Radurlaub 2024 – Tag 7 – von Aitrach bis Sinningen

Tageskilometer: 32km

Die Nacht hat angesichts des Konzerts etwas später begonnen, entsprechend kommen wir etwas verzögert in die Gänge. Noch dazu hatte ich die Nacht einen Angriff auf meinen Server, weshalb mein e-mail-Postfach am frühen Morgen explodiert. Nach einer ersten Analyse ist aber außer der Welle Mails kein Schaden entstanden – es ist defintiv eine Herausforderung so etwas am Handy zu entschärfen bzw. zu beurteilen. Gut, wenn man Freunde zur Hand hat, die aushelfen können. Continue reading

Radurlaub 2024 – Tag 5 – Röhrenmoos bis Herlazhofen (Camping Moorbad)

Tageskilometer 21,6km

In Röhrenmoos beginnen wir den Tag etwas weniger hektisch als am Vortag. Es gibt diesmal auch ein ausreichendes Frühstück, denn es gibt eine Lieferung direkt an den Campingplatz. So kommen wir auch endlich in den Genuss der typischen Brötchen der Region, den Seelen, ein längliches Gebäck mit Salz und Kümmel.

Vom Campingplatz aus geht es erst einmal dankenswerter Weise etwas bergab, aber die Freude ist nur von kurzer Dauer. Bereits nach nur drei gefahrenen Kilometern bin ich wieder nassgeschwitzt, weil die Strecke sich auf das Plateau hocharbeitet. Marion ist schon am Limit, als wir endlich die erste größere Steigung hinter uns haben. Dankenswerterweise bleibt die Strecke dann bis Kißlegg fast auf dem gleichen Niveau und die Anstiege halten sich in Grenzen. An einer Stelle ist die Beschilderung leider nicht gerad eindeutig und prompt nehmen wir die falsche Richtung. Das merken wir dann rund einen Kilometer später. Dort steht eigentlich ein Radwegweiser, nach einem Blick in die Karte ignorieren wir diesen dann aber und folgen der Beschilderung für Autofahrer – laut der sind es nur noch 5km bis Kißlegg.

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Radurlaub 2024 – Tag 3 – Ravensburger Spieleland

Tageskilometer 15km

Heute haben wir eher einen Ruhetag eingeplant, denn eine weitere Etappe auf unserer Tour. Wir hatten den Kindern schon länger einmal versprochen, das Ravensburger Spieleland zu besuchen. Beim letzten Allgäuurlaub war das etwas zu kurz gekommen.

Vom Campingsplatz aus sind es gerade einmal etwas mehr als 5km. Der Anfang ist auch recht locker, denn es geht bergab. Dass wir das auch wieder rauf müssen, blenden wir erst einmal gekonnt aus. Die Strecke führt uns dann entlang der Bundesstraße in Richtung Spieleland. Kurz vor Liebenau müssen wir eine Baustelle umfahren, der Weg ist aber ordentlich beschildert. Als wir an einem Autohaus vorbei kommen, frage ich kurzerhand nach einer Schraube für Glens Gepäckträger, diese hatte sich bei den ganzen Schlaglöchern gelockert und irgendwann auf nimmerwiedersehn verabschiedet. Die Mitarbeiter sind super freundlich und es findet sich ein passendes Ersatzteil gegen eine Spende in die Kaffee-Kasse. Somit besteht auch vorläufig keine Gefahr mehr, dass uns der Gepäckträger auseinander bricht.

Bis zum Ziel des Tages ist es dann nicht mehr weit, wobei der Wegweiser schon irgendwie für Eltern und Kinder in getrennte Richtungen weist: Eltern links ab ins Hopfenmuseum, Kids nach rechts zum Spieleland. Natürlich radeln wir alle bis zum Spieleland 😉 Der Radstellplatz ist durchdacht und liegt unter Bäumen im Schatten. Es gibt nur eine minimal Schlange vor dem Eingang, die Preise sind nicht zu verachten, aber man macht es ja nicht alle Tage.

Direkt nach dem Eingang nehmen wir erst einmal die Rundbahn (Brio-Style, wenn man schon im originalen Brio-Museum war, ist das ja schon fast eine Pflicht). Somit bekommen wir einen ersten Eindruck über die verschiedenen Bereiche des Parks. Es ist recht voll, aber nicht überfüllt. Ohne Anstehen geht dennoch fast nichts.

Auf dem Weg zum Futureland (im Gravitrax-Stil gehalten), nehmen wir noch Billy Biebers Rafting mit, angesichts der Hitze kommt die Abkühlung durch Spritzwasser und Co gerade recht. Highlights der Runde sind die große Rutsche zu Beginn (mit Raft-Aufzug) und der große Strudel.

Auch am Weg liegt das Rutschen-Paradies mit allerlei schrägen Rutschen in extra-lang bzw. steil: Eine Wellenrutsche, eine Röhrenrutsche und eine Free-Fall-Rutsch stehen zur Auswahl, der Andrang ist nicht wirklich groß und man kommt nahezu direkt an die Reihe. Bei der Free-Fall muss ich mich schon ein wenig überwinden, aber klar: Wenn die Kinder das vormachen, dann kann Papa gar nicht anders.

