modell bis Ende 2016 ist, die aktuelle Generation haben wir auch angeschaut und von Aussehen und Praktikabilität her verworfen – ich möchte keinen SUV-Panzer fahren, sondern ein Familienauto.

Erheblich erschwert und verzögert wurde die Anschaffung durch ein wichtiges Kriterium: Das Fahrzeug musste zwingend einen Anhängerkupplung mitbringen oder diese zumindest zu vertretbaren Konditionen nachrüsten lassen. Noch habe ich mein Altfahrzeug mit Anhängerkupplung, aber wenn dann möchte man doch auch das potentere Fahrzeug für derartige Aufgaben nutzen. Von der Leistung her habe ich mich mehr als verdoppelt – 110 kW und etwas mehr als 300 Nm Drehmoment können sich echt sehen lassen.

Desweiteren gibt es eine ganze Reihe Funktionen für den Famlienbetrieb (und den Familienfrieden auf längeren Strecken). Unter anderem können im Kofferraum bei Bedarf zwei weitere Sitze ausgeklappt werden – mit bis zu 7 Personen kann man dann unterwegs sein (gilt auch für den Fall, dass mal wieder ein Rudel wildgewordener Läufer zu einer Veranstaltung fahren möchte). Damit dem Nachwuchs nicht langweilig wird, ist ein Onboard-Entertainment eingebaut: Bildschirme wie im Flugzeug in den Sitzen. Zwar nur zwei Stück, aber fürs erste reicht das ja mal. Das Einladen von Familiengepäck wird jetzt zum Kinderspiel – es ist reichlich Stauraum vorhanden. Dies war mit einer der wichtigsten Gründe für die Neuanschaffung – mit den beiden Kleinwagen war zwar ein Schwimmbadbesuch samt Spielzeug noch drin, aber für auch nur ein paar Tage Urlaub reicht der Platz nicht. Spätestens wenn der Kinderwagen mit muss (und das wird er noch eine ganze Weile müssen) war Schluss mit lustig.

Wo viel Licht ist, da gibt es natürlich auch Schatten – vor allem auf der Unterhaltsseite ist der Neue natürlich um einiges teurer. Sowohl Steuer als auch Versicherung kosten mehr als bisher. Das liegt natürlich auch ein wenig an der Ausstattung – 2 Liter Diesel Hubraum machen sich bei der Steuer gleich bemerkbar. Angesichts des Anschaffungswerts haben wir uns auch für eine Teilkasko entschieden zumindest mal für die ersten Jahre. Für mein Altfahrzeug hat sich soetwas schon seit Jahren nicht mehr gelohnt, der letzte Schaden war ein abgetretener Außenspiegel – 15 EUR gebraucht und innerhalb von 5 Minuten selbst montiert, größere Schäden wären ohnehin ein wirtschaftlicher Totalschaden gewesen. Ein wenig Risiko sind wir eingegangen was die weitere Entwicklung in Sachen Dieselfahrverbote für Innenstädte betrifft. Allerdings sehe ich das aktuell recht gelassen – denn in die größeren und betroffenen Innenstädte in Deutschland will ich mit dem Auto ohnehin nicht freiwillig fahren. Da gehört es für mich schon immer zur guten Praxis den ÖPNV zu nutzen (was in der Regel sehr gut klappt und im Vergleich zum Parkhaus auch noch kostengünstiger ist).

Wir werden jetzt einmal die ersten Erfahrungen sammeln und dann hier berichten was uns so alles positiv und negativ aufgefallen ist.

Jahresrückblick 2016

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, insgesamt ist alles noch besinnlich, höchste Zeit das Jahr einmal durch den Filter laufen zu lassen.

Gleich vorweg: In diesem Jahr bin ich nicht so ausführlich zum Bloggen gekommen wie sonst, es hat sich ja doch einiges getan – es ist zwar erst das zweite volle Jahr mit Familie, aber einiges hat sich dann doch verlagert.

