Jahresrückblick 2025

Das ging jetzt doch wieder fix: Herbstlauf, Vereinszeitschrift und schon ist Weihnachten auch vorbei. Allerhöchste Zeit das Jahr nochmal anzuschauen, was denn so alles gelaufen ist bzw. was ich gelaufen bin, im Wahrsten Sinne des Wortes.

Januar

Mit dem neuen Jahr war auch wieder einmal ein Aufenthalt bei meinem Arbeitgeber in Berlin fällig. Nach verschiedenen und sehr unterschiedlichen Berichten habe ich mich auf das Abenteuer Flixtrain eingelassen und bin positiv überrascht worden. Definitiv das Ryan Air der Schiene hinsichtlich Preis und Komfort aber für die Strecke bis Berlin definitiv erträglich – besser als mit dem eigenen Auto. Außerdem habe ich meine Runden in Rodgau aus 2024 nachgeholt, die sind damals ja zu Gunsten des Ultras in Angkor Wat ausgefallen.

Februar

Eher eine Formalität, aber auch wieder einmal fällig, diesmal im Februar: Die Verlängerung meines LKW-Führerscheins. Alles kein Problem: Sehvermögen und Hörvermögen noch immer absolut im ausreichenden Rahmen, von daher erst einmal deutliche Entspannung. Da ich schon ans Rundenlaufen gewöhnt war, bin ich auch wieder ein Weiher bei HaWei50 dabei gewesen. Diesmal sogar ein ganz besonderes Event, denn das Event wurde auch als Austragung der deutschen Meisterschaft über 50km genutzt. Wahnsinn was da an Tempo geboten wurde. Auch habe ich dort die ersten Hinweise auf den Ultra-Trail Pfälzer Weinsteig gesehen, allerdings war mir der da noch deutlich zu aufwändig mit 170km und 6000hm – noch dazu nur eine Woche vor dem Herbstlauf bei dem ich mittlerweile Hauptorganisator bin.

März

Laufmäßig ging es direkt eine Woche nach der deutschen Meisterschaft denn auch direkt weiter – diesmal nicht im Kreis und mehrere Runden sondern Punkt zu Punkt. Die bereits lange Jahre existierende Rheintalquerung ging in die nächste Ausführung. Auch hier bin ich mittlerweile in der Organisation tätig und werde durch meine Familie tatkräftig unterstützt, ebenso unterstützt mich der LT Hemsbach bei der Durchführung. Insgesamt waren somit drei Kalendermonate verstrichen und bereits drei Male ein Marathon bzw. Ultra-Marathon bewältigt.

Auch bereits zum wiederholten Male war ich beim Mittelaltermarkt in Mannheim mit dabei – auch wieder ein sehr schönes verlängertes Wochenende. Auch war ich nochmals in Berlin – eigentlich hatten wir das als Elternurlaub zu zweit geplant – das hat nur zur Hälfte geklappt – Marion ist dann Hals über Kopf zurück bzw. sogar bis ins Elsass gefahren, da einer der Sohnemänner sich eine ordentliche Erkältung mit Fieber und allem was dazu gehört eingefangen hatte. So hat Marion das erste Mal Kontakt mit Flixxtrain gemacht und ich habe lernen dürfen wie unpraktisch es mit einem Auto in Berlin unterwegs zu sein und auch wie lange sich die Strecke bis nach Hause ggf. ziehen kann. Wichtige Erkenntnis: Mit der Bahn ist es deutlich weniger Stress und vor Ort benötigt man in der Großstadt definitiv kein Auto (eher schon ein Fahrrad).

April

Ein wenig hat mich das Rennfieber wohl dann doch gepackt und nach drei Läufen in drei Monaten kann man den vierten im vierten Monat dann wohl doch nicht weglassen. Meine Wahl ist auf den Donnersbergtrail gefallen, zusammen mit einem Großteil meiner Ultra-Laufgruppe mit der ich wenn immer es irgendwie in den Plan passt trainiere – leider passt es so selten, aber wenn sind die Einheiten immer schön.

