Donauradtour 2026 – Tag 9 – Ingolstadt bis Neustadt an der Donau

Tageskilometer: 37,7km

Die Natur freut sich heute morgen – wir eher weniger: Kurz nachdem wir gefrühstückt (oder eher gespätsückt) haben, beginnt es zu regnen. Es belibt dabei diesmal nicht bei einem kurzen Schauer oder Gewitter, es zieht ein breites Regengebiet über die Region hinweg. Notgedrungen packen wir das Zelt nass zusammen und holen die Regenbekleidung aus den Untiefen der Radtaschen. Der Abbau dauert denn auch nochmal länger als gewöhnlich.

Das Radfahren macht bei dem Regen abasolut keine Freude. Wir trotzen dem Regen bis zur ersten Brücke in Ingolstadt – direkt neben der Donautherme – nachdem wir entdecken, dass diese nicht nur eine reine Therme ist, sondern auch ein Erlebnisbad mit Rutschen anbietet, lassen wir das Radeln kurzerhand sein und tun etwas ungewöhnliches: Wir gehen ins Bad um uns zu Trocknen – zumindest einmal ganz am Ende. Die Eintrittspreise sind fast schon unverschämt und näherungsweise auf dem Niveau eines Besuchs im Legoland – und daa für den kuzen Tarif mit zwei Stunden. Die Rutschen sind aber auch gut gemacht und wir haben zwei Stunden zumindest einmal kein Problem mehr, dass es uns orgendwie frisch wäre. Natürlich probieren wir wieder alle Rutschen aus – inklusive der Freefall-Variante Ka(i)mikaze – mich kann die nur bedingt überzeugen, auch die Reifenrutsche ist nicht so ganz meine Welt. Aber die Schnellrutsche macht wirklich gute Laune.

Zwischenzeitlich hatte es sogar aufgehört zu regenen – leider hat es wieder angefangen bis wir das Bad verlassen. Zudem ist es unangehm in die leicht feuchten Radklamotten zu steigen – aber was solls, es wird ja ohnehin gleich wieder feucht bis nass. Da es schon Nachmittag ist und eine Stadtbesichtigung bei Regen mit Kindern auch kein Spaß ist, schwenken wir direkt auf den Donauradweg ein. Der führt uns recht flugs aus Ingolstadt heraus und immer entlang der Donau, vorbeim am Kraftwerk Ingolstadt und nach Großmehring. Die Donauquerung dort katapultiert einen einige Jahrzehnte in die Vergangenheit was die Verkehrsführung betrifft: Alles auf den Autoverkehr optimiert – was angesichts der Audiwerke in Ingolstadt auch kaum noch wundert. Da bedarf es schon etwas Mut um mit dem Verkher über die Brücke zu kommen. Immerhin geht es danach gleich wieder auf den Damm, allerdings als Linksabbieger mit fließendem Gegenverkehr – ganz großes Kino.

Die Strecke am Damm ist eigentlich gut zu fahren, zieht sich aber doch merklich hin. Vor allem geht es immer mal wieder ein Stück auf dem Damm, dann wider unterhalb des Damms etlang, Höhenmeter inklusive und auf dem Schotter mit Anhänger und Ballast keine wahre Freude. Ein technisches Highlight ist das Kraftwerk Irsching, dass auch an der Strecke liegt – diesmal kein reines Schwerölkraftwerk sondern eines das leichtes Heizöl und Erdgas als Energieträger nutzt. Wie ich später nachlese dient es primär noch als Spitzenlastabdeckung. Recht eindurcksvoll sind die Kamine mit Rauchgasreinigung und die Zu- und Ableitugnen des Kühlwassers, dies erfogt an diesem Kraftwerk per Rohrleitungen.

An der Staustufe Vohburg machen wir dann unser recht spätes Mittagessen. Es hat zwischnzeitlich auch aufgehört zu regnen und die Sonne kommt durch – ich packe kurzerhand die Regenjacke wieder weg, lasse sie aber leicht greifbar, denn es sind noch weitere Schauer angekündigt. Ab Vohburg verlassen wir den beschilderten Radweg und nehmen weiter den Dammweg auf der Südseite, so umgehen wir einen verkehrsreichen Abschnitt auf der Nordseite. Nachdem wir von unterhalb des Damms auf den Damm gewechselt haben, ist der Untergrund auch wieder gut fahrbar. Der Weg zieht sich entlang der kleinen Donau und später vorbei am Standortübungsplatz Wackerstein. Das ist insofern interessant, da der zivile Weg durch das Militärgelände führt, inklusive eindrücklicher Hinweise was zu beachten ist und dass man die Strecke nicht verlassen darf.

Entgegen der Beschreibung aus unserem Reiseführer ist die Strecke nicht mehr vollständig unbeschildert – wir folgen daher dem ausgeschilderten Radweg nach Neustadt. Der führt etwas abseites der Donau, dafür sind die Nebenstraßen angenehm ruhig und asphaltiert und somit deulich besser zu befahren. So kommen wir aus einer etwas anderen Richtung als geplant nach Neustadt an der Donau. Im Ort ist gerade eine große Baustelle – leider ist dabei die Radwegumleitung auf der Strecke geblieben und wir haben etwas Mühe mit den Gespannen die engenen Fußgängerumleitungen zu Nutzen. Das hatten wir bei dieser Tour schonmal deutlch besser erlebt.

Kurz vor dem Campingplatz machen wir noch einen Halt am Supermarkt und füllen unsere Vorräte auf. Wir haben ja schon gemerkt, dass wir die Hallertau und somit das Hopfenanbaugebiet errreicht haben – dementsprechend viele Brauereien und Biere gibt es zur Auwahl. Der Campingplatz ist sehr modern und scheint erst vor kurzem saniert worden zu sein. Während wir aufbauen beginnt es erneut zu regnen – es gibt aber eine Abhilfe: Auf dem Platz steht eine Art Wartehäuschen wie an einer Bushaltestelle – dort esse nwir dann auch zu Abend. Wir kochen etwas aufwändiger, es gibt eine abgespeckte Variante Spaghetti Bolognese. Damit sollten die Kohlenhydratspeicher für den morgigen Tag gut gefüllt sein, es steht nochmal eine Bergwertung auf dem Programm.

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