Januar

Es steht nix im Blog, das heißt es war wohl wirklich wenig los. Ein Blick in den Kalender zeigt mir dann aber, dass doch einiges los war. Vor allem Umzüge … Einmal privat ausgeholfen und das andere Mal ging es endlich vom “Ende des Ganges” in die neuen Büros, die man mir schon zum Einstieg als “bis Sie kommen sind die fertiggestellt” angepriesen hatte. Das besiegelte dann auch ein längere Überbrückungsphase mit täglichem Stopp am Sportverein zum Umziehen.

Februar

Auch hier steht nix im Blog – ein Zustand der mir in der Prä-Papa-Ära wohl eher nicht vorgekommen wäre. Geprägt war er vor allem durch die Rückkehr eines unserer Entwicklers nach längerer krankheitsbedingter Abwesenheit. Es ließ sich insgesamt ganz gut an. Erste Schwierigkeiten gab es mit unserem neuen, vorgesetzten Teamleiter – noch habe ich das als “Hörner abstoßen” abgetan.

März

Laut Blog muss der März ein ziemlicher Frust-Monat gewesen sein. Das dürfte auch mit der weiteren Eskalation auf Arbeit zu tun gehabt haben.

Zudem gab es laut Kalender noch einige weitere Events und Verpflichtungen. Unter anderem stand die Mitgliederversammlung der DJK auf dem Programm. Irgendwie habe ich mal wieder nicht aufgepasst und den Mund gehalten, und habe somit zum wiederholten Male die Wahl zum Schriftführer gewonnen. Das Amt bringt zwar einigen zusätzliche Verpflichtungen mit, aber so viel ist es nun auch wieder nicht.

April

Endlich wird es warm und die ersten Wettkämpfe stehen an. Unter anderem habe ich wieder an der Weinstraße mitgemacht. Ein dringend benötigter Erfolg und Ablenkung, denn auf Arbeit herschte absolute Krisenstimmung: Nach einem Disput mit unserem Abteilungsleiter hat uns ein Kollege verlassen, wir waren also wieder nur zwei Entwickler, auch wenn ein weiterer Mitarbeiter sich beworben hatte. Zudem wurde ein neuer Prozess eingeführt, der uns die Arbeit gefühlt nicht gerade leichter gemacht hat. Zudem haben sich die persönlichen Spannungen zwischen mir und meinem Teamleiter nochmals deutlich verschärft. Ich war zwischenzeitlich sogar schon auf der Suche nach einer neuen Stelle.

Mai

Der Mai stand ganz im Zeichen des Sports – der Mannheimer Marathon direkt vor der Haustüre, noch dazu mit einem Freistart, das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Zudem war er drei Wochen vor dem Rennsteiglauf ein wichtiger Trainingspunkt um zu sehen wie fit ich bin. Insgesamt bin ich recht zufrieden, wenn mich auch die 30 Sekunden zur eigenen persönlichen Bestmarke etwas fuchsen. Aber: die nächste Teilnahme kommt bestimmt. Den Rennsteiglauf bin ich dann doch recht stark erkältet gelaufen – man bekommt doch wirklich alles was Erkältung heißt aus der Kita mitgebracht, so meine leidige Erfahrung. Mit zunehmender Kita-Zeit wird aber auch das Immunsystem wieder fitter. Immerhin: Ich bin doch noch recht gut durchgekommen am Rennsteig, keine neue Bestzeit aber das Niveau trotz Erkältung gehalten, das ist doch auch etwas. Zusätzlich haben wir eine erste Trainingsetappe für den Sommerurlaub hinter uns gebracht – erstmalig mit Fahrradanhänger mehr als 65km Tagesetappe, zudem eine Erprobung der Bahntauglichkeit des Gespanns.