Zudem gab es auch wieder einige Ereignisse hinsichtlich meines Sportvereins – teils Routine wie die Mitgliederversammlung, aber auch ein ungeplantes und trauriges Ereignis: Eines unserer langjährigen Mitglieder, Siegfried Diehl, ist für immer von uns gegangen – auch das eine Aufgabe die als Vorstandsmitglied mit dazu gehört. Besonders betrifft mich dieses, da Siegfried vor über 30 Jahren den ersten Herbstlauf veranstaltet hat, der nunmehr in meiner Verantwortung liegt.

Mai

Der Mai ist bei mir schon ein klassischer Laufmonat – von den Temperaturen her ist es meist angenehm und so liegen doch recht viele Veranstaltungen in diesem Monat. Für mich gab es derer dann gleich drei Stück. Den Auftakt bildete der Weltkurerbelauf in Bamberg, wie üblich mit einem Wiedersehen der Laufkollegen von Helgas Lauffreunde – jener kleinen Betriebssportgruppe mit denen meine Lauferei in Jahr 2007 ihren Anfang genommen hat. Mit dabei natürlich auch wieder die ganze Familie für ein verlängertes Wochenende – für den großen der Sohnemänner ging es diesmal über 4,4km, bevor ich beim Halbmarathon an der Reihe war. Mit dem Streckenbesuch bekommt man am Tag dann glatt noch mehr Kilometer hin als nur den reinen Lauf über 21,1km.

Da der Weltkulturerbelauf aber eben nur ein Halbmarathon war, passte er natürlich eher als Training denn als wertbarer Lauf in meine Serie und so bin ich zum Serienlauf in Mainz gefahren. Eigentlich wollte ich das mit der Bahn bewältigen, aber die fuhr dann nur bis Mannheim – in einer Hauruck-Aktion bin ich dann doch mit dem Auto just-in-time zum Start gefahren. Der Lauf an und für sich gehört zu den vielen kleinen Läufen die kein großes Brimborium drum herum haben sondern einfach nur eine Gruppe die sich trifft um dann Kilometer abzuspulen. Ich mag diese Art von Läufen ganz gerne, denn es sind Veranstaltungen von Läufern für Läufer – und auch preislich sind diese ein absoluter Geheimtipp: Wer wie ich schon lange auf den Ultrastrecken unterwegs ist, hat genügend Erfahrung und kann auf gesperrte Strecken und Ähnliches gut verzichten. So günstig kommt man in der Regel nicht an einen Lauf heran, und ganz häufig sind diese dann auch noch wertungsfähig bei der DUV.

Den Abschluss in Sachen Laufen bildete dann die Teilnahme am Firmenlauf, diesmal natürlich in Berlin – etwas ungewohnt für mich: Die Strecke ist flach und hat nur 5,2km – da muss man schon richtig Gas geben – immerhin firmenintern hat es für Platz eins gereicht.

Juni

Der Juni stand eher im Fokus des Mittelalters – gleich auf zwei Märkte sind wir mit der Familie gefahren. In Freinfels nur als Tagesgäste (inklusive Abreise bei aufziehendem Starkregen und Gewitter). Nur anderthalb Wochen später waren wir dann auch als Helfer wieder mit dabei beim Lager in Obermoschel. Dort gab es ein besonderes Event: Vor dem eigentlichen Markt wurde für Schulen und Kindergärten etwas besonderes organisiert: Jeweils im Grupenverband ging es zu verschiedenen Mitmach und Erklärstationen auf der Burgwiese. Eine sehr schöne Aktion die auch ein großes Echo erfahren hat. Für die Familie ging es dann schon etwas früher weiter gen Köln, dort haben wir auf Wunsch unseres Nachwuchs einen tollen Tag im Rutschenparadies verbracht, zudem natürlich eine kurze Stadtbesichtigung.

Natürlich konnte ich auch das Laufen nicht sein lassen – immerhin Lauf Nummer sechs im sechsten Monat. Diesmal ein bereits bekannter Lauf in bekannter Umgebung – der Metropolmarathon von Nürnberg nach Fürth. Es ging vorbei ein vielen mir wohlvertrauten Punkten rund um die fränkischen Metropolen. Für Helga war der Lauf leider nicht von Erfolg gekrönt, sie hat sich kurz nach der Kaiserburg doch erheblich verletzt und musste das Rennen abbrechen. Sehr ärgerlich, aber der Lauf war auch so eine echte Herausforderung: Es war einfach nur noch brutal warm – immerhin standen auf den letzten Kilometern dann jede Menge Kühlmöglichkeiten seitens der Feuerwehr bereit.

