Urlaub in Südafrika – Tag 16 & 17 – Chapmans Peak und Boulders Beach

Nach dem Wettkampf gestern bin ich heute recht spät auf den Beinen und selbst dann nur eingeschränkt beweglich. Unsere Unterkunft verteilt sich aber auf zweieinhalb Etagen. Ohne Treppen geht da gar nichts, der Weg zum Frühstück ist von daher schon mit ordentlich Beschwerden aus der Beinmuskulatur verbunden. Um so schöner, dass die Familie an meinen Geburtstag gedacht hat und mir beim Hinunterhumpeln ein Ständchen singt.

Es ist schon zum Frühstück sehr windig, daher fällt die Option mit der Seilbahn auf den Tafelberg zu fahren leider aus. Stattdessen schauen wir uns den Chapmans Peak Drive an, den ich gestern ja nicht belaufen konnte, da die Route des Marathons geändert wurde. Die Fahrt über den gebührenpflichtigen Teil der Strecke macht auf alle Fälle Lust darauf den Two Oceans Marathon nochmals auf die Liste zu setzen, in der Hoffnung das man ihn dann laufen kann. Die Aussicht direkt auf das Meer ist einfach atemberaubend. Zudem habe ich den Eindruck, dass die Steigungen zwar auch nicht unerheblich sind aber doch etwas weniger knackig als am Ou Kaapse Weg erscheinen.

Wir kommen auch an der Verzweigung der Marathonstrecke vorbei an welcher ich auf den Ou Kaapse Weg eingeschwenkt bin, wir fahren jedoch weiter nach Simons Town, diese liegt bereits wieder an der False Bay. Bekannt ist die Stadt vor allem für den Boulders Beach mit seiner Pinguin Kolonie. Der dortige Nationalpark ist nicht sonderlich groß aber sehr gut besucht. Ohne Schlange stehen geht es leider nicht, zumal am Ostersonntag, an dem auch viele Einheimische unterwegs sind. Am Strand ist der Wind dann nochmal etwas unangenehmer – man wird dezent sandgestrahlt während man die Piguine anschaut. Wir nehmen auch noch den zweiten Aussichtspunkt mit, dieser ist nicht barrierefrei – über die Stufen müssen wir den Kinderwagen tragen. Macht normalerweise nichts, aber mit meinem Muskelkater quäle ich mich dann doch die Stufen etwas nach unten. Prompt werde ich auch von einem anderen Teilnehmer angesprochen – man erkennt sie daran wie sie die Treppenstufen meistern.

Nach Boulders Beach wollen wir weiter zum Kapp der guten Hoffnung ganz im Süden. Vor dem Nationalpark ist bereits ein langer Stau, als wir dann noch die Preise uns Öffnungszeiten sehen, lassen wir den Park für heute erst einmal saußen. Wir hätten nur noch knapp drei Stunden im Park gehabt, viel zu hektisch um mit den Kindern noch die letzten Meter bis ans Kapp zu laufen. Von der zusätzlichen Wartezeit am Eingang einmal ganz abgesehen.

Stattdessen fahren wir weiter und erkunden die Westküste des Kapps über Scarborough und Kommetjie. Dort halten wir auch noch am Slangkop Leuchtturm. Leider kann man diesen Sonntags nicht besichtigen, ob das Treppensteigen mit meinem Muskelkater ein gute Idee gewesen wäre ist die andere Sache. Der Wind ist weiterhin äußerst kräftig, wir merken das als wir ein Stück des Strandes entlanglaufen. Die Windsurfer der Region freut das Wetter natürlich.

Wir machen nun eine kurze Streckenbesichtigung des ou Kaapse Wegs – denn der Ausblick von dieser Straße war ja auch nicht schlecht. Der Mietwagen hat ganz ordentlich mit der Steigung zu kämpfen, ich frage mich wie ich das Ding am Vortag hochjoggen konnte. Nach dem Pass zweigen wieder von der Marathonstrecke ab um sie kurz später wieder zu befahren, allerdings einen etwas früheren Abschnitt bei Muizenberg. Dort machen wir noch einen Abstecher an den Strand, der für seine malerischen bunten Strandhäuser berühmt ist.

Zum Abendessen will ich eigentlich in die Devils Peak Brauerei in Kapstadt, wir finden den Weg dorthin zwar recht gut dank Offline-Navigation, allerdings stehen wir dort vor verschlossenen Türen. Auch die weitere Recherche im Reiseführer ist eher trostlos: die allermeisten Restaurants haben Sonntags geschlossen. Das ist zwar schade aber nicht zu ändern. Außerdem haben wir noch eine ganze Menge Essensvorräte die wir nicht mit nach Hause nehmen können oder wollen. Daher gibt es nochmal ein typisches Läufergericht: Nudeln mit Tomatensauce. Dazu lassen wir uns aber den hiesigen Champus (Methode Cape Classique – MCC) schmecken.

Am Montag ist das Wetter nicht besser geworden was den Besuch des Tafelbergs betrifft. Es ist weiterhin sonnig und angenehm warm, allerdings weht noch immer ein sehr kräftiger bis stürmischer Wind. Daher beschließen wir den Besuch am Kap der guten Hoffnung nachzuholen. Wir fahren also wieder Richtung Süden und weil es so schön war, nochmal über den Ou Kaapse Weg, diesmal entgegen der Laufrichtung.

