Von der Kunst der Vereinfachung

Abstrahieren und vereinfachen liegt in der Natur des Menschen. Wir alle haben es natürlich gerne wenn eine Aufgabe “leicht” zu bewältigen ist oder ein Sachverhalt “einfach zu begreifen” ist. Eine grundlegende Eigenschaft dabei ist es, dass wir Dinge “ausblenden” die für die aktuelle Aufgabe nicht relevant sind oder deren genaue Zusammenhänge wir nicht bis ins Detail verstanden haben müssen um die Aufgabe zu lösen oder den Sachverhalt zu verstehen. Oftmals reicht es auch aus, die Hintergründe einmal umfassend bearbeitet zu haben und dann mit den gewonnenen Erkenntnissen und ggf. auch Erfahrungen weiter zu arbeiten. Jeder der ein Kraftfahrzeug fährt, hat sich (hoffentlich) einmal mit der dahinter stehenden Physik beschäftigt – doppelte Geschwindigkeit vervierfacht die Energie usw. Das alles setzt ein geübter Fahrer zusammen mit ggf. weiteren Erfahrungswerten ein um sein Fahrzeug im Verkehr sicher zu führen.

Wir Menschen sind auch Meister darin immer mehr dieser Denkarbeit zu automatisieren und uns somit das Leben noch leichter zu machen. Waren die ersten Computer noch groß und nur mit dem notwendigen Fachwissen zu bedienen, so benutzen wir heute fast schon wie selbstverständlich ein Smartphone dessen technische Komplexität um mehrere Größenordnungen über den ersten Großrechnern oder gar Heim-PCs liegt. Durch den Einsatz von Technik und entsprechenden Schnittstelle (der Fachmann spricht vom User-Interface) kann heute jeder mit minimalen Vorkenntnissen ein Smartphone zumindest grundlegend bedienen. Natürlich gibt es auch weiterhin die PowerUser bzw. Spezialisten die nochmals mehr aus dem Gerät “herausholen” bzw. auch bei bestimmten Fehlerbildern Abhilfe schaffen können (oder zumindest einmal wissen wo man nachschlagen kann um ein Problem zu beheben). Continue reading

Urlaub Riedenburg 2020 – Tag 7-9

Nach der Radtour am Vortag und dem angekündigt sehr heißen Wetter machen wir einen faulen Tag am nahegelegenen Badesee St. Agatha – der ist sogar kostenfrei und dennoch herrlich erfrischend – natürlich muss für mich auch eine Querung des Sees schwimmender Weise sein, irgendwie muss man ja zusätzlich zu den wenigen Radkilometern bis an den See noch etwas machen. Am Abend mache ich dann noch ein wenig Materialpflege und reinige meinen Benzinkocher einmal grundlegend, da er in den letzten Tagen doch deutlich stärker angefangen hat zu rußen und es keinen Spaß macht jeden Abend die schwarze Schicht an den Töpfen wieder runter zu schrubben.

Der Samstag ist das genaue Gegenteil – es beginnt mit Nebel und deutlich geringeren Temperaturen – später kommt immer wieder ein Regenguß runter. Wir nutzen die Zeit schon einmal ein wenig vorab zu Packen und zu verladen was man bereits ins Auto packen kann. Tetris für Fortgeschrittene – aber es war ja auf dem Hinweg alles drin, also muss es auch für den Rückweg wieder passen. Zum Abendessen machen wir dann noch eine Fahrt nach Bad Abach bzw. Oberndorf – die Brauerei dort hat uns letztes Jahr sehr gut gefallen, daher essen wir dort nochmals, diesmal zum Abendessen. Es hat sich wenig geändert – die Portionen sind super reichlich und sehr lecker. Für mich gibt es wieder die halbe Haxe, nachdem das Tagesgericht leider schon ausverkauft ist.

Am Samstag heißt es dann auch schon wieder Abbauen und langsam gegen Heimat steuern – wir fahren ein wenig über Land durchs Altmühltal – Marion ist echt erstaunt wie nahe die Orte mit dem Auto doch beieinander liegen – mit dem Rad kommen einem die Strecken doch deutlich länger vor, auch wenn wir beim nächsten Mal Radtour definitiv kürzere Etappen pro Tag machen werden.