Juli

Man ahnt es schon: Nun wollte ich die Serie des Laufens nicht mehr abreißen lassen. Allerdings ging das nicht ganz ohne Terminkollision: So war ich nachmittags noch Helfer beim Römerman in Ladenburg an der Laufstrecke, nur um direkt im Anschluss die Fahrt nach Bretten anzutreten um dort bei Bretten Night52 mitzulaufen. Angesichts der hohen Tagestemperaturen keine schlechte Entscheidung in den Abend bzw. die Nacht hinein zu laufen. Der Lauf hat durchaus seinen Reiz, aber auch seine Längen und Höhenmeter. Dank einer kleinen Truppe ging es nach einem Hänger dann doch bis ins Ziel ganz gut, noch dazu deutlich flotter als ich es gedacht hatte. Fast schon nebenher habe ich beim Schulfest mitgeholfen und am Ende des Monats waren wir mit der Familie noch in Karlsruhe beim Fest zum Auftritt von Faithless.

August

Dieses Mal war es wieder ein kleiner aber sehr feiner Lauf (wenn auch nicht kurz): Ich habe am Geburtstagsultra in Otzberg teilgenommen. Sehr gut organisiert und bei schönem Wetter – dank vieler Waldabschnitte aber keine durchgängige Hitzeschlacht wie beim Metropol-Marathon.

Auch gab es einen weiteren Abschied: Nach über zwanzig Jahren hatte mein treues erstes Fahrzeug den Zustand des wirtschaftlichen Totalschadens mehr als überschritten – schweren Herzens habe ich von ihm getrennt, eine Reparatur wäre absolut nicht in Relation gestanden und zum selbst machen fehlt mir schlichtweg die Ausrüstung als auch die Zeit.

Erfreulicher war da der Beginn der Sommerferien, diesmal sind wir wieder in Frankreich unterwegs gewesen. Neben einem Besuch im Futuroscope haben wir auch einige andere Dinge auf dem Weg an die Atlantikküste besichtigt, unter anderem das gut versteckte Ende der weniger bekannten Aerotrain-Versuchsstrecke. Auf der Île d’Oleron waren wir viel mit dem Rad unterwegs und haben im Zelt auch erfolgreich einem heftigen Sturm getrotzt.

September

Beinahe wäre meine Serie abgerissen: Eigentlich hatte ich mit dem Medoc-Marathon geplant und darum herum auch den Urlaub organisiert. Allerdings war die Auslosung der Startnummern alles andere als machbar, zumindest nicht wenn man tagsüber arbeiten muss. Auch eine kurzfristige Anmeldung oder Ummeldung war nicht vorgesehen. Das ist insgesamt sehr schade, aber nicht zu ändern. Den Urlaub haben wir uns dann aber nicht verderben lassen. Immerhin habe ich es dann doch noch geschafft einige Kilometer vom Campingplatz aus auf der Halbinsel vor Bordeaux zu laufen. Eine Besichtigung der Stadt haben wir diesmal auch geschafft, die ist sehr schön anzuschauen, auch wenn die ÖPNV-Tarife für Tagestouristen noch deutlich Luft nach oben haben. Sehenswert ist der alte Hangar-Bereich „Darwin“, besonders eindrucksvoll und noch dazu sehr günstig ist als ÖPNV-Nutzer das Wassertaxi. Wie wir erfahren haben, gab es lange Zeit noch nicht einmal eine Brücke – die hat erst Napoleon in Auftrag geben müssen.

Als Ersatz für den Lauf in Frankreich habe ich mich dann flugs noch für den Baden-Marathon in Karlsruhe angemeldet – immerhin diesmal nur mit dem Ziel „Ankommen“ angesichts des geringen Trainings im Urlaub und es gab diesmal ja auch keinen Bedarf für eine Qualifikation für den 2 Ocean in Südafrika.