Der Nationalpark am Kap ist nochmals recht groß, auch wenn das Nationalparkfeeling ob der fehlenden Schotterpisten etwas weniger ausgeprägt ausfällt. Wir machen einen kurzen Foto-Stopp am Dias-Kreuz, einer ersten Navigationshilfe am Kap. Danach geht es weiter zum eigentlichen Kap, bzw. den zwei Punkten an der Südspitze. Der Bereich ist natürlich touristisch sehr stark frequentiert. Dennoch finden wir recht schnell einen Parkplatz und machen uns auf den Fußweg zum Leuchtturm. Genauer gesagt zum ältern der beiden Leuchttürme am höchsten Punkt des Bergrückens. Es geht steil bergauf und teilweise Treppen. Ich überlege dabei schon wie ich da vernünftig wieder runter laufen soll, denn noch immer habe ich einen ordentlichen Muskelkater in den Beinen.

Da es mit zwei Kindern doch reichlich anstrengend ist, lassen wir den zweiten neueren Leuchtturm, welcher etwas tiefer und dafür noch weiter südlich liegt aus. Stattdessen versuchen wir eine Rast am oberen Ende des Seilbahn welche bis kurz unterhalb des Leuchtturm verkehrt. Es bleibt beim Versuch, einer der freilaufenden Affen ist sofort zur Stelle und entreißt Yann kurzerhand sein Brot. Der Schreck und das Protestgeschrei sind entsprechend. Zum Trost nehmen wir dann doch die Seilbahn nach unten, das schont die Nerven und den Muskelkater. Ich hätte ja noch etwas Zeit in der Ausstellung über die Gefahren des Kaps und die Anfänge der Navigation verbracht, aber da muss ich wohl nochmal wieder kommen. Immerhin erfahre ich noch, dass der Entdecker Bartolomeu Diaz das Kap ursprünglich “Kap der Stürme” genannt hatte. Angesichts des immer noch stürmischen Winds kann man sich lebhaft vorstellen warum.

Zurück am Auto holen wir die Mittagspause nach – diesmal mit verriegelten Türen, “affensicher”. Da wir noch viel Zeit haben und auch noch ein wenig der Kaplandschaft sehen wollen, entscheiden wir uns für den Wanderweg an das Kap der guten Hoffnung. Laut Beschreibung ca. 1:30h Wanderung für hin und zurück. Der Ausblick ist wunderbar, leider haben wir vergessen für die Reise eine Tragemöglichkeit für Yann einzupacken. So läuft er zumindest anfänglich, als er dann müde wird, wird es zunehmend anstrengend ihn zu tragen. Der Wind macht ihm sichtlich zu schaffen. Der Weg ist anfänglich noch gut ausgebaut, größtenteils mit aufgeständerten Holzbohlen. Je näher wir dem Kap kommen um so schwieriger wird der Pfad, steil und ungesichert an der Abbruchkante entlang mit einem Kleinkind auf dem Arm ist schon eine spannende Geschichte. Wir sind aber nicht die einzigen die ihre Kinder hier tragen müssen.

Mein Muskelkater macht die Sache nicht einfacher. Das merke ich besonders auf dem Rückweg, auf dem wir erst einmal einige Meter steil absteigen müssen. Yann war zwischenzeitlich eingeschlafen, wird dann aber wieder wach und ist total gefrustet. Wir legen daher die Strecke zurück wechselweise tragend mit einem heulenden bis brüllenden und strampelndem Kleinkind auf dem Arm zurück. Nicht gerade ein Highlight, sobald wir am Auto sind ist alles wieder ok. Glen hat tapfer durchgehalten und ist die gesamte Strecke selbst gewandert, wenn auch am Ende ziemlich erschöpft.

Der Rückweg führt uns mit dem Auto über Simons Town und Muizenberg wieder gen Norden. Teilweise fahren wir nochmals auf der Marathonstrecke, es zieht sich doch fast 40 Minuten hin bis man wieder in Kapstadt ist. Diesmal haben wir an der Brauerei mehr Glück, diese hat geöffnet. Angesichts der Wanderung haben wir ordentlich Hunger und vertilgen mehrere leckere Burger und natürlich das leckere Bier. Am Ende erwartet uns noch eine Überraschung am Auto. Während wir essen waren hat sich einer der Parkplatzaufseher unserem verdreckten Fahrzeug gewidmet und es zumindest von außen wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht. Natürlich gibts dafür ein ordentliches Trinkgeld, auch wenn die Reinigung durch die Autovermietung wohl mit erledigt wird. Die haben aber nach zwei Wochen mit Familie im Innenraum sicherlich noch einiges zu tun.