Juni

Trotz schlechter Vorbereitung habe ich mich entschieden an einem meiner Klassiker teilzunehmen: Die Ulmer Laufnacht. Immerhin will mich dieses Mal Marion über die 100km begleiten. Anfänglich spricht da auch nichts dagegen, selbst das Wetter meint es gut. Beinahe wäre die Laufnacht wegen Gewitters ausgefallen. Die Regenfälle der Tage zuvor haben aber dann doch Spuren hitnerlassen, zudem ist die Streckenführung komplett geändert. In der Nacht versagen gleich mehrere Teile an Marions Fahrrad – Schaltung und Licht, beides ziemlich unabdingbare Helfer bei der Streckenführung. Als ich zum zweiten Mal im Stadion durchlaufe habe ich schlichtweg keine Lust und Kraft mehr und steige aus. Ich habe also noch eine Rechnung in Ulm offen – wenn die Veranstaltung nochmal stattfinden sollte, ist die für mich gesetzt. So eine Schmach lasse ich nicht auf mir sitzen. Noch dazu kommen Peter und Jürgen von Pult erfolgreich durchs Ziel – klar die hatten die bessere Vorbereitung – für sie ist Ulm nur ein Trainingslauf, sie haben noch größeres vor.

Juli

Nach all den Tiefschlägen und Ärgernissen gibt es auch mal wieder einen Lichtblick. Nach weiteren Eskalationsstufen hat sich unser Abteilungsleiter entscheiden müssen, ob ich oder unser neuer Teamleiter geht. Ich denke mal er hat eine gute Wahl getroffen. Ich habe vorerst mal meinen Arbeitsplatz behalten. Zudem steht bei mir auch der lange ersehnte Sommerurlaub bevor. Einige kleinere Packübungen auf kürzeren Distanzen waren erfolgreich und die Reparaturen an Marions Fahrrad sind auch soweit, dass lange Strecken keine Probleme mehr machen.

August

Sommer, Sonne, Urlaub. Der erste größere Urlaub mit Zelt und Nachwuchs. Damit es nicht zu einfach wird, das Ganze natürlich auf dem Rad. Strecke: 650km von Konstanz bis nach Hause. Einige Highlights wie die in-Train-Bike-Repair-Action, die Insel Mainau, das Freibad Hörnli, der Aldi in Jestetten, das Flammkuchen Restaurant in Rhinau und natürlich das Spiel “Schnogemon-Go – got to batsch them all” werden uns in guter Erinnerung bleiben. Die ganze Tour verläuft ohne größere technische Pannen und Probleme.

September

Auch im September sind wir noch reichlich unterwegs – einmal geht es nach Speyer zum Altstadt-Fest, ein Wochenende später sind wir in Würzburg – ich kombiniere den Besuch einer Fachtagung mit dem Besuch bei meiner Schwester. Wie ich dort erfahre zum letzten Mal in dieser Kombination, da meine Schwester beruflich weiter gen Osten zieht.

Oktober

Wichtiger, fester Termin im Oktober: der Nachwuchs wird zwei Jahre alt. Aber kurz davor gibt es ein weiteres Jubiläum: Ich nehme zum 10. Mal am Nürnberger Stadtlauf über die 21,1km teil. Weder meine Rückkehr aus den USA noch die bevorstehende Geburt hat diese Serie brechen können. Immerhin bin ich dank Urlaub und etwas Entlastung durch unseren neuen Entwickler auch wieder richtig fit.

November

Das Jahr neigt sich dem Ende, höchste Zeit die Wettkampf-Saison zum Abschluss zu bringen. Dieses Jahr hat es wieder einmal geklappt und ich habe einen Startplatz beim LGA-Indoor-Marathon in Nürnberg ergattert. Auch hier habe ich klar gemerkt, dass sich meine Prioritäten etwas verschoben haben und das Training etwas knapper ausgefallen ist. Mit der Zeit bin ich aber dennoch ganz zufrieden.