In Nürnberg machen wir noch den fast schon obligatorischen Halt – im Altstadthof will ich das gesammelte Leergut der Brauerei wieder abgegeben – für die Kinder ist Nürnberg übrigens mittlerweile fest verdrahtet mit “U-Bahn-Fahren” – wir haben von Süden kommend zwar nicht das Glück eine der automatisierten Linien zu nutzen, dafür gibt es zwischendrin einmal Bus-Ersatzverkehr aufgrund von Bauarbeiten. Auch der weitere Weg zum Altstadthof klappt nicht ganz so wie gedacht. Damit wir wenigstens ein Stück weit führerlose U-Bahn haben, fahren wir mit der U3 bis Friedrich-Ebert-Platz um von dort die Straßenbahn zu nutzen – leider ist auch da Baustelle – also laufen wir kuzerhand die eine verbliebene Station.

Das Essen und das Sommerbier sind wie immer absolut lecker und auch Marions Pechsträhne verfolgt uns weiter – es gibt wieder kein Bieramisu. Wir müssen es echt einmal drauf anlegen und frühzeitig zum Essen bei nicht ganz so sommerlichen Temperaturen vorbei schauen. Nach dem Essen gebe ich noch das Leergut ab und decke mich für die kommenden Monate wieder mit frischem Bier des Altstadthofs ein – damit das Tragen in Zukunft leichter wird, nehme ich diesmal auch einen Kasten mit und erweitere meine Flaschensammlung auf zwölf Stück. Das ist eine ganze Menge zum Schleppen wie ich feststellen muss, daher nehmen wir diesmal den nahegelegenen Bus und fahren mit diesem zurück in Richtung Langwasser – das gibt dann fast schon eine Sightseeing-Tour durch die verschiedenen Stadtteile und Sehenswürdigkeiten. Unter anderem kommen wir an jeder Menge bekannter Punkte der letztjährigen Radtour vorbei (einmal rund um das Frankenstadion bzw. um den Dutzenteich).

Die Heimfahrt ist dann recht schnell eingeläutet – rauf auf die A6 und immer gerade aus bis nach Hause. Dort ist natürlich noch das große Aufräumen und Abladen angesagt – das feuchte Zelt will getrocknet werden und die Wäsche einer Woche will auch vorsortiert sein, zudem die ganzen anderen Utensilien die an wieder an ihre Lagerorte geschafft werden müssen – in der Hoffnung, dass wir sie spätestens nächstes Jahr für einen neuerlichen Anlauf nach Schweden wieder herausholen können.

 

Urlaub Riedenburg 2020 – Tag 5&6

Für den Mittwoch planen wir auf alle Fälle den Besuch der Greifvogelschau auf der Rosenburg ein, da wir gemütlich in den Tag starten, reicht es uns nicht mehr zur 11 Uhr Vorstellung. Stattdessen nutzen wir die Chance einige verbliebene Einkäufe für den Rest der Woche zu erledigen. Während Mama durch den Supermarkt huscht, gibt es sogar etwas für die Kids zum Anschauen. Ein großer LKW mit Kran kommt vorbei um die auf dem Parkplatz stehenden Glascontainer zu leeren. Damit kann man wunderbar die Wartezeit überbrücken und ein wenig Technik zum Anschauen gibt es obendrein.

Die Zeit bis zum Mittag überbrücken wir dann mit einem Besuch am Klangweg entlang des Main-Donau-Kanals – hier können sich die beiden Jungs einmal so richtig austoben und nach Herzenslust Geräusche erzeugen – vom Wabbel/Blubberblech über einen musikalischen Doppel-T-Träger bis hin zu einer überdimensionalen Gebetsmühle (eine alte Wäschetrommel gefüllt mit einigen Steinen) gibt es allerlei zu erlauschen. Auch findet sich am Klangweg eine passende Bank fürs Mittagessen.