 

Urlaub in Südafrika – Tag 15 – Old Mutal Two Ocean Marathon

Endlich ist es soweit, einer der wichtigsten Termine unseres Urlaubs steht auf dem Programm, zumindest einmal für mich: Es ist der Tag des Two Ocean Marathon. Am Vortag haben wir ja bereits am Friendship-Run teilgenommen – sozusagen zum Aufwärmen. Heute geht es über die zehnfache Distanz – 56km sind zu bewältigen. Der Start ist um 6:40 für meinen Startblock, da wir noch dorthin kommen müssen und die Parksituation in erster Näherung absolut bescheiden ist, heißt es für mich bereits um kurz vor 4h in der Frühe aufstehen. Kurz danach die Kinder wecken uns alles für den Lauf vorbereiten. Die Stauprognose sagt bereits beim Losfahren an, dass wir mit rund 15 Minuten Verzögerung wegen erhöhten Verkehrsaufkommens rund um den Start rechnen müssen. Die Fahrzeit ist nicht übermäßig lange, auch wenn wir in der Dunkelheit den Parkplatz den wir reserviert haben nicht finden. Stattdessen setzt mich Marion in einer der Seitenstraßen ab, es sind genügend Läufer unterwegs um sich nicht mehr zu verlaufen – immer der Masse nach.

Nach der Unterführung unter der Bahn ist man an einem Stadion, ich nutze die Chance und gieße gleich mal noch einen der Büsche am Wegesrand, nichts ärgerlicher als vor dem Lauf noch ewig an einem Dixi anstehen zu müssen. Die Wegweisung ist nicht übermäßig toll, es gibt zwei Schilder in unterschiedliche Richtungen, beide besagen: Zum Start. Praktischerweise steht eine Helferin nebendran, die lautstark mitteilt wer wohin muss: Ultras gerade aus, Halbmarathonis nach links. Das hätte man wohl auf auf das Schild schreiben können. Ich finde recht schnell dann auch meinen Startblock C auf der Straße. Es ist noch etwas mehr als eine Stunde bis zum Start hin, aber besser man ist zu früh als zu spät. Irgendwann gibt es dann auch noch Musik, passenderweise unter anderem Africa von Toto, da bekomme ich glatt Gänsehaut. Passend zu einer der Textzeilen fängt es dann auch noch an zu regnen. Ich unterhalte mich noch mit einem weiteren Läufer aus Deutschland über diverse andere Läufe, auch er startet dieses Jahr zum ersten Mal in Kapstadt. Der Ansager verliest noch einige Statistiken – Deutschland ist mit etwas mehr als 500 Startern auf Platz drei der ausländischen Teilnehmer.

Zum Start hin wird das Wetter wieder besser, aber das ist leider nur ein kurzes Intermezzo. Als es pünktlich um 6:40 noch immer im Dunkeln losgeht regnet es schon wieder. Aber egal, es kann nur besser werden. Rund eine Minute nach dem Startschuss überquere ich die Startlinie, wichtig denn die Cut-Off-Time im Ziel bei 7:30h wird penibel überwacht und richtet sich nach der Brutto-Zeit seit dem Start. Leider ist es in Südafrika eine harte Beschränkung, nicht wie man es in Europa gewohnt ist, dass man ggf. auch noch die Nachzügler ins Ziel kommen lässt bis der letzte im Ziel ist. Wer zu spät ins Ziel kommt bekommt gar nichts, noch nicht einmal eine offizielle Zeitmessung geschweige denn eine Medallie oder eine Möglichkeit die Zielverpflegung wahrzunehmen.

Es geht auf der beleuchteten Main-Street immer ziemlich gerade gen Süden auf das Kap der guten Hoffnung zu. Zwischenzeitlich hört dann auch der Regen auf und die Sonne kommt langsam aber sicher über den Horizont. Es wird deutlich heller und somit auch wärmer. Ich packe meine Jacke um die Hüfte, eine ganze Menge Läufer hatte am Start alte Jacken übergezogen und diese dann zurück gelassen. Mit meiner guten Jacke will ich das natürlich nicht machen, zumal ich mir ob des Wetters noch nicht ganz sicher bin ob ich sie nicht doch nochmal brauche. Mit der Helligkeit wird auch der Straßenrand belebter, immer mehr Menschen stehen rechts und links der Straße und machen Stimmung. Als es rechts endlich einmal keine Bebauung sondern eine Hecke gibt, schließe ich mich einer Reihe weiterer Läufer an um wieder entspannter laufen zu können. Continue reading

Urlaub in Südafrika – Tag 13 & 14 – Stellenbosch, Kapstadt und International Friendship Run

Es ist an der Zeit unsere letzte Reise-Etappe des Urlaubs anzutreten, die Koffer sind mittlerweile gut gefüllt mit Schmutzwäsche, so viel, dass wir bereits begonnen haben ein wenig umzupacken und einen Koffer vollständig nur noch mit Schmutzwäsche zu füllen. Zudem nehmen die kleineren Komparments im Tauchrucksack schmutzige Wäsche auf. Mit ins Auto kommt auch der eingekaufte Wein, ich habe ein wenig Bedenken wie wir das alles zum Abflug wieder in die Koffer verpacken sollen. Aber da findet sich sicherlich noch eine Lösung. Zu aller Not haben wir noch ein zusätzliches Gepäckstück frei, wobei ich da noch nicht genau weiß wie ich das Tragen sollte….