Dezember

Der Dezember ist dieses Jahr an mir irgendwie ziemlich schnell vorbei gezogen – fast jedes Wochenende irgendwo anders, und noch nicht mal großartig auf verschiedenen Weihnachtsmärkten unterwegs. Auch die Weihnachtsbäckerei ist dieses Jahr sehr knapp ausgefallen, aber das hat auch einen Vorteil: Kalorien, die man nicht in Form von Weihnachtsgebäck zu sich nimmt muss man hinterher auch nicht mehr abtrainieren. Kurz vor Jahresschluss gab es noch weitere gute Nachrichten, mein Auto hat (wider Erwarten) die fällige Hauptuntersuchung erfolgreich und ohne gravierende Mängel überstanden – 2017 wird das Vehikel damit wohl die 230tkm Marke überschreiten.

Insgesamt ein sehr abwechslungsreiches Jahr, dass muss man schon sagen. Ich bin gespannt was das nächste Jahr bringt.

 

 

Controlling und wie es Innovation hemmt

Ein Unternehmen sollte Gewinn erwirtschaften oder zumindest seine Besitzer und Mitarbeiter ernähren. Mehr Erfolg sei jedem gegönnt. Ein wichtiges Werkzeug in diesem Bereich ist die Buchhaltung und auch die Planung von Ressourcen. Früher nannte man das Mittel Kosten- und Erlösrechnung – neudeutsch heißt es Controlling.

Das Werkzeug ist für die Führung eines Unternehmens unabdingbar, soviel ist klar – denn wenn man keine Ahnung über seine Kosten und Erlöse hat, merkt man nicht ob man Gewinn macht oder ob man kurz vor (oder gar schon in) der Insolvenz steht.

Leider ufert das Controlling in vielen Unternehmen aus – es wird nicht mehr mit Maß und Ziel durchgeführt sondern es wird zum einzig messbaren Erfolgskriterium erkoren. Jede Ausgabe muss gerechtfertigt werden, jeder Handgriff wird mit einem Wert versehen. Und ehe man es sich versieht füllt man als Mitarbeiter mehr und mehr Seiten Papier oder schreibt irgendwelche Reports für Vorgesetzte zusammen, als man eigentlich Arbeit macht.

Besonders verheerend wirkt das Ganze, wenn dann auch noch Dokumentation doppelt gemacht werden muss – einmal die eigentliche Arbeitsorganisation (z.B. ein Ticket-System, in dem Arbeitszeiten und durchgeführte Arbeiten festgehalten werden) und dann auch noch manuell aufbereitet und komprimiert für das Reporting. Häufig wissen die Vorgesetzten leider nicht wirklich gut mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen und Daten umzugehen. Nicht immer ist dies auf mangelndes (Fach-)Wissen zurück zu führen, teilweise sind auch einfach die Rahmenbedingungen und Abläufe zu schlecht strukturiert, als dass man dem Datenberg mit Data-Mining und Algorithmen Herr werden kann. Hier müssten viele Führungskräfte nur dann dummerweise vor ihrer eigenen Haustüre kehren, denn oftmals stammen die Prozesse und Vorgaben ja von Ihnen. Aber es ist ja nicht schick, feststellen zu müssen das man sich geirrt hat und nun seine eigene Idee revidieren muss. Stattdessen wird dann eben wieder noch mehr manuelles Reporting eingefordert. Ein Teufelskreis kann entstehen und tut es leider häufiger als man es ahnt.

Irren ist menschlich und ich habe Respekt vor jedem Menschen, der während seiner Arbeit feststellt, dass er eine falsche Entscheidung getroffen hat, oder eine Idee sich in der Realisierung als nicht zielführend erweist. Diesen Fehler einzugestehen ist ein gewaltiger Schritt und zeugt von echter Stärke. Leider wird dies oftmals mit einem Knick in der Karriere gleichgesetzt.

