Controlling und wie es Innovation hemmt

Ein Unternehmen sollte Gewinn erwirtschaften oder zumindest seine Besitzer und Mitarbeiter ernähren. Mehr Erfolg sei jedem gegönnt. Ein wichtiges Werkzeug in diesem Bereich ist die Buchhaltung und auch die Planung von Ressourcen. Früher nannte man das Mittel Kosten- und Erlösrechnung – neudeutsch heißt es Controlling.

Das Werkzeug ist für die Führung eines Unternehmens unabdingbar, soviel ist klar – denn wenn man keine Ahnung über seine Kosten und Erlöse hat, merkt man nicht ob man Gewinn macht oder ob man kurz vor (oder gar schon in) der Insolvenz steht.

Leider ufert das Controlling in vielen Unternehmen aus – es wird nicht mehr mit Maß und Ziel durchgeführt sondern es wird zum einzig messbaren Erfolgskriterium erkoren. Jede Ausgabe muss gerechtfertigt werden, jeder Handgriff wird mit einem Wert versehen. Und ehe man es sich versieht füllt man als Mitarbeiter mehr und mehr Seiten Papier oder schreibt irgendwelche Reports für Vorgesetzte zusammen, als man eigentlich Arbeit macht.

Besonders verheerend wirkt das Ganze, wenn dann auch noch Dokumentation doppelt gemacht werden muss – einmal die eigentliche Arbeitsorganisation (z.B. ein Ticket-System, in dem Arbeitszeiten und durchgeführte Arbeiten festgehalten werden) und dann auch noch manuell aufbereitet und komprimiert für das Reporting. Häufig wissen die Vorgesetzten leider nicht wirklich gut mit den zur Verfügung stehenden Werkzeugen und Daten umzugehen. Nicht immer ist dies auf mangelndes (Fach-)Wissen zurück zu führen, teilweise sind auch einfach die Rahmenbedingungen und Abläufe zu schlecht strukturiert, als dass man dem Datenberg mit Data-Mining und Algorithmen Herr werden kann. Hier müssten viele Führungskräfte nur dann dummerweise vor ihrer eigenen Haustüre kehren, denn oftmals stammen die Prozesse und Vorgaben ja von Ihnen. Aber es ist ja nicht schick, feststellen zu müssen das man sich geirrt hat und nun seine eigene Idee revidieren muss. Stattdessen wird dann eben wieder noch mehr manuelles Reporting eingefordert. Ein Teufelskreis kann entstehen und tut es leider häufiger als man es ahnt.

Irren ist menschlich und ich habe Respekt vor jedem Menschen, der während seiner Arbeit feststellt, dass er eine falsche Entscheidung getroffen hat, oder eine Idee sich in der Realisierung als nicht zielführend erweist. Diesen Fehler einzugestehen ist ein gewaltiger Schritt und zeugt von echter Stärke. Leider wird dies oftmals mit einem Knick in der Karriere gleichgesetzt.

Das traurige Ende vom Lied ist, dass keiner einen Erfolg hat: Das Reporting wird als lästige Pflicht empfunden und entsprechend den Vorgaben gemacht, so dass es irgendwie passt und dem Vorgesetzten gefällt (nur runter damit vom Tisch). Die Aussagekraft dieser Dokumente geht leider gegen null. Auf der anderen Seite werden die Mitarbeiter durch das Reporting ausgebremst oder gar massiv behindert ihre Arbeit zu machen. Jede Idee oder der Versuch neue Technologien ergebnisoffen auf ihre Einsatzfähigkeit im Unternehmen zu prüfen muss mit potentiellen Werten unterfüttert werden. Vielfach kommt es zu einer Ablehnung, weil ja aktuell andere Dinge wichtiger/dringender sind oder es „funktionierende“ Lösungen gibt. Spätestens nach der dritten Ablehnung ist die Resignation und der Frust groß, und weitere Versuche werden nur noch sehr spärlich unternommen, oder irgendwie „unter dem Tisch“ ausgeführt. Das Vertrauen in das Unternehmen sinkt rapide.

Das mittel- bis langfristige Ergebnis kann man in vielen großen Firmen sehen: Trends werden nicht rechtzeitig erkannt oder können wenn sie benötigt werden nicht qualitativ hochwertig umgesetzt. Denn wenn ein Trend den Durchbruch schafft, dann braucht man wieder schnelle Lösungen, die mit erfahrenen Mitarbeitern kein Problem wären. Stattdessen muss nun bei 0 begonnen werden Know-How aufzubauen oder es wird etwas „gebastelt“.