Unsere Unterkunft ist zwar in Stellenbosch, aber den Ort selbst haben wir bisher nicht besichtigt. Das holen wir vor der Fahrt nach Kapstadt noch nach. Insgesamt ist der Ort recht quirlig, wir finden recht schnell einen Parkplatz. Hier gibt es sogar Parkplatzanweiser, man könnte sie auch menschliche Parkuhren nennen. Sie sorgen dafür, dass jeder die Parkgebühren bezahlt. Wobei sich diese absolut im Rahmen halten – 10 Rand pro 30 Minuten, umgerechnet also 60 Cent für eine halbe Stunde. Continue reading

Urlaub in Südafrika – Tag 11 & 12 – von De Hoop nach Stellenbosch und Weinanbaugebiet

Nach zwei Übernachtungen verlassen wir de Hoop bereits wieder. Diesmal darf ich mich auf der Schotterpiste austoben. Wir kommen recht zügig bis nach Bredasdorp, der nächst größeren Stadt. Dort stellen wir beim Einkaufen dann fest, dass keiner von uns mehr in den Kühlschrank geschaut hat, von daher müssen wir ärgerlicherweise Butter und Co neu einkaufen. Erstes Zwischenziel für den Tag ist Cape Alguhas, der südlichste Punkt Afrikas.

Bis dahin zieht sich die Strecke noch eine ganze Weile. Unterwegs bekomme ich auch einmal die lokalen mobilen Geschwindigkeitskontrollen zu Gesicht – ähnlich gut getarnt wie in Deutschland stehen diese am Straßenrand. Aber da ich mich ja an die Regeln halte (60km/h innerorts) passiert ohnehin nichts. Am Kap selbst steht ein erst am 26.03.2019 eingeweihtes Monument das kostenfrei zugänglich ist. Es zeigt den afrikanischen Kontinent mit seinen diversen Gebirgen und Tälern. Nur wenige Meter weiter südlich ist dann auch das Ende Afrikas erreicht. Weiter südlich geht es hier nicht mehr. Zudem markiert der 20. östliche Längengrad die Grenze zwischen indischem und atlantischem Ozean. Es ist also nicht wirklich etwas dran am Two Ocean Marathon – egal wann man dort aufs Meer blickt, es ist immer der atlantische Ozean. Continue reading

Urlaub in Südafrika – Tag 9 & 10 – Oudtshoorn und De Hoop

Nach nur einer Nacht in De Zekoe (wie wir nun wissen der lokale Name für Nilpferd) heißt es schon wieder weiter fahren. Die Nacht in der Holzhütte war eigentlich toll, nur Yann ist total verstochen von irgendwelchen Insekten. Wir sind uns nicht ganz sicher was für Biester das waren. Zumal wir sonst nicht gestochen wurden, wobei das bei mir erfahrungsgemäß nichts zu heißen hat: Um mich rum kann das wildeste Schnakennest vorhanden sein, irgendwie schmecke ich wohl nicht besonders lecker. Ich tippe einmal auf den erhöhten Laktatgehalt des Läuferblutes….

Für den Tag ist die längste Fahrstrecke angesetzt – Ziel ist das De Hoop Natural Reserve, laut Roadbook (das wir ja immer noch nicht in voller Bracht erhalten haben) um die 300km. Damit den Kindern nicht übermäßig langweilig wird, machen wir noch einen Halt an der Cango Wildlife Ranch. Das ist ein wenig eine Kombination aus Zoo und Erlebnispark mit Führung. Recht nett gemacht und die Erläuterungen des Guides sind sehr ausführlich und gut nachvollziehbar. Wobei wir durchaus merken, dass wir uns in einem Gebiet befinden in dem vorwiegend Afrikaans gesprochen wird und English eine eher untergeordnete Rolle spielt. Der Einschlag ist deutlich hörbar.

Gezeigt werden unter anderem Flughunde, Geier und Krokodile. Zum Abschluss geht es noch durch die Katzen-Abteilung: Löwe, Leopard und Tiger (dieser ist nicht in Südafrika heimisch, aber als Teil eines Zuchtprogramms hier untergebracht). Für unseren Nachwuchs gibt es dann nochmal die Möglichkeit sich auf dem Spielplatz ordentlich auszutoben. Yann wirft sich theatralisch beim Gehen aus Protest auf den Boden und erntet noch ein ordentliches Veilchen auf der Stirn, zusätzlich zu den zahlreichen Mückenstichen. Continue reading

Urlaub in Südafrika – Tag 5 & 6 – von Addo durch den Tsitsikamma Nationalpark nach Plettenberg Bay

Es ist an der Zeit die Zelte in Happy Lands abzubrechen und sich auf den Weg nach Plettenberg Bay zu machen – etwa 200km weißt die Kopie des Roadbooks aus. Nach einem Hinweis durch die Vermieterin in Happy Lands fahren wir jedoch nicht ganz nach diesem Plan. Laut ihr gibt es deutlich bessere Routen als durch das Armenviertel Motherwell (selbst Einheimische würden das wenn möglich meiden). Stattdessen empfiehlt Sie uns über Kirkwood und Uitenhage nach Süden zu fahren und dort auf die geplante Strecke entlang der N2 zu stoßen.