Das traurige Ende vom Lied ist, dass keiner einen Erfolg hat: Das Reporting wird als lästige Pflicht empfunden und entsprechend den Vorgaben gemacht, so dass es irgendwie passt und dem Vorgesetzten gefällt (nur runter damit vom Tisch). Die Aussagekraft dieser Dokumente geht leider gegen null. Auf der anderen Seite werden die Mitarbeiter durch das Reporting ausgebremst oder gar massiv behindert ihre Arbeit zu machen. Jede Idee oder der Versuch neue Technologien ergebnisoffen auf ihre Einsatzfähigkeit im Unternehmen zu prüfen muss mit potentiellen Werten unterfüttert werden. Vielfach kommt es zu einer Ablehnung, weil ja aktuell andere Dinge wichtiger/dringender sind oder es “funktionierende” Lösungen gibt. Spätestens nach der dritten Ablehnung ist die Resignation und der Frust groß, und weitere Versuche werden nur noch sehr spärlich unternommen, oder irgendwie “unter dem Tisch” ausgeführt. Das Vertrauen in das Unternehmen sinkt rapide.

Das mittel- bis langfristige Ergebnis kann man in vielen großen Firmen sehen: Trends werden nicht rechtzeitig erkannt oder können wenn sie benötigt werden nicht qualitativ hochwertig umgesetzt. Denn wenn ein Trend den Durchbruch schafft, dann braucht man wieder schnelle Lösungen, die mit erfahrenen Mitarbeitern kein Problem wären. Stattdessen muss nun bei 0 begonnen werden Know-How aufzubauen oder es wird etwas “gebastelt”.

Es ist genau die Offenheit die viele Startups so erfolgreich macht. Oftmals fehlt dort anfänglich das Controlling und das Kostenbewustsein – es wird wesentlich mehr experimentiert. Auch das kann nach hinten losgehen, dies soll hier nicht verschwiegen werden. Aber genau die Freiheit ermöglicht es innovativ zu arbeiten.

Die Wahrheit oder das Optimum liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen den beiden Extremen: Eine gute Kontrolle über die Ergebnisse der Arbeit, muss mit heutigen Mitteln nicht blockierend wirken. Die vielgeforderte (Kosten-)Transparenz hat leider auch einen Haken: Transparent heißt nun mal eben “durchsichtig” – man sieht bis auf den Boden der Tatsachen – ohne jegliche Abstraktion oder Zwischenebenen – es ist dann Aufgabe des Betrachters den “Fokus” der eigenen Brille richtig einzustellen, und das richtige Level der Abstraktion zu finden. Es war selten leichter als heute mit Unterstützung von Software diesen Fokus schnell (teilweise in Echtzeit) zu verändern: Aus der Summe einzeln aufgeschriebener Einzelschritte mit Personen und Stunden kann man für den ersten Überblick Summen bilden. Setzt man passende Werkzeuge und Strukturen ein, trägt jeder Aufgabe noch weitere Merkmale mit sich, nach denen man gruppieren / summieren kann, z.B. die Einordnung einer Aufgabe/Tätigkeit in ein Projekt, einen Fachbereich – der Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Die entsprechenden Strukturen zu schaffen und zu pflegen kommt leider nicht von allein und vielfach müssen diese auch in mehreren Schritten “ermittelt” werden. Auch hier darf in meinen Augen experimentiert werden, es muss nur klar kommuniziert werden, zu welchem Zweck die Daten benötigt werden und dass es ein Versuch ist, der auch fehlschlagen darf. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, und wenn der Versuch nicht zielführend ist, dann muss auch klar kommuniziert werden “das war gut gedacht, hat aber leider nicht so funktioniert”. Auch beachten muss man hier, dass Veränderungen ggf. etwas Zeit bedürfen und man nicht nach wenigen Tagen bereits sinnvolle Ergebnisse erwarten darf.

Soviel als Wort zum Freitag von einem controlling-geplagten und angenervten Arbeitnehmer.

Jahresrückblick 2015

Schon wieder kurz nach Weihnachten – allerhöchste Zeit das Jahr nochmal einmal zu betrachten bevor es zu Ende ist.

In gewisser Weise endet das Jahr ganz ähnlich wie es begonnen hat – ich bin mal wieder krank – zu Beginn des Jahres habe ich nach dem Ende der Elternzeit gleich die erstbesten grippalen Infekte von Arbeit mitgebracht. Weihnachten hat es mich wieder flach gelegt – ich hoffe nicht das es eine unschöne Tradition wird – auf den Ausflug in die Notaufnahme zu Heiligabend kann ich verzichten.
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So bitte nicht – Meetings und deren Dokumentation

In dieser Kategorie über das Arbeitsleben habe ich schon lange nichts mehr geschrieben, nicht weil es nichts gegeben hätte was mich mal wieder fuchst, sondern weil mir die Zeit gefehlt hat dazu mehr als nur einige wenige Stichworte nieder zu schreiben.