Es ist genau die Offenheit die viele Startups so erfolgreich macht. Oftmals fehlt dort anfänglich das Controlling und das Kostenbewustsein – es wird wesentlich mehr experimentiert. Auch das kann nach hinten losgehen, dies soll hier nicht verschwiegen werden. Aber genau die Freiheit ermöglicht es innovativ zu arbeiten.

Die Wahrheit oder das Optimum liegt wahrscheinlich irgendwo zwischen den beiden Extremen: Eine gute Kontrolle über die Ergebnisse der Arbeit, muss mit heutigen Mitteln nicht blockierend wirken. Die vielgeforderte (Kosten-)Transparenz hat leider auch einen Haken: Transparent heißt nun mal eben „durchsichtig“ – man sieht bis auf den Boden der Tatsachen – ohne jegliche Abstraktion oder Zwischenebenen – es ist dann Aufgabe des Betrachters den „Fokus“ der eigenen Brille richtig einzustellen, und das richtige Level der Abstraktion zu finden. Es war selten leichter als heute mit Unterstützung von Software diesen Fokus schnell (teilweise in Echtzeit) zu verändern: Aus der Summe einzeln aufgeschriebener Einzelschritte mit Personen und Stunden kann man für den ersten Überblick Summen bilden. Setzt man passende Werkzeuge und Strukturen ein, trägt jeder Aufgabe noch weitere Merkmale mit sich, nach denen man gruppieren / summieren kann, z.B. die Einordnung einer Aufgabe/Tätigkeit in ein Projekt, einen Fachbereich – der Fantasie sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Die entsprechenden Strukturen zu schaffen und zu pflegen kommt leider nicht von allein und vielfach müssen diese auch in mehreren Schritten „ermittelt“ werden. Auch hier darf in meinen Augen experimentiert werden, es muss nur klar kommuniziert werden, zu welchem Zweck die Daten benötigt werden und dass es ein Versuch ist, der auch fehlschlagen darf. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, und wenn der Versuch nicht zielführend ist, dann muss auch klar kommuniziert werden „das war gut gedacht, hat aber leider nicht so funktioniert“. Auch beachten muss man hier, dass Veränderungen ggf. etwas Zeit bedürfen und man nicht nach wenigen Tagen bereits sinnvolle Ergebnisse erwarten darf.

Soviel als Wort zum Freitag von einem controlling-geplagten und angenervten Arbeitnehmer.

Drei Monate und ein wenig Papa

Wahnsinn, wie die Zeit verflogen ist. Die Elternzeit und Urlaub sind schon etwas mehr als einen Monat vorrüber. Das Alltagsleben hat sich also (mit ein wenig Verzögerung wegen Grippe) wieder eingespielt.

Dem Sohnemann geht es  gut, das ist die Hauptsache. Wir beobachten fleißig Fortschritte die er immer  wieder macht – jedesmal sind wir etwas erstaunt und freuen uns natürlich total. Mit dazu beigetragen hat sicherlich auch der Kontakt mit Gleichaltrigen beim PEKIP zusammen mit den Anregungen die wir dort gemacht haben.

Zu meinem Leidwesen gehören zum PEKIP auch jede Menge Kinderlieder – nicht das die schlimm oder peinlich wären, aber die begleiten mich seitdem immer wieder als Ohrwurm… Zu einigen fallen mir dann auch immer noch die verballhornten Varianten ein, die wir selbst als Kinder gesungen haben. Besonders lästig sind mir dann Rythmen die auch noch zu meinem Laufstil passen – morgens PEKIP mit Singen und Abends jogge ich dann zum Beispiel zu „drei kleine Fische …“ Innerlich hoffe ich, dass er möglichst bald zu „vernünftiger“ Musik findet (einiges spielen wir ihm ja dann doch auch mal vor, oder wenn mir nichts besseres zum Einschlafen mehr einfällt, dann singe ich auch mal etwas aus meiner Collection vor).

In der Arbeitswelt ergibt sich vielleicht demnächst eine Veränderung für mich. Der Abstand mit der Elternzeit hat mir auch die Chance gegeben, etwas zu reflektieren. Um so mehr sind mir Ärgernisse und Schwachtellen aufgefallen, an denen ich wohl nichts mehr ändern kann, weil sie nicht meine eigene Arbeit betreffen sondern die Art und Weise wie gearbeitet wird. Vor allem der regelmäßige Austausch mit anderen informatik-affinen Personen die auf meinem Level sind, ist ein Mangel der mir auf die lange Sicht doch etwas zu schaffen macht. Noch heißt es abwarten, aber ich denke im Laufe des Jahres wird sich hier eine Veränderung ergeben – auch wenn das mal wieder viel auf einmal ist.