Ursprünglich planen wir noch einen Stopp am Supermarkt in Kirkwood ein, diesen lassen wir jedoch ausfallen, da Yann eingeschlafen ist und wir wahrscheinlich an weiteren Supermärkten vorbei kommen werden. Wir verpassen dabei eine Möglichkeit zum Abkürzen aber der Umweg hält sich in Grenzen, bevor wir auf die R75 gelangen. Kurz nach der Einmündung müssen wir einen unfreiwilligen Stopp einlegen. Glen hatte sich mit einem Buch vergnügt, aber das lassen wir ob der eintretenden Reiseübelkeit samt Übergeben dann in Zukunft doch besser sein. Bis nach Uitenhage folgen wir dann einem Kleinbus der als Eiertransporter dient – bis unter die Fenster sind Eierkartons gestapelt – entsprechend fährt er damit auch deutlich gepflegter als andere Verkehrsteilnehmer. Uitenhage ist eine kleine Stadt mit einem hübsch anzuschauenden Rathaus, aber genauso schnell wie wir hinein gekommen sind geht es auch schon wieder aus dem Ort hinaus. Ganz ohne Township geht es auch dort nicht ab, entlang der Straße säumen viele Blechhütten und einfachste Behausungen die Strecke. An einigen Stellen sind wir uns nicht sicher ob die Gebäude verlassen wurden bzw. was aus dem Gelände werden soll. Stellenweise wird recht ordentlich gebuddelt, was eher für eine Aufwertung der Viertel spricht.

Um die Mittagszeit herum erreichen wir Jeffreys Bay. Dort erledigen wir den Einkauf und schließen direkt am Meer auch das Mittagessen an. Mir wird recht bald klar, dass die Strecken in Süd-Afrika doch etwas länger sind als gedacht – bis nach Plettenberg Bay stehen noch immer etwa 150km angeschrieben. Immerhin, nachdem wir die N2 wieder erreicht haben, geht es doch recht zügig voran. In der Regel sind 120 km/h erlaubt. Die Strecke zieht sich dennoch etwas in die Länge.

Mit der Paul Sauer Bridge erreichen wir einen wichtigen Wegmarker – die Brücke überspannt den Storms River, dessen Mündung ist laut Reiseführer sehenswert und liegt in einem Nationalpark. Wir machen einen Rundgang über die Brücke – dabei entdecke ich eine Tafel welche auf den verantwortlichen Bauingenieur verweist: Riccardo Morrandi – unter anderem auch für die eingestürzte Brücke in Genua im August 2018 verantwortlich. Allerdings ist die Brücke hier eine andere Bauweise und glücklicherweise lese ich das Schild erst nach der Überquerung. Bevor es weiter geht, füttern wir noch unseren Mietwagen – auf der Autobahn entwickelt der Motor einen ordentlichen Durst.

Nur wenige Kilometer weiter machen wir den nächsten Stopp, es geht an den Great Tree, einen Gelbholzriesen der rund 800 Jahre alt ist. Die Bewegung tut recht gut und macht vor allem Dingen Hunger. Da es bereits später Nachmittag ist, beschließen wir einen Abstecher in der nahe gelegenen  Storms River Village zu machen. Wie ich aus dem Internet am Vortag erfahren habe, gibt es dort eine Micro-Brewery – diese wartet förmlich nur auf unseren Besuch. Das Angebot kann sich sehen lassen – wir bestellen eine Probierpalette und  danach aus dem angeschlossenen Marylins 60s Club noch etwas zu Essen. Verarbeitet wird in der Brauerei unter anderem Malz aus Heidelberg und Bamberg. Naja, man weiß halt was gut ist. Das Bier reicht vom süffigen und leichten Weizen bis hin zu einem kräftigen Red Ale.

Für den Besuch des Nationalparks ist es bereits sehr knapp – da wir das nicht überstürzen wollen und der Eintritt ja auch Geld kostet, lassen wir die Besichtigung der Mündung des Storms River aus und fahren direkt in Richtung Plettenberg Bay – man merkt dass hier bereits der Herbst Einzug hält, es wird deutlich früher dunkel als derzeit in Deutschland – so fahren wir die letzten Kilometer im Dunkeln. So bekommen wir von der höchste Brücke Afrikas, die Bloukrans Bridge, gar nicht richtig mit. Die Dunkelheit erschwert die Suche nach der Unterkunft ein wenig, aber im Endeffekt finden wir diese dann dank guter Kennzeichnung sehr leicht. Die Unterkunft ist sehr geräumig und nett eingerichtet.

Am kommenden Tag holen wir einige der ausgelassenen Stopps nach und machen noch einen zusätzlichen Ausflug: Wir besuchen das Monkey Land Sanctuary, eine Art Auffangstation für Affen aus allen Kontinenten – natürlich auch einige Arten direkt aus Afrika. Leider geht mir bei der Aktion meine Sonnenbrillen verlustig, ich bin mir nicht ganz sicher ob nicht einer der Vervet Monkeys sie auf dem Gewissen hat. Nicht umsonst werden sie auch die Kleptomanen unter den Affen genannt.

Das Wetter trübt sich leider ein wenig ein, nachdem es während dem Besuch im Monkey Land ein wenig aufgeklart hatte. Dennoch ist der Anblick der Bloukrans Bridge sehr beeindruckend. Sie dient außerdem als Basis für diverse Nervenkitzel: von der Wanderung unterhalb der Fahrbahn in einer Art Gerüst-Gang mit Stabilrost als Gehweg über eine Seilbahnfahrt am Stahlseil zwischen den Trägern bis zur Mitte des Bogens bis hin zum weltweit höchsten Bungy-Jump mit 216 Metern ist allerhand geboten. Wir beobachten einige der Mutigen, einiges würde ich mich ja auch noch trauen, aber beim Bungy-Jump hört der Spaß für mich dann doch auf.