Derart gestärkt nehmen wir den Anstieg zur Rosenburg in Angriff. Direkt in Riedenburg geht es gleich einmal sehr steil die Burgstraße nach oben. Ich bin mit Anhänger und kleinstem Gang gut dabei – Marion und Glen bewältigen den ersten Abschnitt schiebend. Danach wird es erst mal ein Stück flacher und Glen kann mit Marion im Follow-Me (Nachläufer) ein gutes Stück der Steigung bezwingen bevor es wieder etwas steiler wird. Wir nehmen aufgrund der Steigung nicht den Fußgänger-Weg sondern die Fahrstraße, in der Hoffnung, dass diese etwas flacher ist. Als wir am Großparkplatz unterhalb der Burg ankommen, bin ich schweißgebadet, aber ich habe nicht absteigen müssen. Bleibt nur noch der letzte Anstieg bis zur Burg, der hat es nochmal in sich. Oben applaudieren dann einige Passanten, wie sich herausstellt stammen sie aus Norddeutschland und für sie wären derartig steile Berge überhaupt nicht mit dem Rad bezwingbar. Für mich war es nur anstrengend, aber nichts unmögliches – da gibt es andere Steigungen vor denen ich mit Anhänger dann doch kapitulieren musste. Continue reading

Urlaub in Riedenburg 2020 – Tag 3&4

Für heute steht die erste längere Ausfahrt mit dem Fahrrad auf dem Programm – wir nehmen uns vor bis Kehlheim und zurück zu fahren.
Ein erstes Aufwärmen gibt es schon vor dem Frühstück, gemeinsam mit Glen radle ich zum Bäcker um uns mit Brötchen und Croisants einzudecken.
Nach dem Frühstück geht es dann auf die Räder – Yann nimmt zu Beginn wieder das Laufrad. Der erste Stopp ist noch in Riedenburg am Spielplatz. Derzeit wird die Brücke über die Altmühl bzw. den Kanal saniert und ist daher gesperrt. So kommen wir in den Genuss die Südseite des Kanals in Richtung Kehlheim zu befahren.

Auch dieser Anteil ist gut ausgebaut und ausgeschildert – auch wenn Glen mit den kleinen Rädern auf dem Schotter ordentlich zu kämpfen hat. Zudem gibt es einige Steigungen – für einen Erwachsenen mit Gangschaltung allenfalls mit Anhänger eine Herausforderung aber auf einem kleinen Rad ohne Gangschaltung um so anstrengender.

Die Kirchturmuhr in Prunn schlägt gerade Mittag als wir gegenüber der imposanten Burg anhalten. Die Umleitung endet kurz danach, aber da wir ja ohnehin auf ähnlicher Strecke zurück müssen, bleiben wir auf der Südseite bis wir in Essing an Europas größerter Holzbrüke mit ihrer markannt geschwungenen Form die Seite wechseln. Befahren darf man die leider nicht, das wäre bei den vielen Bögen und Buckeln sicherlich lustig.

In Essing gibt es dieses Jahr kein Feuerwehrfest, daher kehren wir in einem der Gasthäuser ein, eigentlich recht gut gemacht, aber der Service ist nicht gerade von der flotten Sorte. So dauert es fast anderthalb Stunden bis wir etwas gegessen haben. Den weiteren Weg nach Kehlheim kippen wir angesichts der Uhrzeit – wir müssen ja auch noch zurück fahren und Glen hat den Anspruch auch noch weiter zu radeln.

So machen wir nur noch einen kurzen Abstecher an die Feuerwache, das bietet sich an, da man dort direkt auf den Radweg entlang des Kanals einfädeln kann. Auf nunmehr bekannter Strecke geht es in “gefühlt falscher” Richtung wieder gen Riedenburg. An der Holzbrücke ist Glen nach 15km so fertig, dass er dann doch ins Follow-Me möchte. Von nun ab geht es deutlich schneller voran, auch wieder vorbei unterhalb der Burg Prunn. Am Ortsrand von Riedenburg erledigen wir noch den Großteil der Einkäufe für die Woche, dabei holen wir auch noch ein Sortiment der zweiten lokalen Brauerei. Die andere liegt direkt am Eingang des Campingplatz und wir konnten bereits etwas verkosten – mal sehen wie die andere Brauerei sich schlägt.