Am Futureland müssen wir uns dann wieder einreihen für die Achterbahn: Diese hat zwei verschiedene Gondeln: einmal Spinner (dreht in der Horizontalen gegenüber der Bahnebene) und Looper (dreht in der Vertikalen in Fahrtrichtung). Nach der ersten Runde tauschen die Eltern das Gefährt. Ich muss sagen: der Looper macht mir mehr Spaß, Glen hat nach der zweiten Runde dann etwas mit der Übelkeit zu kämpfen. Dennoch gehen wir weiter zum 4D-Kino, bei dem man einer Murmel hinterher rollt. Das ist dann für Glen zu viel und ihm wird richtig übel, so dass wir den Film unterbrechen müssen und das Kino verlassen.

Im Schatten auf einem der Spielplätze nebenan erholen wir uns und machen erst einmal Mittagessen. Danach drehen die Jungs einige Runden auf den Tret-Karts (Moon-Racer). Mit dem drehbaren Aussichtsturm verschaffen wir uns einen Überblick über die umgebende (hügelige) Landschaft. Zudem gönnen wir uns noch eine Cola (die Preise innerhalb des Parks sind echt unverschämt, gut, dass wir Wasser in Flaschen mitführen).

Die nächste Attraktion ist die „World of Memory“, auch wieder eine Art 4D-Kino mit Rundreise um die Welt, aber zusätzlich mit Interaktion, per Joystick wählt man Memory-Karten aus, um sich mit den anderen Mitfahrern im Wagen zu messen.

Ein echter Klassiker darf natürlich nicht fehlen: Das verrückte Labyrinth, allerdings in Lebensgröße. Verschoben werden allerdings nicht ganze Segmente, stattdessen gibt es (Schiebe-)Türen. Ziel sind wie im Vorbild vier verschiedene Punkte des Labyrinths, an denen man seine Spielkarte per Lochzange als erreicht markiert.

Als nächstes gibt es einen Familien-Wettstreit beim Feuerlöschen: erst zum Brandort kurbeln und dort dann per Kurbel das „Feuer“ lange genug löschen und natürlich auch die Rückfahrt muss gemeistert werden. Die Runde entscheide ich mit Yann knapp für mich.

Da hauptsächlich die Eltern bei dem Spiel in der Hitze aus der Puste gekommen sind, ist es gut, dass die Kids sich danach beim Schnecken-Scooter (der Alptraum eines jedes Kleingärtners) selbst beschäftigen können.

Wir finden noch weitere Attraktionen die wir noch nicht ausprobiert hatten: In der Baggermulde geht mit richtigen Minibaggern ans große Buddeln .“na wer steht denn so spät noch am Baggerloch ….“, Auch nicht schlecht und direkt nebenan ist die gigantische Wasserrutsche mit Gummiboten, auch hier gibt es wieder einen Wettbewerb auf zwei parallelen Bahnen. Das macht richtig Laune und erfrischt, denn es ist immer noch brütend warm.

Die Sommerrodelbahn hat man etwas aufgebohrt, statt nur mit Schwerkraft und Schlepplift geht es hier vollständig elektrisch zur Sache. Auch keine schlechte Idee – ich gebe natürlich Vollgas und so ist die Runde viel zu schnell wieder zu Ende.

Glen möchte noch einen Versuch am 4D-Kino in der Future World machen. Diesmal klappt es ohne Unterbrechung, auf dem Weg zum Ausgang gehen wir nochmal Memory spielen, gerade noch so: Wir sind fast die letzte Gruppe des heutigen Tages.

Einige Bereiche haben wir gar nicht erreicht, aber für den Tag ist nun auch Schluss, denn der Park schließt.

Wir radeln frohgemut zu einem Gasthof einen Ort weiter, laut Google sollte der im Gegensatz zum Gasthof in der Nähe des Campingplatz offen haben. Leider Fehlinformation: Montag und Diestag Ruhetag. Immerhin nicht zu viel Umweg, am Automaten des Hofs nehmen wir noch zwei Liter Apfelsaft zur Stärkung mit. Unser nächstes Ziel ist eine Pizzaria in Obereschach, die hat zwar auf, aber man beachtet uns als Gäste fast 20 Minuten nicht und vom Nachbartisch erfahren wir, dass man dort bereits seit einer Stunde auf eine Pizza wartet. Kurzerhand quittieren wir den schlechten Service und gehen wieder. Yann ist total gefrustet und macht die nächsten Kilometer lautstark darauf aufmerksam. Die letzte Chance, die wir jetzt anfahren liegt leider auf dem Berg: wir quälen uns nach oben ans Hofgut Hügle. Das ist dem Aussehen nach erst diese Saison eröffnet und ein vergleichsweise großer Komplex. Modern eingerichtet mit großem Freibereich. So ganz schlüssig ist das Konzept aus Restaurant und Selbstbedienung noch nicht, aber immerhin bekommen wir noch etwas zu Essen und zu Trinken. Wir lernen was eine Dinette ist: die lokale Art der Pizza bzw. Flammkuchen, belegt mit Speck und Kartoffeln – sehr lecker. Preislich ist das ganze nicht gerade ein Schnäppchen, aber immerhin endlich etwas.