Nun geht es in den Nationalpark an der Mündung des Storms River. Es geht verdammt viele Kurven recht steil bergab bis wir mit dem Auto am Meer auf dem Parkplatz zum Wanderweg stehen. Da gerade Mittag durch ist, machen wir noch ein kurzes Picknick bevor wir uns auf den Weg machen. Angegeben wird der Weg mit rund 1km einfach und einer Zeit von ca. einer Stunde für die gesamte Strecke. Da wir bereits einen Teil einsehen können, lassen wir den Kinderwagen gleich im Auto und tragen Yann. Das passt ihm teilweise nicht, und wie wir lernen lässt er sich von den Stufen auch fast nicht beeindrucken. Wir haben ja ausreichend Zeit von daher lassen wir ihn sich austoben. Glen sprintet derweil immer mal wieder recht weit voraus. Angesichts der Absturzmöglichkeiten müssen wir ihn mehrfach ermahnen in Sichtweite zu bleiben.

Die mittlerweile drei Hängebrücken über die Mündung sind sehr imposant und schaukeln richtig schön. Mit Glen klettere ich dann noch etwas weiter auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt. Das ganze dauert länger als ich gedacht hätte – wir brauchen fast eine halbe Stunde bis wir wieder zurück sind, die Ausblicke lohnen sich auf alle Fälle, auch wenn wir es nicht bis zum offiziellen Aussichtspunkt schaffen. Nach der ganzen Trainingseinheit inklusive Rückweg zum Auto habe ich doch etwas Hunger – so landen wir zur Vorspeise wieder in der nahen Micro-Brewery bevor wir den Weg zur Unterkunft nach Plettenberg Bay antreten.

Urlaub in Südafrika – Tag 3 & 4 – Addo Elephant Park im Doppelpack

Nachdem die Anreise geschafft ist, geht es nun an die Erkundung der Umgebung. Auf dem Programm steht auf alle Fälle einmal der Besuch im Addo Elephant Park, dem drittgrößten Nationalpark in Südafrika. Wir starten nach der langen Anreise gemütlich in den Tag – das Frühstück in Happy Lands ist äußerst umfangreich, von Marmelade bis hin zu frisch zubereitetem Rühr- oder Spiegelei ist alle geboten. Der Fruchtsalat ist super lecker und macht Appetit auf die verschiedenen Obstsorten die hier wachsen.

Das Roadbook ist noch nicht eingetroffen, aber der Weg zum Addo Elephant Park ist sehr gut ausgeschildert, weshalb wir keine Karte benötigen. Die Anmeldung und die Bezahlung der Tagesgebühr ist schnell erledigt, für die gesamte Familie sind 860 Rand also umgerechnet etwa 50 EUR fällig. Anhand der aktuellen Karte kann man ersehen wo heute bereits bestimmte Tiere gesichtet wurden. Die Anzeige ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn natürlich sind die Tiere im Park nicht statisch wie im Zoo. Das macht es unter anderem etwas schwierig den Kindern zu erklären, wann man denn nun endlich bei der ein oder anderen Spezies ankommt.

Für den ersten Tag haben uns primär den nördlichen Teil des Parks vorgenommen. Anfänglich sind die Straßen noch geteert, doch recht bald geht es auf Schotterpisten weiter. Gut das unser Mietwagen ein klein wenig höher steht, das ermöglicht einen besseren Blick auf die Tiere. Als erste Tiere erspähen wir Warzenschweine in freier Wildbahn. Am Gwarrie Pan sehen wir mehrere verschiedene Vögel. Weit und breit noch kein Elefant zu sehen. Das ändert sich auch erst als wir am Hapoor Dam, einem Wasserloch ankommen. Dafür hat es dort dann gleich eine ganze Herde der Dickhäuter. Wir entscheiden uns möglichst viele der Schleifen auszufahren (laufen darf man sie leider nicht, sonst wäre der Park echt ein Muss für die Ultra-Laufgruppe).

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Urlaub in Südafrika – Tag 1 & 2 – Anreise

Endlich Urlaub. Dieses Mal geht es für mich mitsamt der Familie in ein bisher unbekanntes Land – Südafrika steht auf dem Reiseplan. Damit verbunden sind aber nicht nur Neuerungen im Bezug auf das Reiseziel und den Kontinent, es ist auch einiges Neues in Sachen Reisen mit Familien und insbesondere Kleinkindern geboten.

Das merke ich bereits in der Vorbereitung, das Gepäck ist deutlich umfangreicher und dennoch muss es ja flugtauglich sein. Die Ausrede “was nicht ins Auto passt, kommt auf den Anhänger” entfällt somit von vornherein. Bis zum Abreisetag haben wir uns dann auf einen Tauchrucksack, einen großen Koffer und einen großen Wanderrucksack als Checkin-Gepäck festgelegt. Dazu kommt noch ein Rucksack mit Laptop, Kameras und sonstiger Elektronik. Gerade so viel wie wir eben noch tragen können.