Aber worum es eigentlich geht: Es ist etwas ganz “reguläres”, das jeder Mitarbeiter in einem Team und vor allem im Büro-Bereich schon mitgemacht hat. Eine Besprechung mit Kollegen zu einem aktuellen oder gar mehreren aktuellen Punkten. Neudeutsch heißt das dann Meeting.

Ganz wichtig sind nach meiner Erfahrung mittlerweile klare Regeln, die man heute leider jedes mal mit in die Ankündigung schreiben muss: Bitte Handy ausschalten und den Laptop wenn möglich auch nicht mitbringen. Das mit dem Handy versteht sicherlich jeder der schon einmal derartige Teilnehmer erlebt hat, deren Handy dann während der Besprechung losging. In einzelnen Fällen kann das notwendig sein, in der Regel ist es aber absolut nicht notwendig für diese Zeit unbedingt erreichbar zu sein. Oftmals ist es besser, wenn man nicht erreichbar ist und dafür die Besprechnung schneller voran kommt – danach hat man dann ausreichend Zeit die aufgelaufenen Anrufe abzuarbeiten.

Der Laptop ist oftmals nicht das dienliche Instrument, sondern die Quelle von Störungen und Ablenkung. Noch schlimmer wenn man ein offizielles Treffen (also nicht nur die Abstimmung “ad-hoc”) bei einem Kollegen im Zimmer (oder gar beim Chef im Büro) macht. Der Fokus auf die eigentlichen Themen geht verloren, vielfach verliert man sich in Power-Point-Schlachten oder die Technik zickt mal wieder. Für einen Vortrag vor einenr großen Anzahl Menschen mag eine derarte Präsentation sinnvoll sein, um die Zuhörer zu begeistern und ggf. mit zu reißen. Aber seien wir einmal ehrlich: Müssen wir das um ein technisches oder organisatorisches Problem mit den Abteilungsmitgliedern zu lösen? Ich behaupte mal ganz kühn: In aller Regel nicht.

Daher: Besprechungen kurz halten soweit das möglich ist (ich mache meist nicht mehr als 90 Minuten, danach braucht jeder eine Pause und die Luft im Raum ist auch verbraucht). Um das zu erreichen braucht es Vorbereitung und zwar von allen Beteiligten – nichts schlimmer als wenn man einen oder mehrere Kollegen erst bei Adam und Eva abholen muss, die dann auch noch ihre Meinung bilden sollen/wollen/müssen. Also wenn möglich vorher schon eine Liste mit den notwendigen Punkten verteilen. Den Punkt “Vermischtes” am Ende nicht vergessen – da kann man dann Fragen die einfach so noch aufgetaucht sind klären.

Kein Meeting ist vollständig wenn am Ende wirklich nur verbrauchte Luft übrig bleibt. Dokumentation der Ergebnisse heißt das so schön. Auch hierbei kann man in meinen Augen leicht den Fehler machen und nach einer technischen Lösung in Form von Laptop und Co suchen. Das kann gut gehen, wenn man jemanden hat der schnell tippen und wesentliche Ergebnisse rasch in Stichworten zusammenfassen kann. Ich habe dazu reichlich Übungsmöglichkeiten gehabt bei verschiedenen Sitzungen in verschiedenen Vereinen. Wichtig ist dabei: Der Leiter der Runde darf nicht auch noch diese Aufgabe aufgebürdet bekommen. Das muss ein weiterer Kollege in der Sitzung übernehmen. Wobei in der Regel weniger Technik deutlich mehr bringt: Ich musste es leider viel zu oft erleben, dass man sich am Ende in Formulierungen oder Formatierungen verloren hat: Das ist das Problem wenn man “alles gleich fertig machen” will. Für mich selbst habe ich diese Erfahrung während der Studienzeit machen müssen: Das geht in der Regel nicht gut, oder es bedarf sehr sehr viel Übung und Konzentration. Daher mache ich mir meine Notizen am liebsten schnell und stichpunktartig auf Papier. Da ist es dann auch kein Problem mal eben schnell eine Skizze zu machen (jeder der einmal versucht hat mit dem Rechner schnell etwas zu skizzieren weiß wovon ich spreche…).