Oktober

Mit dem Oktober beginnt der Herbst und somit hatte ich auch nochmal alle Hände voll zu tun für den Herbstlauf. Dennoch bin ich auch selbst noch gelaufen: Nachdem der Veranstalter des Weinsteigs ein Einsehen hatte, dass 170km für manche Läufer einfach doch etwas zu viel sein könnten, gab es das Angebot des Tiny-Weinsteig – da konnte ich einfach nicht widerstehen. Ein sehr schöner Lauf durch den Pfälzer Wald – mit ordentlich Höhenmetern und sehr schönen Ausblicken. Tobias und Norbert waren über die Gesamtstrecke gestartet – Tobias habe ich wider Erwarten kurz vor Bad Dürkheim eingeholt und überholt. Norbert war nur etwa eine Viertelstunde vor mir im Ziel in Bockenheim angekommen. Der Herbstlauf war wie jedes Jahr ein organisatorischer Kraftakt, aber dank zahlreicher Helfer und Unterstützer ist er sogar mit einem neuen Teilnehmerrekord zu Ende gegangen. Wie üblich gab es einiges Neues und vieles davon hat die Feuertaufe erfolgreich bestanden.

Einige werden es bemerkt haben: Ich war in diesem Jahr nicht beim Stadtlauf in Nürnberg – diese Serie ist somit nun definitiv gebrochen, nachdem sie während der Pandemie schon eine Zwangspause hatte. Hintergrund ist, dass der Lauf nicht mehr wie gewohnt am 3. Oktober stattfindet, sondern jetzt Ende Oktober liegt. Zudem sind die Preise derart in die Höhe gestiegen, dass es für mich für 21km nicht mehr attraktiv ist – bei einigen der Ultraveranstaltungen bekomme ich für nur wenig mehr Startgeld deutlich mehr Kilometer, eine wesentlich anspruchsvollere und auch schönere Strecke. Teilweise ist das Startgeld sogar deutlich geringer. Wenn die Laufveranstalter hier attraktiv bleiben wollen, so muss man sagen: es mus vor allem preislich wieder im Rahmen bleiben, aktuell sind viele große Veranstaltungen nur noch groß und teuer. Bei einigen Events ist der Mythos mit Sicherheit gerechtfertigt, bei anderen muss ich leider sagen: ich gebe mein Geld lieber bei einem kleineren Lauf aus, der dem veranstaltenden Verein zu Gute kommt als bei einem großen kommerziellen Veranstalter. Das heißt explizit nicht, dass die großen Läufe schlecht gemacht bzw. organisiert sind. Angesichts meines Trends zu den extralangen Kanten sind die Starterfelder auch entsprechend kleiner und erlesener.

November

Kaum war der Herbstlauf vorüber ging es auch schon an die nächste Vereinsaufgabe, wie in jedem Jahr folgte auf den Herbstlauf die Redaktion der Vereinszeitschrift – weniger körperlich fordernd aber doch ganz schnell ein Zeitfresser der für lange Abend vor dem Rechner sorgt, bis dann endlich alle Berichte eingetroffen sind und das Layout in trockenen Tüchern ist.

Noch dazu habe ich natürlich einen Lauf gebraucht – mittlerweile hatte ich mir die 12 Monate mit 12 Läufen in den Kopf gesetzt – und wegen zwei Events sollte es nun nicht mehr scheitern. Da die Läufe in der Region (und auch in Otzberg) leider alle schon ausgebucht waren, bin ich doch noch zu einem Lauf in Frankreich gekommen. Auch in einer Weinregion, auch im Premium-Segment – es ging einmal durch das Herz der Champagne beim Sparnatrail. Der Lauf hat es durchaus in sich: nur 56km lang, aber sehr viele und vor allem sehr stark konzentrierte Höhenmeter. Noch dazu gilt in Frankreich: Wo Trail draufsteht ist auch definitiv Trail drin – und wir reden da nicht von ausgelatschten Wanderwegen wie man sie in Deutschland findet: Singletrails bei denen man bis zum Knöchel im Matsch steckt und Wegabschnitte bei denen man nur anhand der Markierung und des GPS-Tracks noch sicher ist, dass man richtig ist. Prädikat: Sehr rustikal, sehr anstrengend aber auch sehr schön. Auch die Finisher-Prämie ist mit einer Flasche Champus nicht von schlechten Eltern. Allerdings habe ich auch gemerkt, dass mein Training nicht das Gelbe vom Ei war: deutlich zu wenig Kilometer aber eben nicht zu ändern.