 

 

Unternehmen und moderne Kommunikationsmittel

Kaum eine andere Technik hat sich innerhalb kürzester Zeit so stark verändert wie das Kommunikationswesen – noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts war der gängigste Weg ein Brief oder die Kurzfassung des selbigen in Form einer Postkarte. Diese wurde mit den jeweils probaten vorhandenen Verkehrsmitteln befördert – per Pferdekutsche, per Kurier zu Fuß oder auf dem Pferd später dann auch per Eisenbahn oder Kraftfahrzeug. Mit der technischen Weiterentwicklung wurden vor allem die Latenz und Wartezeiten verkürzt – von Laufzeiten im Tages bis Wochenbereich auf einige weniges Minuten oder gar Sekundenbruchteile bei Verwendung eines Telegraphen oder später Telefons. Die letzten Veränderungen liegen nunmehr ungefähr 30 Jahre zurück – mit dem Aufkeimen des Internet gewann die Kommunikation auf elektronischem Wege eine neue Qualität: der Siegeszug der e-mail begann, noch etwas jünger sind Kommunikationswege wie Instant-Messaging (ICQ, Skype, MSN-Messenger) oder auch die Kommunikation über soziale Netzwerke und Foren. Vieles war lange Zeit ein Kommunikationsmittel für die eingefleischten Profis, bis es mehr und mehr zum Massenphänomen wurde.

Heute können wir uns ein Leben ohne Telefon oder Internet und e-mail fast gar nicht mehr vorstellen – der Ausfall der gewohnten Kommunikationsmittel wird als absolut unangenehm empfunden. Eine mehrtägige Unterbrechung der Internet-Verbindung löst schon fast Entzugserscheinungen aus – gut das es mittlerweile leistungsfähige Mobilfunknetze zur Überbrückung gibt, oder zu aller Not auch noch Freunde (die man dann ausnahmsweise mal persönlich besuchen muss, anstelle sie nur virtuell zu kontaktieren) und Internet-Cafés.

So selbstverständlich und hilfreich die modernen Kommunikationsformen für viele Menschen mittlerweile sind um so unangebrachter ist teilweise der Umgang mit Ihnen – wie viel unnötiger Kram wird per e-mail verbreitet und wie viel Zeit benötigt man immer wieder um die überbordende Mailflut im Posteingang unter zu bringen? Wer einmal nachverfolgt wie lange er am Tag dafür braucht wird sich teilweise etwas wundern.

Für mich besonders problematisch ist die Kombination des Bombardements mit verschiedenen Kommunikationswegen wie sie leider in diversen Unternehmen noch immer gelebt wird – da wird eine e-mail verschickt und dann noch per Telefon nachgefragt ob sie denn auch angekommen ist. Ein absolutes Unding in meinen Augen. Der Vorteil von e-mail liegt doch gerade in der Asynchronität anstelle der strickt synchronen Kommunikation per Telefon. Ein Mitarbeiter der telefoniert wird für die Zeit des Telefonats von seinen eigentlichen Arbeiten abgehalten – der Wiederanlauf nach einem Telefonat kann gerade bei der Software-Programmierung sehr problematisch sein. Der Eingang einer e-mail ist das weit weniger störend – wenn man nicht ein schrottiges Mailprogramm hat, dass sich dann penetrantest in den Vordergrund drängt – IBM ist der Hersteller einer solchen Krankheit, die teilweise unternehmensweit Verwendung findet – einzige Chance: Mailprogramm zu lassen. Das es auch anders geht beweisen viele sonstig am Markt befindlichen e-mail-Lösungen – ein dezenter Hinweis, aber man kann sich erst mal weiter um den gerade aktuellen Gedankengang kümmern.

Mir persönlich ebenso unverständlich ist das Gefühl der Überwachung und Verbindlichkeit bei e-mails – im Gegenteil – ich weiß es zu schätzen, das eine e-mail eine gewisse Verbindlichkeit ähnlich der papierenen Schriftform bietet. Im Englischen gibt es ein Sprichwort: „Talk is cheap“ – auf gut Deutsch „dumm gelabert ist schnell“. Eine e-mail lehnt sich da viel stärker an ihre Wurzeln, den Brief,an.

Insgesamt habe ich aber den Eindruck, dass es heute ja gar nicht mehr um strukturierte und stabile Kommunikation geht, vielmehr ist es heute doch „on-demand“ und „unverbindlich“. Vorausschauendes, strukturiertes und solides Arbeiten ist heute vielfach nicht mehr notwendig, man hat ja alles im Zweifel per Telefon und Internet noch greifbar. Welche Qualität bei dererlei Arbeitsweisen am Ende heraus kommt sehen wir bei heutigen Produkten auch immer wieder (egal welcher Branche).