Damit wir nicht wieder den Berg runter und wieder hoch müssen, um an den Campingplatz zu kommen, fahren wir über Gornhofen, dafür müssen wir nochmal ein wenig zusätzliche Höhenmeter in Kauf nehmen, was nicht gerade auf Gegenliebe stößt. Es wird schon richtig dunkel, als wir durch den Wald oberhalb des Campingplatz um den Weiher fahren, dort geht es größtenteils bergab auf geschotterten Wegen – gut zu wissen, denn morgen werden wir hier vermutlich nach oben strampeln.

Insgesamt ein sehr schöner und abwechslungsreicher Tag mit etwas Pech bei den Ruhetagen der Restaurants. Ziemlich müde fallen wir ins Bett bzw. kriechen in die Schlafsäcke.

CentOS – „default target masked“ – was zu tun ist

Das hatte ich mir anders vorgestellt: Auf Arbeit gab es ein System das schon einige Jahre auf dem Buckel hat und leider selten Updates gesehen hat. Es läuft dort (noch) ein CentOS 7. Das Update schien eigentlich ganz normal durchgelaufen zu sein:

sudo yum update

Danach ging es wegen des (längst überfälligen) Kernelupdates an den Reboot und dann wurde es weniger lustig… denn die Maschine startet nur noch mit den Meldungen:

default target masked
rescue target masked, freezing

Den exakten Wortlaut habe ich nicht mehr, denn klar: In dem Zustand geht nur noch eine harter Reboot. Immerhin gut, dass die Maschine nicht in irgendeiner Cloud oder einem Rechenzentrum steht.

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Pfingsturlaub 2024 – Tag 6 – zum Ende der Welt und Seifenkistenrennen

Für den Vormittag haben wir uns das Ende der Welt vorgenommen, einem Wasserfall bei Nolay. Bevor wir allerdings starten können, lösen wir einige kleine technische Probleme: einem Campingnachbarn helfe ich mit der passenden Luftpumpe aus, und wenig später brauchen wir auch für Glens Fahrrad das Flickzeug. Immerhin kein großes Loch, eher eine Alterungserscheinung des Schlauchs. So kommen wir ein wenig später los als gedacht. Dafür ist das Wetter nochmal besser und wärmer geworden.

Die Anfahrt zum Ende der Welt ist schon etwas kurios, die Straßen werden immer kleiner und auch die Ankündigung für den Wanderparkplatz in 500m hat Ähnlichkeit mit den letzen Metern eines Marathons, es zieht sich deutlich hin. Immerhin ist der Parkplatz ausreichend bemessen und das Ende der Welt wohl auch gut besucht.

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Pfingsturlaub 2024 – Tag 5 – Eulenjagd in Dijon

Das Wetter hat noch kein Einsehen, es ist weiterhin regnerisch. Daher entschließen wir uns zu einer Stadtbesichtigung in Dijon. Das liegt nur rund 50km nördlich vom Campingplatz. Damit wir auch etwas mehr von der Landschaft sehen, nehmen wir nicht die Autobahn, sondern die Landstraße. Am Ortsrand von Dijon stellen wir dann fest, dass es eine Straßenbahn gibt. Für uns ungewöhnlich haben wir es diesmal echt versäumt, uns vorab über den ÖPNV zu infomieren. Stattdessen haben wir ein Parkhaus in der Nähe der Altstadt gefunden, das erträgliche Preise hat.

Dijon selbst bereitet sich auf den Sommer und den Ansturm der Touristen vor: Unser erster Eindruck: eine gigantische Baustelle mit jeder Menge Umleitungen. Wir steuern zielsicher das Office du Tourisme an. Wie ich vorab recherchiert habe, gibt es eine Art Schnitzeljagd durch die Stadt. Markiert mit dem Symbol der Stadt, einer Eule. Anhand der Markierungen auf dem Boden geht es an die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Stadt. So kommen wir an der berühmten Kirche Notre Dame vorbei, ebenso geht es zum Palais des Ducs. Dies war einst der Sitz der Grafen der Bourgogne. Je später es am Nachmittag wird, um so besser wird auch das Wetter.

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Pfingsturlaub 2024 – Tag 4 – Radtour nach Meursault mit Weinverkostung

Das Wetter am Donnerstag ist zwar bedeckt, aber zumindest nicht regnerisch. Da wir die Räder mitgenommen haben, entscheiden wir uns für einen Test der Route des Vignobles, der auch in Beaune vorbei führt. Wir sind noch nicht einmal zwei Kilometer weit gekommen, da haben wir die erste technische Panne: Yanns Sattel hat sich gelockert und im mitgeführten Werkzeug habe ich natürlich nicht die passende Größe Inbus-Schlüssel. Das gesamte Sortiment in allen Abstufungen liegt am Campingplatz im Auto, also machen wir eine kurze Schleife, um das Problem zu beheben. Sicherheitshalber packe ich den Satz dann auch ein, nicht dass sich der Sattel bei den Buckelpisten immer wieder loswackelt.