Noch besser geht es wenn man die Dokumentation auch tatsächlich als gemeinsames Werk erstellt – das geht mit ganz klassischen Mitteln sehr gut. Ich bevorzuge persönlich ein Whiteboard oder eine Tafel, aber auch Flip-Chart oder eine Korktafel mit Kärtchen kann sinnvoll sein. Ein wichtiger Aspekt ist: Alle sehen was der andere gerade niederschreibt oder zeichnet – Korrekturen oder Einwände sind dann recht schnell eingebracht – ggf. greift auch jemand zweites oder drittes zum Stift und ergänzt/korrigiert.

Nach Ende der Besprechung sollte man die Ergebnisse mitnehmen – entweder als Papiermitschrieb/Kopie oder dann tatsächlich technisch als kurzes Foto. Praktisch dabei: Je nachdem wie man es gerade für sinnvoll erachtet hat man entweder die einzelnen Entwicklungsschritte in der Diskussion mit dabei, oder nur die Ergebnisse – was benötigt wird, hängt ein wenig vom Sachverhalt und der Kultur des Unternehmens ab – leben kann man mit beidem.

Nun kommt noch ein weiterer Teil, den die meisten Personen absolut scheuen: Die Nachbereitung – dabei ist sie eigentlich das Wichtigste nach der Durchführung des Meetings. Der zuständige Mitarbeiter fasst anhand der Notizen/Bilder die Besprechung mit den Ergebnissen zusammen. Wer das macht ist theoretisch egal – vielfach bietet sich ein Round-Robin-Verfahren an: Jeder ist einmal an der Reihe. Wie schon beim Lernen in der Schule oder Hochschule, verfestigen sich durch die wiederholte Beschäftigung und Zusammenfassung die Ergebnisse, auch wird in der Regel klar festgelegt wer für welchen Punkt Verantwortung trägt und welche Aufgaben übernommen hat.

Schwierig wird es noch einmal bei der Form des Protokolls: Hier kann es Standards im Unternehmen oder auch bestimmte unterstützende Werkzeuge (Ticketing-Systeme, Tasklisten, etc.)  geben. Ich selbst arbeite hier mit verschiedenen Methoden. Handelt es sich um ein vollwertige Sitzung die auch protokolliert und archiviert werden muss (z.B. Vorstandssitzungen in einem Verein), dann ist eine vollständige textuelle Aufarbeitung meist unumgänglich. Bei informellen Besprechungen innerhalb der Abteilung reicht meist die kurze Zusammenfassung (ggf. mit Bildern) in einer e-mail. Von Anhängen sollte man hier eher die Finger lassen. Ich lese vielfach e-mails auf dem Smartphone, da sind Anhänge immer etwas schwierig, selbst wenn sie in einem portablen Format wie PDF daher kommen. Und auch im täglichen e-mail-Fluss sind Attachments eher unpraktisch – ich suche nach einer Notiz des letzten Meetings, bis ich das Attachment herunter geladen und mit der passenden Applikation geöffnet habe, vergeht jede Menge Zeit, zumal wenn ich die Notiz dann nicht gleich finde, sondern ggf. mehrere e-mails durchsuchen muss. Ist alles im e-mail-Body als Text komme ich dem Ganzen sehr einfach mit der Suchfunktion des e-mail-Programms bei.

Insgesamt zeigt sich mal wieder: Man muss nicht alles machen was technisch möglich ist, manchmal ist weniger mehr.