Continue reading

Urlaub Riedenburg 2020 – Tag 1&2

Eigentlich hätte es dieses Jahr schon an Pfingsten nach Schweden gehen sollen, aber wie wir alle wissen war an Pfingsten dank Corona-Virus an Urlaub, noch dazu im Ausland gar nicht zu denken (vom Faktor des schwedischen Sonderwegs einmal ganz abgesehen). Damit wir wenigstens etwas Urlaub machen können hat es uns nun nach Riedenburg in Franken verschlagen. Im vergangenen Jahr sind wir hier mit dem Rad vorbei gekommen, angesichts unserer Rundtour und den damit verbundenen Etappen sind wir aber nicht dazu gekommen all zu viel zu besichtigen. Das wollen wir nun nachholen, in der Hoffnung, dass es diesmal ohne legendäre Regengüsse abgeht.

Die Anreise am Samstag verläuft recht unproblematisch, abgesehen davon dass wir fast noch sechs Stunden mit Vorbereiten und Packen zubringen, in der Woche vor dem Urlaub hat das diesmal nicht so recht reinpassen wollen. Die Strecke bis Nürnberg ist mir ja wohlbekannt und die restlichen Kilometer sind dann auch kein Hexenwerk mehr. Irgendwie hat das Wetter aber definitiv etwas dagegen, dass wir Urlaub in der Region machen. Bis ans Ortsschild in Riedenburg ist alles trocken, wir rollen auf den Campingplatz und es beginnt wie aus Eimern zu regnen – wir fühlen uns definitiv an den Schauer aus dem letzten Jahr bei Kehlheim erinnert. Ein Blick aufs Wetterradar zeigt: das ist wieder mal vollständig lokal.

Zeltaufbau ist auch schnell erledigt, auch wenn wir mit dem Auto natürlich deutlich mehr Material dabei haben als wenn wir eine mehrtätige Radtour machen. Was wir nicht mehr auf dem Schirm hatten ist der regionale Feiertag Maria-Himmelfahrt am 15.08. Noch Einkaufen können wir glatt vergessen, stattdessen landen wir recht spät noch im Fuchshof, einem etwas größeren Biergarten. Mit etwas Glück erhalten wir noch drei Portionen Currywurst mit Pommes, danach ist die Küche dann auch schon zu.

Der Sonntag beginnt entspannt aber auch etwas früh – die Kinder sind schon um kurz nach sieben Uhr hellwach und scheuchen die Eltern aus dem Schlafsack – zum Frühstück kratzen wir zusammen was wir noch an Vorräten dabei haben – allem voran Frischkäse in verschiedenen Sorten, Brot und ein wenig Wurst. Immerhin springt mein seit Jahren nicht genutzter Bezinkocher auf Anhieb wie gewünscht an und es gibt immerhin einen Kaffee bzw. Tee zum Frühstück.

Wir lassen es danach ruhig angehen, die Kids dürfen sich auf dem Spielplatz austoben und der Abwasch will auch noch erledigt sein – natürlich alles mit Maske, Abstand und Anstehen. Die Maske habe ich mittlerweile fest in einer meiner zusätzlichen Hosentaschen, so häufig benötigt man sie. So richtig Urlaub und Entspannung will da nicht aufkommen. Kurz nach Mittag fahren wir dann mit den Rädern los in Richtung Sommerrodelbahn. Die kennen wir schon aber dieses Jahr ist das Wetter besser und auch Yann darf mitfahren. Der legt auch gleich mal kräftig vor und will mit dem Laufrad fahren anstelle im Anhänger gefahren zu werden. Er hält das auch bemerkenswert lange durch – erst nach etwas mehr als zwei Kilometern will er dann nicht mehr und steigt freiwillig in den Fahrradhänger.

An der Rodelbahn ist es doch recht voll, aber zumindest in den Randbereichen der Aufenthaltsflächen ist es erträglich vom Gedränge her. Zum Essen, für Getränke und natürlich zum Rodeln muss man sich jedesmal anstelle – natürlich auch alles wieder mit Mund-Nasenbedeckung. Mit einem Fünferpaket kommt jeder einmal mit jedem Elternteil zum Zug und eine Bonusfahrt für Glen und Papa ist mit drin. Zudem tobt sich der Nachwuchs auf dem Matsch-Spielplatz aus bevor es wieder in Richtung Zeltplatz geht.