Die Beschilderung ist größtenteils leicht erkennbar und so radeln wir eine ganze Weile durch die Weinberge. Der Ausblick auf das Tal lohnt die Auffahrten, die sich in den Weinbergen verstecken. Eine Umleitung bei Volnay ist direkt erkennbar ausgeschildert und leicht zu befolgen. In Volnay selbst machen wir dann Mittagspause. Im Vergleich zum Tag eins sind wir nur sehr wenige Kilometer geradelt. Eigentlich würde es sich ja jetzt bereits anbieten bei einem der Weingüter einen Stop zu machen, direkt am Rastplatz gibt es sogar zwei vignerons indépendants. Aber es ist Mittagszeit und daher haben die natürlich zu. So fahren wir frisch gestärkt weiter nach Meursault. Continue reading

Radfahren mit Kindern – Sicherheit beim Radeln

Dieser Post ist ein Teil der Miniserie über das Radfahren mit Kindern. In diesem Artikel geht es um die gefühlte Sicherheit beim Radeln und was man dafür tun kann. Wie sich zeigt: eine ganze Menge.

Sicherheit auf dem Rad ist ein großes Thema und das fängt bei der Beherrschung des Fahrrads an. Wenn ich mein Fahrzeug gut im Griff habe und es einfach zu handhaben ist, dann habe ich wesentlich mehr Kapazität im Kopf, die ich nutzen kann um mich zu orientieren oder Gefahren einzuschätzen. Das gilt ganz besonders für Fahranfänger jeglichen Gefährts. Hier hilft aber wenig Theorie, sondern gewisse Abläufe muss man lernen und sie im wahrsten Sinne des Wortes „blind“ anwenden können. Häufig leider auch schon erlebt: Die Eltern selbst sind sich beim Radfahren eher unsicher – diese Unsicherheit überträgt sich ohne Frage dann auch auf den Nachwuchs. Klar: wenn man sonst immer mit dem Auto unterwegs ist, dann fehlt einem mit einem Male die gewohnte Knautschzone / Schutzhülle / Polsterung um einen herum. Noch dazu sind unsere Sinne und Muskulatur die ungewohnten Abläufe nicht (mehr) gewohnt. Daher hier ein dringender Tipp: Wer möchte, dass die Kinder sicher Radfahren können, der muss es als erstes selbst einmal praktizieren. Das geht häufig einfacher als man denkt.

Selbst sicher radfahren und Vorbild sein

Ein Klassiker ist sicherlich die Radtour am Wochenende, aber da möchte man ja auch die Kinder ggf. mitnehmen. Einfacher geht es unter der Woche indem man einfach einmal auf das Auto verzichtet und den Weg zum Einkaufen mit dem Rad zurück legt. Wenn man dann mehrfach fahren muss, weil der Großeinkauf nicht auf einmal aufs Rad passt: Um so besser, so bekommt man gleich mehrfach die Chance selbst sicherer zu werden. Auch der Weg zum Arbeitsplatz bietet sich immer wieder an, es muss ja nicht gleich immer die ganze Strecke sein. Zum Einsteig reicht es ja ggf. das Auto auch nur etwas weiter entfernt vom Arbeitsplatz abzustellen und dann einige wenige Restkilometer mit dem Rad zu bewältigen. Ähnliche Kombinationen gehen auch sehr gut mit dem ÖPNV: Einfach ein paar Haltestellen früher oder später einsteigen und schon kann man das Radeln wunderbar selbst üben. Man merkt nach meiner Erfahrung sehr schnell eine deutliche Verbesserung was das eigene Sicherheitsempfinden auf dem Rad betrifft und man macht auch erste Erfahrungen mit den Problemen mit denen man als Radfahrer immer wieder konfrontiert ist.

Was man bei einem derartigen Versuch mit hoher Wahrscheinlichkeit feststellen wird: Man wird als Radfahrer immer noch als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse wahrgenommen. Das fängt bei fehlenden Abständen an: Häufig erlebt man Überholmanöver bei denen man denkt: ein wenig mehr Geduld seitens des motorisierten Verkehrs, dann wäre auch Platz zum Überholen gewesen. Das sind auch die Situationen in denen man an Kinder und Jugendliche denken muss (sofern diese schon auf der Straße fahren dürfen/müssen): mit etwas geringerer Größe wirkt die ganze Situation gleich nochmal gefährlicher. Wer es einmal ausprobieren möchte dem sei die Leihe eines 26-Zoll Rades bzw. eines Rades mit kleiner Rahmengröße empfohlen. Die wenigen Zentimeter machen eine ganze Menge für das gefühlte Sicherheitsempfinden aus. Wichtige Erkenntnis an dieser Stelle auch: Bin ich selbst mit dem Auto unterwegs, dann kann es sinnvoll sein auch einmal etwas Geduld zu haben. Der Radfahrer vor einem ist in der Regel nicht der Grund für eine Verspätung.

Getrennt geführte Radwege und alles ist gut?