Anstelle des Stadtlaufs habe ich eine andere Tradition wieder aufleben lassen und war seit zehn Jahren einmal wieder mit Christian, einem Freund aus Schulzeiten, zum Weihnachtsmarkt in Nürnberg und Umgebung. Es hat sich doch einiges geändert seitdem wir das vor über zehn Jahren zum ersten Mal gemacht haben, einiges ist aber auch unverändert geblieben. Es hat mir endlich einmal gereicht auch die Ausstellung zu den Nürnberger Prozessen zu besichtigen, das hatte ich trotz zwei Praxissemestern und teilweise weniger als einen Kilometer von der Haustüre entfernt nie geschafft.

Dezember

Mit viel Schwung geht es in den Dezember, ganz klar geprägt von zahlreichen Weihnachtsfeiern der verschiedenen Gruppen in denen ich mitwirke. Noch dazu der erste Weihnachtsmarkt an der weiterführenden Schule für den großen Sohnemann. Auch mittlerweile schon Tradition ist der Ehrenamtstag im Kino seitens der Stadt Mannheim und der abendlichen Fackelwanderung von Feudenheim zum Sportverein.

In diesem Jahr habe ich zudem einen größeren Teil der Vereinszeitschrift angesichts der hohen Portokosten selbst ausgefahren – auch eine Form des Trainings – ich war nicht schlecht erstaunt: Bei „einmal schnell verteilen fahren“ sind 65 Kilometer Radfahren abgefallen. Ob ich das nächstes Jahr nochmal machen möchte, bin ich mir nicht sicher.

Fast zum Abschluss des Jahres habe ich dann auch meine persönliche Challenge abgeschlossen und den 12 Marathon oder Ultra-Marathon für das Jahr 2025 absolviert. Dazu habe ich am Grüntal-Ultra in Freudenstadt teilgenommen. Das Abenteuer 12×12 werde ich aber der Familie zu Liebe so schnell nicht wiederholen, es war doch stellenweise etwas aufreibend für all die Läufe irgendwie einen Platz im Kalender zu finden.

 

 

 

Grüntal Ultra – Freudenstadt

Einen letzten Wettkampf galt es noch vor Jahresfrist unterzubringen, um meine Challenge 12 Monate, 12x Marathon oder mehr zu vervollständigen. Da die Läufe im Dezember etwas spärlich gesät sind, habe ich mich frühzeitig um den Grüntal-Ultra bemüht. Dieser findet am 28.12. statt. Leider kollidiert das mit einem Geburtstag in der Familie (aber manchmal muss man Entscheidungen treffen). So bin ich mit der ganzen Familie nach Weihnachten nach Freudenstadt gefahren. Für die Familie gibt es einen Tag im dortigen Panoramabad und ich stoße hinterher zum Duschen und Erholen dazu. Der Grüntal-Ultra ist ein sehr kleiner Lauf, gestartet wird daher direkt beim Organisator, Thomas. Start und Ziel befinden sich bei ihm im Hof, dort muss man auch nach jeder Runde vorbei zur manuellen Zeitnahme. Die Abholung der Unterlagen ist dann auch etwas ungewohnt, fast schon direkt im Wohnzimmer bzw. im Partykeller. Dort gibt es auch noch ein Abendessen für die ganze Familie: Noch so ein Vorteil von sehr kleinen und privat organisierten Läufen: Die Flexibilität ist deutlich größer. Es hätte sogar die Möglichkeit zur Übernachtung gegeben, aber wir sind dann doch in einer Ferienwohnung untergekommen. Leider kam das Angebot vom Otzberg für den 21.12. dann etwas zu kurzfristig, das wäre ohne Kollision möglich gewesen – so war aber eben schon alles gebucht und vorbereitet.

Der Start ist morgens um 8h und es gibt vorher noch die Möglichkeit zum Frühstücken. Daher bin ich recht früh schon unterwegs – es ist bitterkalt und der Morgen beginnt somit mit einer Gymnastik-Übung am Familien-Van: einmal die Scheiben enteisen. Das Thermometer zeigt -5°C an, als ich losfahre und je näher ich dem Start komme, um so kälter wird es, beim Aussteigen sind es -7°C. Entsprechend dick bin ich eingepackt – wobei meine Multifunktions-Fleece-Jacke selbst bei diesen Temperaturen so angenehm warm ist, dass ich darunter ein T-Shirt tragen kann. Auf dem Weg läuft im Radio Ofenbach mit Overdrive, ein Lied das mich bereits zu meinem Lauf in Angkor Wat begleitet hat – der Tag kann also eigentlich nur gut werden.