Da wir zum Mittagessen mal wieder Pommes und frittiertes hatten, gibt es zum Abendessen nochmals etwas kalorienreduzierte Kost – wir haben immer noch Frischkäse und Brot übrig. Gut dass am Montag die Supermärkte wieder auf haben. Etwas schwieriger als erwartet gestaltet es sich, den Nachwuchs ins Bett zu bekommen, das zieht sich dann doch fast noch eine Stunde nach dem Zähneputzen hin und ist alles andere als Entspannung im Urlaub.

Domain Name Server mit PowerDNS – Schritt 1 – Konzept, Netzwerk und Authorative Server

Nachdem ich ja schon einiges in der letzten Zeit über DNS und Co geschrieben habe, geht es diesmal um eine konkrete Umsetzung. Lange Zeit habe ich schon einen eigenen DNS-Server betrieben, damals noch mit BIND. Mit den letzten Serverumzügen habe ich das dann der Einfachheit halber meinem Hosting-Anbieter überlassen (das richte ich ein, wenn der Rest läuft …). Wie das mit aufgeschobenen Aufgaben so ist, irgendwann wird der Status Quo zu einen “Dauerorium” (die verstetigte Version eines Provisoriums).

Nun wollte ich es endlich angehen, und dabei auch einige zusätzliche Funktionen nachzurüsten. Unter anderem einen eigenen Ipv6 fähigen DynDNS-Service. Nach etwas Recherche stand ein grober Plan:

  • PowerDNS mit MySQL Backend
  • MySQL Server (läuft bereits, bekommt nur ein zusätzliches Schema)
  • Ein (Dyn)DNS-Frontend zur einfacheren Verwaltung und als HTTP(s) Schnittstelle zum Updaten
  • Microservice-Ansatz für die Einzelteile mit Docker als Paravirtualisierung
  • soweit möglich alles nativ in IPv6

Continue reading

Grundlagen zum Domain Name Service

Wie ich beim Schreiben meiner Artikel gemerkt habe, ist es sinnvoll gewisse Grundlagen einmal abzuspalten, um darauf verweisen zu können. Ich werde daher immer einmal wieder den ein oder anderen Grundlagen-Artikel hier zusammenschreiben, der im ersten Moment vielleicht etwas aus dem Zusammenhang gerissen scheint, aber ggf. wertvolle Informationen für alle Einsteiger enthält oder auch dem ein oder anderen Erfahrenen als Auffrischung dienen kann. Ich versuche das möglichst prägnant und wo immer möglich an Beispielen zu beschreiben.

In diesem Artikel geht es im um das Domain Name System – das Konstrukt welches zu Arbeit am Rechner etwas leichter macht, da sich das menschliche Gehirn in der Regel Namen besser merken kann als Zahlenfolgen.

Der langjährige Standard für DNS-Server im Unix und Linux-Umfeld ist der BIND-Daemon und so ziemlich jeder der sich schon einmal mit DNS-Namen hat etwas eingehender beschäftigen dürfen (oder müssen), der weiß, dass die Syntax der Config-Files nicht gerade in die Kategorie “leicht verdaulich” fällt. Zudem war BIND immer mal wieder ein Sorgenkind wenn es um Sicherheitslücken ging. Sehr verständlich, dass sich viele Website-Betreiber da lieber auf einen Hoster verlassen der das schon für sie regeln wird. Für mich auch lange ein valider Weg, aber eben auch einer mit Einschränkungen.

Continue reading

Datenbankversionierung – Vor- und Nachteile bestimmter Praktiken

Gerade hatte ich mal wieder ein Schlüsselerlebnis in meiner Programmierung. In diesem Fall gab es ein Kollision mit YAML (YAML Ain’t Markup Language) – ich spreche explizit von Kollision, denn meine Erfahrung ist für den verwendeten Anwendungsfall einfach nur schlecht bzw. ich sehe leider aktuell einige Nachteile.