Hat man das Glück und es gibt eine getrennte Verkehrsführung für Radfahrer, so muss das leider kein positiver Beitrag zum Sicherheitsgefühl oder zur Sicherheit des Radfahrers bedeuten. Vielfach bekommt man ganz knallhart immer noch zu spüren, dass man als Radfahrer eigentlich eher in die Verbannung sollte denn am Verkehr teilhaben. Für das Radfahren mit Kindern sind getrennt geführte Radwege definitiv eine sinnvolle Sache, allerdings darf man dabei das Ziel nicht aus den Augen verlieren und es muss erreichbar bleiben.

Das betrifft gleich mehrere Faktoren: Große Umwege sind als erwachsener Radfahrer lästig, für Kinder sind kurze Wege unabdingbar – drei vier Kilometer extra zum Ziel sind kein attraktiver Radweg sondern eine Zumutung, für Kinder und auch für Pendler auf dem Rad. Pro Kilometer Umweg kann man grob 4-6 Minuten Fahrzeit einrechnen. Ob ich ca. eine Viertelstunde früher oder später los kann bzw. früher am Ziel sein kann ist schon ein Unterschied. Gibt es anstelle des Umwegs möglicherweise weniger sichere Alternativen, so muss man davon ausgehen, dass diese auch durch Radler genutzt werden, auch durch Kinder und Jugendliche.

Es führt ein Radweg nach Nirgendwo

Das nächste Problem ist die fehlende Kontinuität / Durchgängigkeit von Radwegen: Es bringt rein gar nichts wenn ein Radweg für einige Kilometer super ausgebaut und ordentlich geführt ist, wenn er unvermittelt endet und man dann doch wieder auf der Straße fahren muss. Ein derartiges Ende ist in der Regel noch zu verschmerzen, wenn auch gerade für Kinder eine nicht immer gut einzuschätzende Situation. Ärgerlicher wird es wenn dann auf dem Radweg bzw. auf der Strecke noch Hindernisse wie Poller, Verbote, Unterführungen und ähnliches lauern. Ganz häufig sind 90% der Strecke eigentlich super zum Radeln und sind auch für Kinder und Jugendliche gut zu bewältigen. Problematisch sind dann irgendwelche „Anschlüsse“ weil man eine große Straße queren muss an der es aber an geeigneten Möglichkeiten mangelt, oder die Unterführung wieder mal nur für Fußgänger ist und man das Rad die Treppen tragen muss.

Sichtbar werden, sein und bleiben

Da man als Radfahrer oftmals leider schon als Erwachsener gerne einmal „übersehen“ wird, ist das um so mehr zutreffend wenn es um Kinder und Jugendliche geht: Diese sind einfach nicht so groß wie die Erwachsenen und wissen ggf. auch noch nicht, wie man sich verhält um nicht übersehen zu werden. Ein wichtiger Punkt hierbei fängt bei der Bekleidung an: Helle und reflektierende Kleidung macht es verdammt schwer einen Radler zu übersehen. Wenn die normale Kleidung dazu gerade nicht passt, helfen Warnwesten/Jäckchen zum Überziehen.

Das nächste Thema ist gerade bei längeren Ausfahrten ein kontroverses: Licht am Rad. Immerhin sind die Zeiten vorbei, dass man zwingend ein Dynamolicht benötigte um regelkonform unterwegs zu sein. Für Erwachsene und Jugendliche empfiehlt sich definitiv heute ein Nabendynamo mit passend fest installiertem LED-Licht. Der Rollwiderstand ist fast nicht spürbar und dank LED-Technik sind die Lichter auch ausreichend hell. Schwachpunkt ist manchmal die Verkabelung, hier heißt es: regelmäßig prüfen ob noch alles funktioniert. Für Kinderräder gibt es die Option meistens nicht, hier sind Batterie-Lichter Mittel der Wahl, denn ein Seitenläufer-Dynamo, der oftmals gut gemeint vormontiert ist, ist leider eine Technik aus dem letzten Jahrtausend und macht gerade Kindern das Radeln ungleich viel schwerer. In einem weiteren Post werde ich auf die Technik am Rad für Kinder und Jugendliche nochmals genauer eingehen.

Üben, Üben, Üben – regelmäßiges Training

Wie schon zu Anfang des Artikels geschrieben ist Routine beim Radfahren durch nichts zu ersetzen. Das gilt für den erwachsenen Radler genauso wie für Kinder. Man verlernt Radfahren zwar in der Regel nicht wenn man es einmal gelernt hat, aber regelmäßig gemacht läuft es einfach flüssiger. Daher sollte Radfahren im Zweifel für die Kinder und Jugendlichen nicht nur eine von vielen „Wochenend-Aktivitäten“ sein, sondern auch unter der Woche sollte es regelmäßig Möglichkeiten und Anreize geben, das Rad zu nutzen. Der Weg in die Schule ist ja leider oftmals Tabu, aber es gibt genügend andere Möglichkeiten im Tagesablauf und wenn es nur die 500m bis zum Supermarkt oder Bäcker sind.