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Docker und IPv6 – es wird endlich besser

Ich habe ja schon einige Berichte und auch einige GitHub-Kommentare zum Thema Docker und IPv6 verfasst. Die meisten davon waren durch die Enttäuschung geprägt, dass eine eigentlich sehr moderne Virtualisierungslösung seit mehr als zehn Jahren in Sachen moderner Netzwerk-Protokolle und Verwaltung nur sehr langsam zu Potte kam. Die Unterstützung von IPv6 war lange Zeit rudimentär bis stiefmütterlich.

Zur kurzen Einordnung: Per default setzt Docker (noch immer) auf das IPv4-Protokoll, dessen Grenzen hinsichtlich der weltweit verfügbaren Adressen mittlerweile erreicht bzw. sogar überschritten sind. Angesichts der Tatsache, dass Docker im Jahr 2013 gegründet wurde und um 2015 herum langsam an Popularität gewonnen hat, war es doch sehr verwunderlich, dass von Haus aus erst einmal nur das alte IPv4 unterstützt wurde. Immerhin automatisierte Docker an dieser Stelle bereits einiges an Firewall und Forwarding-Regeln. Aber auch automatisierte Workarounds sind und bleiben Workarounds: In die Presche hinein gesprungen sind dann unter anderem Reverse Proxies wie z.B. Traefik, um das Problem zu lösen dass man einen Port (für HTTP 80, für HTTPS 443) pro IP-Adresse immer nur einmal verwenden kann. HTTP an dieser Stelle schon seit Jahrzehnten Virtual Hosts, eingesetzt habe ich das bereits zu Schulzeiten für den Schulserver (damals noch ein Apache 2.2.x) – mit SNI kam für HTTPS dann auch ca. 2009 verbreitet auf, mittlerweile ist es erprobt und stabil.

Aber wie gesagt, all die Workarounds sind mit IPv6 nicht mehr notwendig, das neue Protokoll bietet IP-Adressen in einer Fülle die wohl wahrlich bis ins nächste Jahrhundert ausreichen sollte – bis dahin hat man dann hoffentlich aus der schleppenden Umstellung gelernt und es wird mit IPv7 (oder dann doch gleich IPv8) dann einfacher mit der Umstellung. Selbst in der Standard-Ausführung bekommt man in der Regel 64 Bit Adressraum zur freien Verfügung, ggf. auch noch etwas mehr. Continue reading

Sparnatrail in Épernay

Eigentlich hatte ich für meine Laufserie „jeden Kalendermonat mindestens einen Marathon“ eine Teilnahme am Otzberger Heidelberg eingeplant. Leider war der schon ausgebucht. Auf der Suche nach einem Marathon oder Ultra im November bin ich dann auf den Sparnatrail gestoßen. Immerhin hatte ich ja ohnehin einen Lauf in Frankreich eingeplant, auch wenn es dann im Médoc nicht geklappt hat. Nun also statt Rotwein aus dem Médoc eben einen Sparkling aus der Königsklasse: Épernay bezeichnet sich nicht ohne Grund als Hauptstadt des Champagners. Was leider schon bei der Ausschreibung klar wird: So bunt und spaßig wie im Médoc wird es nicht, es gibt auch keine Versorgungen mit Champagner. Immerhin gibt es eine Flasche für erfolgreiche Finisher.

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Tiny Ultra Trail Weinsteig

Bereits beim Start in Weiher dieses Jahr im Februar hatte ich die Ausschreibung und Werbung zum Ultra Trail Pfälzer Weinsteig gesehen. Ein Blick damals in die Unterlagen sagte mir aber: Noch nicht ganz deine Kragenweite, 170km und rund 6000 Höhenmeter – keine Chance. Interessant wurde es, als ich mitbekommen habe, dass es auch zusätzlich einen „tiny Trail“ dort geben soll, 70km und immer noch 2000 Höhenmeter. Noch dazu hatte ich ja zwischenzeitlich meine persönliche Challenge, „jeden Kalendermonat einen (Ultra-)Marathon“, aufgenommen. Dort wiederum klaffte im Oktoberplan noch eine Lücke. Somit habe ich mich dann doch kurzerhand angemeldet für den „Tiny“.