Datenbank-Schemata versionieren

Zur Versionierung von Datenbank-Änderungen bzw. um den Weg von einer “leeren” Datenbank bis hin zum aktuellen Stand der Entwicklung zu beschreiben verwendet man in der Regel entsprechende Tools wie Liquibase oder Flyway. Das Prinzip ist im Prinzip immer das Gleiche – mit ein wenig “Rahmenwerk” drum herum steuert man die Ausführung der Datenbank-Statements. Dabei kann man auf verschiedene Szenarien eingehen, einer der häufigst genannten ist, dass man ein Produkt mit verschiedenen Datenbank-Servern laufen lassen kann. Das ist beispielsweise wichtig wenn man Software an Firmen (seltener private Anwender) ausliefert, sich aber darauf einstellen muss, dass dort nicht unbedingt die aktuelle Version von MySQL läuft sondern eben im Zweifel auch ein PostgreSQL oder eine andere (kommerzielle) Datenbank wie Oracle. Continue reading

Rheintalquerung 2020

Es ist schon wieder Februar – die Laufsaison hat für mich ja bereits in Rodgau begonnen. Immer gegen Ende Februar steht hingegen ein interessantes und primär unterhaltsames Langstreckentraining auf dem Plan: Von Leutershausen an der Bergstraße nach Bad Dürkheim an der Weinstraße. Ganz ohne Wettkampfambitionen treffen sich hierzu Mitglieder verschiedenster Vereine aus der Region zum gemeinsamen Lauf über rund 42km.

In diesem Jahr haben wir etwas geänderte Bedingungen, anstelle eines Transporters nehmen wir zwei getrennte PKW zum Transport des Equipments nach Bad Dürkheim bzw. an die geplanten Pausenstopps entlang der Strecke. Marion samt Kindern fährt den umfunktionierten Familienbomber an die verschiedenen Punkte. In diesem Jahr sind es vergleichsweise weniger Läufer, wir hatten zwei mögliche Termine und die Aufteilung verlief nahezu 50:50 – kaum jemand der an beiden Terminen konnte (mich eingeschlossen, denn ich plane ja am Eco-Trail in Paris teilzunehmen.

Continue reading

Container und IPv6 – Basics zum Verständnis / Netzwerkzuschnitt

In diesem Beitrag erläutere ich erst einmal die grundlegenden Probleme welche sich beim Einsatz von Container-Lösungen im Netzwerk ergeben und wie man sie sinnvoller Weise technisch lösen kann. Schlüssel hierfür ist die Verwendung von IPv6 anstelle von IPv4. In einem weiteren Artikel beschreibe ich dann die konkrete Umsetzung. Wer sich mit IPv6 und Containern bereits sicher fühlt kann diesen Artikel ggf. überspringen.

Container sind der aktuelle Stand der Technik was die Auslieferung und die Laufzeitumgebung für Serversoftware betrifft. Die Para-Virtualisierung löst einige Probleme die man typischer Weise hatte, unter anderem das Alles-oder-Nichts-Problem, wenn es darum geht Systemsoftware zu aktualisieren. Mit jedem größeren Versionssprung gibt es die Gefahr, dass bestimmte Teile des eigenen Codes nicht mehr laufen. Aktuell gibt es immer noch genügend Projekte und Software welche auf ältere (um nicht zu sagen teilweise uralte) Versionen von PHP angewiesen sind um zu funktionieren. Mit dem Versionssprung von 5.x nach 7.0 sind einige Altlasten und Funktionen über Bord geworfen worden, unter anderem auch der gesamte Stack für die MySQL-Anbindung, was einigen Anwendungen dann doch das Genick bricht. Häufig stand man nun vor dem Problem, für einen Teil des gehosteten Angebots die Version anheben zu wollen, aber die Altlasten müsste man dafür erst einmal auf Stand bringen. Das ist nicht immer ohne weiteres möglich. Mit Containern schafft man sich hier ggf. kleinere Services mit jeweils ihrer maßgeschneiderten Umgebung – inklusive abgeschottetem Datenbankserver, den sich nicht mehr alle Angebote teilen müssen (über die Vor- und Nachteile von Datenbanken in Containern kann man einen eigenen Artikel schreiben).

Continue reading