Wenn man etwas mehr üben möchte, dem sei es empfohlen in einer Seitenstraße, am Spielplatz oder im Innenhof (ggf. muss man etwas kreativ werden) einen kleinen Parcours aufzustellen bzw. abzustecken. Das geht ganz einfach mit Straßenmalkreide oder wenn es professionell aussehen soll mit kleinen Pylonen, die gibt es günstig im Internet. Mit dieser Ausrüstung kann man gut Kurvenfahrten und Gleichgewicht schulen, z.B. Slalom. Auch kann man den Überblick üben: „nur jedes zweite Hütchen“ oder auch „an einer grünen Markierung links, an einer gelben nach rechts“. Eine ganz wichtige Übung ist das richtige Abbremsen: Schwung holen und dann an einer markierten Position / Linie passend anhalten.

 

 

 

Angkor Ultra Trail – der Tag nach dem Lauf

Der Tag nach dem Lauf startet (wie zu erwarten) mit etwas Muskelkater. Aber es hält sich für die Strecke absolut im Rahmen und auch die Nacht war ohne Krämpfe oder sonstige „Nebenwirkungen“. Natürlich habe ich etwas ausgeschlafen, aber so richtig lange liegen bleiben war dann doch nicht. Also raus aus den Federn und ran ans Frühstücks-Buffet. Der Weg zum Buffet hatte dann auch die erste Nagelprobe des Tages: Aufzug oder Treppe? – Treppe natürlich, schon allein damit die Muskeln wieder beweglich werden. Fazit, das war nach 100km schon mal schlimmer (oder ich bin gestern doch zu langsam gelaufen…)

Im Speisesaal habe ich in die Vollen gegriffen und fast 45 Minuten lang getafelt (oder müsste man eher sagen reingeschaufelt) – einmal das ganze Buffet von vorne nach hinten durch: von süßen Brötchen über Wurst, Müsli bis hin zur Nudelsuppe und einem Omlett. Irgendwie müssen die Energiespeicher ja wieder aufgefüllt werden, auch wenn meine Fitness-App nur von rund 72h bis zur vollständigen Regeneration ausgeht, was mir etwas kurz vorkommt.

Da ich Siem Reap noch nicht erkundet habe, hole ich das nun nach. Nachdem ich nochmal in die Karte geschaut habe, wage ich den Versuch und spaziere vom Hotel in Richtung Innenstadt. Dabei nehme ich praktischerweise den Besuch in den „royal independence gardens“ gleich mit, das liegt auf dem Weg zum Fluss und in Richtung Zentrum. Der Park ist nicht groß aber hübsch gestaltet, wenn auch touristisch immer wieder etwas „überschwemmt“, wenn gerade ein ganzer Reisebus einfällt.

Entlang des Fluss geht es in Richtung „old market“, welcher mit der Pub-Street (die heißt aus gutem Grunde so) das touristische Zentrum bildet. Der Markt hat Ähnlichkeit mit den Markthallen, die ich aus Südeuropa kenne, nur wesentlich dichter gepackt und gefühlt ein wenig chaotischer. Verkauft wird nahezu alles, was man sucht. Man darf sich dabei nicht von den vielen äußeren Ständen blenden lassen, die teilweise die Eingänge ein wenig unscheinbar wirken lassen. Drinnen geht es dafür um so bunter zu. Von Kleidung über Schmuck bis hin zu den verschiedensten Lebensmitteln gibt es eigentlich nichts, was man nicht bekommen könnte.

Ich sehe mich auch auf der anderen Seite des Fluss um, dort ist der „Night Market“ – der Name ist größtenteils Programm, dort haben sich verschiedene Künstler und Kunsthandwerker eingerichtet. Es ist noch nicht ganz Mittag, aber ich habe schon wieder Hunger. Daher nehme ich in einem der Restaurants am old market Platz, das Angebot in der Pubstreet ist nett gemeint, aber auch irgendwie etwas „schräg“, denn es gibt fast in jedem Restaurant internationale Küche. Da ist mir das kleine Lokal doch wesentlich lieber und noch dazu günstiger.  Es gibt ein leckeres Curry.

Nachdem noch nichts los ist, schlage ich erst nochmal die Richtung zum Hotel ein, diesmal ein etwas anderer Weg, um noch einige zusätzliche Eindrücke zu gewinnen. Im Hotel ist dann erst noch etwas Entspannung am Pool angesagt, das tut richtig gut. Zudem schreibe ich noch den Laufbericht für den Trail fertig.

Im Laufe des Nachmittags mache ich mich dann auf den Weg zu einem Tipp, den mir Marion hat zukommen lassen, als mögliches Mitbringsel. Da unsere Wohnung gefühlt schon voll ist mit „Kruschd und Gedöns(tm)“ bzw. „Deko und Klimbim“, haben wir uns auf die kulinarischen Mitbringsel verlegt. So mache ich mich auf die Suche nach Sombai Liqueurs and Souvenirs, diesmal nehme ich auch das Tuk-Tuk bis zum alten Markt, von dort aus ist es nur ein Katzensprung. In die Straße, in die mich Google Maps dann lotst, wäre ich wahrscheinlich so nicht hinein gelaufen, aber die Location entpuppt sich als Volltreffer und es gibt lustige Dinge entlang des Weges – unter anderem einen Stand der mit „original Berliner Döner“ wirbt.