Mein Training leidet aktuell ein wenig, ich würde eigentlich gerne mehr machen, aber Job, Familie und auch das Vereinsleben (es geht auf den Herbstlauf zu) fordern ebenfalls Zeit. Daher waren einige recht lange und anspruchsvolle Trainingseinheiten rund um den weißen Stein bei Heidelberg das Höchste der Gefühle, immer rund 30km und immerhin auch mal um die 1000 Höhenmeter – ob das wirklich ausreichend für den Weinsteig sein würde, war durchaus fraglich. Einen Vorteil hat der Weinsteig für mich: Er liegt vergleichsweise nahe, das erspart Übernachtungen und längere Anreisen, zum Preis des frühen Aufstehens. Ich bin etwas knapp dran, aber immer noch rechtzeitig zur Vorbesprechung und Begrüßung durch Holger Gremmers. Die Einweisung ist relativ kurz, es wird nochmals auf die Umleitung an der Lindemanns-Ruh wegen Forstarbeiten hingewiesen und die klare Ansage: Es gibt keine Markierungen der Strecke, es wird nach GPS-Track gelaufen.

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Badenmarathon in Karlsruhe 2025

Nachdem es ja mit der lange geplanten Teilnahme in Pauillac beim Médoc-Marathon dieses Jahr nicht geklappt hat, wollte ich meine Serie „jeden Kalendermonat einen Marathon oder Ultra“ nicht abreißen lassen und habe mir daher kurzfristig einen Ersatz gesucht. Rausgekommen ist dabei der Baden-Marathon in Karlsruhe, auch wenn es in Heidelberg und Berlin ggf. Alternativen gegeben hätte. Meine letzte Teilnahme in Karlsruhe liegt schon etwas zurück, von daher war es auch unter diesem Gesichtspunkt einmal an der Zeit, die Strecke dort wieder einmal zu besuchen. Die Preise waren natürlich als Spätanmeldung etwas „happig“, wenn auch kein Vergleich zu den Preisen, die im Médoc aufgerufen werden.

Die Abholung der Startnummer habe ich schon am Vortag erledigen können, da wir aufgrund eines anderen Sport-Events ohnehin in Karlsruhe waren. Ich hatte es leider versäumt, mich über die Angebote für Kinder detaillierter zu informieren, ggf. wäre da auch eine Teilnahme für den Nachwuchs am Samstag drin gewesen. Die Abholung ist super organisiert, im Vergleich zu meiner letzten Teilnahme ist die Örtlichkeit eine andere, anstelle im Vorraum des Europabades geht es diesmal in die Lina-Radke-Halle, was aber nur wenige hundert Meter Unterschied macht. Erfreulich: Man bekommt nicht mehr zwingend einen Goodie-Beutel mit Inhalt: der meiste Werbeinhalt ist bei mir ohnehin direkt ins Recycling gewandert und Beutel habe ich mehr als genügend gesammelt. So bleibt es bei einem minimalen Päckchen Elektrolyte und der Startnummer. Wer mehr möchte, kann sich aber gerne einen Beutel plus weiteres Material mitnehmen. Im Sinne der Nachhaltigkeit muss ich sagen: eine gute Lösung. Continue reading

Frankreichurlaub 2025 – Rückfahrt und Rückblick

Alles hat ein Ende, auch der Sommerurlaub 2025. Somit gilt es für diesen Sommer ein letztes Mal das Zelt zu verpacken und das Auto zu beladen. Immerhin: Wir haben ja nur das notwendigste ausgeladen, der Tetris-Faktor hält sich somit in Grenzen. Einen Lacher am Morgen haben wir noch: Direkt neben unserem Zeltplatz ist ein Sportplatz, den nutzt ein Heißluftballon für einen Start in den Morgen – leise ist das nicht gerade. Treffenderweise ist auf dem Ballon auch noch Werbung für ein Bauunternehmen in Form eines überdimensionalen Baggers abgebildet – das nächtliche Abladen eines derartigen Baufahrzeugs in Port-Neuf lässt grüßen.