Der Weg nach Afrika beginnt zu Fuß, bis zur Bushaltestelle sind es praktischerweise nur wenige hundert Meter. Mit dem ÖPNV geht es über Schwetzingen Bahnhof nach Mannheim. Alles sehr entspannt, problemlos und pünktlich. Ab Mannheim Hbf wird es dann schon spannender. Die Verspätung von rund fünf Minuten ist ja halb so wild, wir haben am Flughafen mehr als ausreichend Puffer eingeplant. Ärgerlicher wird es dann bei dem Fakt, dass die deutsche Bahn mal wieder nur die Hälfte des Zuges auf die Reise geschickt hat. Natürlich fehlt der Zugteil in dem wir unsere Sitzplätze reserviert hatten. Als wir kurzerhand einfach den erstbesten Wagen mit Kinderwagen besteigen werden wir wieder hinaus gebeten, das Familienabteil sei woanders und hier der Ruhebereich. Ich lasse mir selbstverständlich noch während der Fahrt das Formular für Fahrgastrechte aushändigen – immerhin ist die Leistung der Reservierung ja nicht erbracht worden.

Am Flughafen ist dann erst einmal gemütlich Mittagessen angesagt, wir haben Brote eingepackt und setzen uns in eine der Hallen innerhalb der Bürokomplexe am Bahnhof. Frisch gestärkt geht es mitsamt der Familie auf die Suche nach dem Check-In-Schalter. Der hat noch zu, also leider nichts mit früher Gepäckaufgabe und danach entspanntem Aufenthalt am Flughafen. Selbst der Online-Checkin am bereitgestellten Terminal ist nicht möglich: Die Pässe der Kinder sind nicht maschinenlesbar, daher klappt es leider nicht. Mit dem ganzen Gepäck nehmen wir die Skytrain – leider unter Verlust eines Gepäckwagens – im Terminal 2 heißt es dann bis an den Spielplatz: Tragen. Die unzähligen Aufzüge machen es nicht unbedingt besser. Pünktlich zur Öffnung des Schalters sind wir dann zur Gepäckabgabe. Das klappt alles erstaunlich reibungslos. Da noch recht viel Zeit ist, pendeln wir nochmals ins Terminal 2, diesmal auf die Besucherterrasse. Dort bekommen wir noch einiges an Fliegern zu Gesicht, unter anderem einen A380 und für uns etwas interessanter einige A340 – mit diesem Modell werden wir fliegen.

An der Sicherheitskontrolle ist es mit Kindern vergleichsweise unproblematisch – wir kommen direkt in die Priority-Lane und sind so sehr zügig dran und freundlich abgefertigt. Bewährt hat sich das Konzept die Kleinelektronik in Kunststoffdosen zu verpacken – so ist sie zur Kontrolle schnell griffbereit und auch genauso schnell wieder eingepackt. Wir liegen sehr gut in der Zeit, noch ein kurzer Wickelstopp, dann geht es auch direkt zum Boarding – auch hier wieder in der Priority-Schlange. Die Bedenken, dass wir ewig warten müssen bis alle anderen eingestiegen sind verflüchtigen sich recht schnell – bis wir Kinderwagen und Handgepäck verstaut haben ist auch das Einsteigen fast abgeschlossen. Wir hatten zwar andere Plätze gebucht, finden uns aber dennoch auf den Bulkhead-Seats, also direkt hinter einer Abtrennung im Flieger wieder. Das verschafft ein wenig zusätzliche Beinfreiheit, im Tausch gegen fehlenden Platz unter dem Sitz vor einem. Insgesamt kann ich mich aber mit diesen Plätzen anfreunden. Fensterplatz ist bei einem langen Nachtflug ohnehin nicht gerade von Vorteil. Aufgrund eines Kommunikationsproblems verzögert sich der Start dann doch noch etwa eine halbe Stunde, bis wir in der Luft sind sind wir fast 45 Minuten in Verzug. Die erwarteten Probleme beim Start mit den Kindern treten nicht auf – Yann ist seelenruhig eingeschlafen, Glen ist völlig fasziniert von dem was um ihn herum passiert.

Etwas schwieriger gestaltet sich das Essen, immerhin wissen wir jetzt auch was es mit dem “Infant-Menu” auf sich hat: für Yann gibt es Gläschen, nicht ganz das was wir erwartet haben, aber auch kein Problem. Den Hauptgang müssen wir dann schichtweise bewältigen. Ich hatte begonnen mir “Ralph wrecks the internet” anzuschauen, nach dem Essen schläft Glen dann auch während eines Films ein, Marion und Yann ebenfalls. Ich schaue mir dann doch noch den Film zu Ende an. So recht will ich keine günstige Schlafposition finden, aber irgendwann nach null Uhr deutscher Zeit schlafe ich dann doch ein und kann auch bis rund zwei Stunden vor Landung noch etwas schlafen. Beim Frühstück wiederholen wir das bekannte Schichtessen noch einmal. Kurz nach dem Abräumen und ein wenig Aufräumen des nächtlich angerichteten Schlachtfelds um unsere Plätze (Spielzeug, Decken etc) geht es dann auch schon in den Sinkflug und zur ersten Landung in Südafrika. In Johannesburg müssen wir umsteigen.