Bei Sombai bekomme ich eine private Kurzführung samt Verkostung. Man hat sich auf die Herstellung von verschiedenen Likören spezialisiert, mit bekannten und weniger bekannten Geschmacksrichtungen. Ein Highlight sind zudem die teilweise handbemalten Flaschen. Die sind nicht nur hübsch anzuschauen sondern auch Teil eines cleveren Kundenbindungsprogramms, wenn man wiederkommt und die Flaschen zum Auffüllen mitbringt, gibt es Rabatt.

Da es bereits langsam Abend wird, haben im Night Market jetzt auch weitere Shops geöffnet, schon interessant, was es dort alles an Kunst gibt, aber so ganz mein Geschmack ist da doch nicht dabei – vom Aufstellen daheim einmal ganz zu schweigen.

Mein Ziel ist aber eigentlich ein anderes: nur einige hundert Meter vom Night Market befindet sich die Embargo-Bar, die Adresse für Craft-Bier in Siem Reap. Die Auswahl ist sehr vielfältig, ich nutze die Chance für eine Verkostung. Im Gespräch mit dem Inhaber erfahre ich, dass es noch eine weitere Spezialität gibt, einen Schnapps aus Cashew Nüssen und Cashew-Frucht (beides kann man essen und wird hier auch auf dem Markt verkauft). Das muss ich natürlich dann auch noch probieren. Zudem gibt es doch noch eine kleine Portion „Artwork“ – in der Bar hängt eine fiktive Karte eines U-Bahn-Netzes (angelehnt an die London-Tube), welche die Tempel von Angkor verbindet. Praktisch, dass die auch gleich in der Bar verkauft werden.

Auf dem Weg zurück zum Hotel gibt es noch eine Portion Nudeln in einer der Garküchen. Eines muss man lassen: Essen ist hier vergleichsweise günstig und immer lecker.

Im Hotel steht dann noch das notwendige Übel an: Sachen zusammen packen und alles bereit machen für die Rückreise. Insbesondere das verschwitzte (wenn auch kurz ausgespülte) Laufzeugs luftdicht verpacken, damit es nicht den ganzen Koffer kontaminiert.

Für morgen steht noch der Besuch des Angkor National Museums auf dem Plan, laut mehrere Aussagen soll das gut gemacht sein und es liegt sehr zentral in der Nähe des Shuttle-Service zum Flughafen.

Angkor Wat Ultra Trail in Kambodscha – Anreise

Beim Médoc Marathon letztes Jahr habe ich an einer Tombola teilgenonmmen und doch glatt den Startplatz über 100km in Angkor Wat gewonnen. Das hat mir bis jetzt ein umfangreiches Wintertraining beschert, nun ist es fast soweit und ich starte die Anreise. Ist ja nicht wie meine sonstigen Läufe, bei denen ich einfach „hinfahren, laufen, heimfahren“ machen kann.

Das erste Abenteuer der Reise war es, von Schwetzingen nach Frankfurt an den Flughafen zu kommen, nicht, dass ich mich nicht frühzeitigst um eine Bahnfahrt gekümmert hätte, aber die Lokführer streiken natürlich genau am Reisetag. Immerhin gibt es noch einen Rumpffahrplan, so bin ich früher als geplant unterwegs und bekomme noch dazu eine Sightseeingtour durch die Rheinebene spendiert. Ich bin aber schon froh, als der ICE sich in Mannheim dann endlich in Bewegung setzt. Ich hatte ja schon fast überlegt, ob es noch reichtm wenn ich eine letzte Trainingseinheit über die rund 70km einlege.

Einige Kilometer Laufwege kommen am Flughafen dann auch nochmal zusammen, es läuft aber alles sehr entspannt durch Check-In und Security. Noch dazu gibt es ein Goodie für mich: als fitter Alleinreisender werde ich prompt gefragt, ob ich am Notausgang sitzen möchte. Das heißt zusätzliche Aufgaben im Notfall, aber eben auch ausreichend Platz für die Beine.

Der Flug ist vor allem eines: sehr lang, fast 12h bin ich unterwegs bis zum ersten Zwischenstop in Ho Chi Minh City (auch bekannt als Saigon). Der Sitz am Notausgang ist recht komfortabel, hat allerdings auch einige Nachteile, unter anderem die etwas anderen Displays (es gibt ja keinen Sitz vor einem), bei meinem funktioniert leider der Touchscreen nicht, das macht die Bedieunung über die eingebaute Fernbedienung notwendig, was etwas fummelig ist. Passend zu meinem Ziel schaue ich mir dann Tomb Raider an, ein Teil des Films wurde in den Tempelanlagen von Angkor Wat gedreht. Sozusagen eine etwas andere Vorbereitung auf den Zielort.

So richtig schlafen kann ich im Flieger dann doch nicht, aber richtig wach bleiben auch nicht. Immerhin ist es sehr bald angehm dunkel und nach dem Abendessen mit einem Becher Weißwein (wird ohne Aufpreis serviert) schlummere ich dann doch ein wenig.