Da wir noch Brot bestellt haben, können wir erst nach 9h abfahren, aber es zieht sich dann doch wieder etwas, bis das Zelt abgebaut ist. Das Navi rechnet ungefähr sieben bis acht Stunden Fahrt. Das meiste davon über die Autobahn. Wir haben dabei keine größeren Verkehrsprobleme zu bewältigen – einige wenige Baustellen reduzieren die Geschwindigkeit etwas, aber selbst dort läuft es bei einspuriger Verkehrsführung einfach flüssig weiter. Bei Sens machen wir eine kurze Mittagspause, beim Einkauf in einem Ort kurz davor füllen wir auch den Tank nochmal auf. Unsere etwas flottere Fahrweise hat sich bei der Reichweite zwar bemerkbar gemacht, aber weniger gravierend als gedacht. Ärgerlicher sind die etwas angestiegenen Spritpreise. Ab Sens habe ich dann auch Pause bis ins Elsass, Marion fährt diesen Teil der Strecke. So lange wir auf der Autobahn unterwegs sind, haben die Kinder auch Entertainment mit Videos auf der Rücksitzbank, das Konstrukt mit dem Rapsi hat sich bewährt, aber ich möchte es noch etwas stabiler gestalten und die Menge „Drahtverhau“ etwas reduzieren. Continue reading

Frankreichurlaub 2025 – Tag 20 – Heimfahrt erste Etappe bis Amboise

Das Ende des Urlaubs rückt näher, Zeit der Atlanktikküste auf Wiedersehen zu sagen, oder wie man hier sagt „au revoir“. Wir sind halbwegs zeitig auf den Beinen, aber es dauert dann doch wieder etwas, bis alles im und am Auto verstaut ist. Dankenswerter Weise bleibt es trocken, das macht den Abbau deutlich entspannter.

Unsere erste Etappe bleibt noch im Médoc: Wir machen einen letzten Stopp bei einem vigneron indépendant, den wir schon von einer der Weinmessen kennen: Château L’Inclassable. Die Anfahrt ist spannend, führt sie uns doch über eine Route communale, da kommt fast schon das Gefühl auf, in Südafrika unterwegs zu sein, so schlecht sind die Straßen teilweise.

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Frankreichurlaub 2025 – Tag 19 – Radtour nach Carcans Plage

Es ist der letzte vollständige Urlaubstag im Médoc für dieses Jahr. Eigentlich hatten wir überlegt, noch nach Soulac-sur-Mer zu fahren. Den Ort kennen wir vom letzten Médoc-Marathon (der damals geklappt hat). Da wir die Räder dabei haben und uns auch ein wenig die Gegend ansehen wollen, hatten wir überlegt, die Strecke mit dem Rad zu bewältigen. Allerdings zeigt der Blick in die Karte: Es sind rund 40km einfache Stecke. Nichts, was mich jetzt geschockt hätte, aber für eine Familienradtour ist das aktuell noch etwas zu viel, zumal wir urlaubsmäßig ja doch etwas länger geschlafen haben. Continue reading

Frankreichurlaub 2025 – Tag 18 – Laufen und Tag am Meer

Nachdem es ja mit dem Médoc-Marathon nichts geworden ist, bin ich nun doch vergleichsweise früh auf den Beinen und schlüpfe in meine Laufsachen. Mittels Komoot habe ich mir eine Trainingsstrecke ab unserem Campingplatz zusammengestellt – ca. 18km lang soll sie sein und mich parallel zur Küste und zum Binnensee in der Nähe führen.

Es ist sehr wenig los auf der Strecke, es ist angenehm ruhig, als ich durch den Pinienwald jogge. Die Strecke ist größtenteils befestigt, gelegentlich ein paar ganz leichte Trailabschnitte. Höhenmeter gibt es keinen nennenswerten. Bis zum südlichen Wendepunkt ist die Strecke wunderbar gemütlich durch den Wald. Ab dem Wendepunkt wird sie kurviger und welliger und bietet somit etwas mehr Abwechslung, zudem kann ich noch einige Läufer überholen. Dafür, dass ich die letzen Wochen kein Training gemacht habe, bin ich verdammt flott unterwegs – klar: Die Glykogenspeicher sind verdammt gut gefüllt, somit kann ich wirklich aus dem Vollen schöpfen, etwas über 5 min/km ist für mich schon eher ein flottes Tempo. Noch dazu kann ich es auch die Anstiege hinauf gut halten. Continue reading