Das Entladen klappt recht gut, wir kommen mit den letzten Passagieren von Bord – im Flughafen dann erst einmal ein Pit-Stopp für alle – inklusive Wickeln. Wir sind recht weit weg vom Flughafengebäude angedockt, bis an die Einreise zieht sich der Weg dann doch noch ein gutes Stück. Aufgrund unserer Verspätung sind in kurzer Folge mehrere große Flieger eingetroffen. Die Halle vor der Einreise ist brechend voll und es geht nur im Schneckentempo voran – trotz Visa-Freiheit und Priority-Lane, in welche wir nach einigen Schleifen dann doch kurzerhand wechseln. Schlange stehen nach einem Nachtflug ist schon als Erwachsener anstrengend – mit zwei matschigen bis aufgedrehten Kindern wird es zur Geduldsprobe. Zumal ja auch der Anschlussflug noch irgendwie erreicht werden muss – von Entspannung im Urlaub bin ich an diesem Punkt sehr sehr weit entfernt. Immerhin klappt die Einreise dank guter Vorbereitung (Geburtsurkuden gleich mit übergeben, Pässe fertig aufgefaltet einreichen) dann innerhalb weniger Minuten. Wie ich erkennen kann sind in der Halle nur etwa die Hälfte der möglichen 45 Schalter tatsächlich besetzt. Einfach nur unverständlich, aber: Andere Länder, andere Sitten. Im Flughafen in Johannesburg könnte man ohne weiteres einen Marathon veranstalten – wir holen unser Gepäck, laufen durch schier endlose Gänge bis an den Re-Checkin und danach nochmal durch das gesamte Terminal bis zu den Gates für die Inlandsflüge. Dabei gilt es mit dem Kinderwagen wieder diverse Hürden zu überwinden – ich suche irgendwann nicht mehr nach Optionen für einen Lift sondern nehme ihn kurzerhand mit auf die Rolltreppe. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie schwierig es für Menschen mit deutlich eingeschränkter Mobilität sein muss, durch diesen Irrgarten zügig durchzukommen.

Der Flug nach Port Elizabeth ist dann wirklich nur ein Hüpfer von etwas mehr als 90 Minuten. Glen hat zwar einen Fensterplatz, aber das Fenster ist leider zu weit oben, als dass er im Sitzen hinausschauen könnte, so schläft er kurz nach dem Start ein. Auch ich nutze die Zeit nach dem Mittags-Snack nochmals ein wenig Kraft zu tanken – immerhin muss ich ab dem Flughafen fahren und in Südafrika ist Linksverkehr, also: höchste Konzentration. Gepäckabholen in Port Elizabeth ist völlig unproblematisch, der Flughafen ist recht klein und übersichtlich. Der Weg zur Autovermietung ist erfreulich kurz, der Mietwagen eigentlich auch recht schnell übernommen. Was leider nicht vorliegt ist das Roadbook inklusive einer Karte. Nach einigen Bemühungen bekomme ich immerhin jemanden von der Reisegesellschaft, auf die Schnelle lässt sich das Problem nicht lösen, aber immerhin bekomme ich einen Ausdruck um an die erste Unterkunft zu gelangen.

So ausgerüstet geht es dann an das Abenteuer Linksverkehr. Das klappt recht gut, wir aber zudem noch durch eine Veranstaltung erschwert: In Port Elizabeth wird der Ironman Triathlon ausgetragen – wenn ich das gewusst hätte, wären wir vielleicht doch besser ein paar Tage früher gekommen. Wobei ein Triathlon über die volle Distanz bei mir wohl noch etwas auf sich Warten lässt. Immerhin kann ich es gerade noch verhindern, dass ich mich kurzerhand mit dem Auto auf der Radstrecke wiederfinde. Einiges ist einem in Sachen Rechtsverkehr doch schon in Fleisch und Blut übergegangen. Probleme macht mir vor allem auch noch der vertauschte Blinker und Wischerhebel. So klappt das mit dem Blinken noch nicht wirklich zuverlässig auf Anhieb. Zudem verpassen wir irrtümlich eine Ausfahrt und fahren dann erst einmal Sightseeing durchs Industriegebiet. Aber nicht ganz verkehrt, so kann ich mich noch etwas besser  an den Linksverkehr gewöhnen.

Es geht dann langsam aus der Stadt hinaus, die Straßen werden etwas ländlicher – in der Nähe von Addo nutze ich die Chance am Geldautomaten an Bargeld zu kommen. Die Beschreibung im Vorab-Roadbook und von Google helfen uns nur bedingt weiter. So fahren wir eine Schotterpiste auf gut Glück hinunter ohne zu wissen ob es die richtige ist. Am Ende passt es dann doch und wir kommen in Happy Lands an. Nach dem Check-In fahren wir nochmal los nach Kirkwood – dort hat der Supermarkt auch Sonntags offen. Wir shoppen einmal den Grundbedarf für Selbstversorger – Brot, etwas Belag und Grundnahrungsmittel. An den Umrechungsfaktor muss ich mich noch etwas gewöhnen, ein Rand sind ca. 6 Cent. Der Einkauf ist also recht preiswert. Als erstes Abendessen gibt es dann Nudeln mit Tomatensauce, sehr zur Freude der Kinder. Reichlich knülle falle ich dann Abends ins Bett, die Unterkunft ist superschön und sehr ruhig.