Wir landen vor der geplanten Zeit in Ho Chi Minh City, es ist kurz nach sechs Uhr in der Frühe als ich den Flieger verlasse. Nun folgt leider ein etwas nerviger Teil der Reise, den ich bei kommenden Besuchen anders lösen möchte: Ich habe etwa 8h Aufenthalt am Flughafen. Immerhin gibt es eine nette Aussicht aufs Vorfeld und kostenfreies WLAN. Irgendwann gehe ich dann aber doch in den etwas ruhigeren Teil, sichere meine Sachen und lege mich auf eine der Bänke, um etwas des fehlenden Schlafs nachzuholen. Das Powernapping klappt recht gut und so bin ich zur Mittagszeit dann wieder soweit fit, um mir ein Mittagessen zu genehmigen. Ich nehme eine Art Suppe „Beef Pho“ – sehr lecker und ich mache auch erste Bekanntschaft mit dem lokalen Gemüse: was aussieht wie eine grüne Tomate sind Chilli-Ringe, und die haben ordentlich Dampf. Nach dem Essen qualmen die Nebenhölen, aber das macht mir ja wenig aus.

Bis zum Abflug zieht es sich dann noch ein wenig, ich checke immer mal wieder, ob ich eine Rückmeldung für meinen Shuttle-Service habe. Leider Fehlanzeige bis zum Boarding. Jetzt mache ich zum ersten Mal kurze Bekanntschaft mit dem Klima, es geht aus dem Terminal zum Bus und vom Bus dann in den Flieger. Der erste Eindruck: sehr warm. Im Flugzeug ist es dann wieder so kalt, dass ich einen Pulli anziehe, um mich nicht zu erkälten.

Der Flughafen in Siem Reap ist noch nagelneu, wie ich später erfahre, ist er erst im Oktober 2023 in Betrieb gegangen – nach nur drei Jahren Bauzeit. Ich denke da an einen deutschen Flughafen, der auch nach dem doppelten der Zeit nicht fertig war … Das Verkehrswesen ist auf den neuen Flughafen nocht nicht ganz eingestellt, der alte lag direkt in der Stadt, da hätte ich fast zum Hotel laufen können wenn notwendig. So wären es um die 50km, inklusive Gepäck keine Chance und der Shuttle-Service klappt leider nicht. Stattdessen bilde ich mit einem Backpacker aus Italien eine Gemeinschaft und wir kommen für 25 Dollar beide ans Ziel. Das ist mir in dem Moment auch ganz recht, denn es ist schon etwas spät und vor allem dunkel – ich will einfach nur noch ankommen.

Später erfahre ich dann, wie es besser geht: Es gibt einen Shuttle, den werde ich mir für den Rückweg vormerken, allerdings muss man vom Hotel noch ein Stück bis an den Haltepunkt kommen. Das wird, genauso wie die Detailplanung für den Montag, noch ein wenig Knobeln und Erfahrungen sammeln.

Die Fahrt durch die Nacht ist ruhig, auch wenn ich einen ersten Vorgeschmack auf die Verkehrssituation bekomme, die Straßen sind meist gut ausgebaut, aber die Regeln werden großzügig ausgelegt, insbesondere beim Überholen. Merke: Wenn man selbst hier fahren will, braucht man gute Nerven, auch wenn der Verkehr nicht übermäßig hektisch oder stressig ist. Definitiv keine gute Idee nach der Anreise gleich in der Nacht mit dem Mietwagen hier fahren zu wollen. Imposant ist die Einfahrt nach Siem Reap bei Nacht, es ist fast ein wenig wie Las Vegas, plötzlich ist um einen herum alles nahezu taghell erleuchtet.

Es ist kurz vor 20h am Donnerstag Abend, als ich das Hotel erreiche, Check-In ist völlig unproblematisch, man wird hier sogar bis ans Zimmer begleitet. Das Hotel selbst ist nicht schlecht, wenn auch mit dunklem Dekor in Holz nicht ganz mein Stil. Das Zimmer ist groß und sauber und die Klima-Anlage hat ganze Arbeit geleistet, die stelle ich erst einmal wieder auf erträgliche 20 Grad Celcius um. Im Erdgeschoss versuche ich noch schnell die Startnummer abzuholen, aber die Helfer gehen gerade in den wohlverdienten Feierabend. Ich mache mich also noch kurz auf den Weg zum Supermarkt und einem funktionierenden Geldautomaten. Das ist ganz interessant hier: Vor dem Supermarkt steht nicht nur ein Geldautomat, sondern derer gleich zehn verschiedene. Ich nehme also irgendeinen, denn meine Bank ist hier definitiv nicht vertreten und die Kreditkartengebühren sind überall ähnlich. Bezahlt wir hier übrigens hybrid: Einerseits geht es fast immer in Dollar, aber man bekommt die Subdollar-Beträge in kambodschanischen Riel zurück.

Völlig knülle falle ich dann erst einmal ins Bett, auch wenn der Schlaf nicht ganz so dolle ist, die innere Uhr ist noch nicht in Kambodscha angekommen. Ich bin gespannt was die kommenden Tage bringen.