Es ist aber eine absolute Unsitte, den Kommunikationsmitteln und Wegen die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben, wie so oft „ohne e-mail-Flut und ohne Handys war vieles besser“ – die technischen Errungenschaften sind die Werkzeuge der heutigen Arbeitswelt. Nur wie jedes Werkzeug muss man den fachgerechten Umgang damit lernen – genauso wie ein Hammer eben nicht für Schrauben taugt, so taugt eine e-mail nicht für die schnelle, synchrone Kommunikation so sie denn nötig ist. Dafür gibt es Telefon oder Instant-Messaging. Auch für die Abstimmung von Terminen ist e-mail nur bedingt geeignet (wie synchronisiere ich die Ergebnisse von mehr als 2 Personen?), dafür eignet sich aber auch ein Telefonat nur sehr bedingt, denn eine Terminabstimmung für einen etwas weiter entfernt liegenden Zeitraum bedarf keiner synchronen Kommunikation, bei der alle Beteiligten per Interrupt (so sie denn überhaupt ans Telefon gehen können oder erreichbar sind) zusammen getrommelt werden. Für diese Fälle gibt es ausgefeilte Lösungen per Groupware oder auch webbasierte Dienste wie doodle. Für jeden Zweck das passende Werkzeug.

Eines ist klar – ein Zurück zum Büro auf Papierbasis mit Sekretärin und Schreibstube, bei dem alles und jedes per Brief oder anderen physikalischen Medien weitergegeben wurde gibt es so schnell nicht (und wenn dann sind es wohl eher die Nebenwirkungen anderer Großereignisse die so etwas bedingen). Ebenso ist es nachvollziehbar, dass viele Menschen und auch Unternehmenskulturen geradezu mit den modernen Kommunikationsmitteln überrannt wurden. Doch noch ehe man sich halbwegs wieder sortiert hatte, war ja schon wieder eine Neuerung fällig. Kulturen in Unternehmen ändern sich dem Papier nach zwar recht häufig (oder es wird versucht sie zu verändern), aber das physikalische Phänomen der Massenträgheit ist auch hier ganz klar zu beobachten. In der Arbeitswelt treffen derzeit zwei bis vier Generationen aufeinander:

  • Die „graue Emminenz“ – meist sehr wohlverdiente Mitarbeiter mit einem wertvollen Erfahrungsschatz, Technik zur Kommunikation wird verwendet weil es nicht anders geht – die Verwendung von Telefon und Handy sind aus dem privaten Umfeld übernommen, aber doch eher spärlich. Vielfach wird dann doch eher der schnelle Kontakt verwendet um den Kollegen zwei Türen weiter zu fragen – einfach mal vorbei gehen.
  • Die „Generation Telefon“ – für diese Leute ist das Telefon das wichtigste Kommunikationsmittel und sie setzen es mit mehr oder weniger Geschick ein – vieles wird adhoc mal eben zusammentelefoniert, Telefonkonferenzen sind das Allheilmittel. Das Handy zum Telefonieren noch immer das wichtigste – jeder ist ja jederzeit erreichbar – ob das am anderen Ende der Leitung gerade ungünstig ist – da kann man halt nichts machen. Wie sehr die Arbeit in einem Büro leiden kann wenn nur eine Person regelmäßig länger telefoniert wird absolut unterschätzt.
  • Die Generation „Internet“ – die Generation zu der auch ich mich zähle – vieles wird mobil erledigt, aber doch ein sehr großer Teil auch per e-mail oder Instant-Messaging (entgegen seines Namens taugt es auch zur Kommunikation mit ein wenig größerer Latenz). Tastaturbedienung ist für meine Generation ein wichtiges Kriterium, flüssiges Tippen fast schon ein Muss (Zehnfinger ist nicht jedermanns Sache, aber viel eigenen es sich dann doch an). Diese Generation kann aufgrund der Entstehungszeit des Internet aber noch häufig recht gut unterscheiden welches Protokoll oder welche Kommunikationsweg für den jeweiligen Zweck gerade am günstigsten ist – der Unterschied zwischen einer Website (HTTP(S)), einer Dateiübertragung (SCP, FTP), e-mail und Instant-Messaging ist vielfach gut bekann
  • die Generation „social networks“ – hier sind die Grenzen der einzelnen Protokolle immer fließender, ein soziales Netzwerk vereint viele Kommunikationswege – vieles wird auch auf dem Smartphone erledigt. Leider ist auch hier der „mal eben schnell“ Gedanke weit verbreitet – immer mehr wird immer kurzfristiger abgestimmt – von teilweise problematischer Orthographie und Grammatik (teilweise gibt es nicht mal Korrekturmöglichkeiten für Nachrichten) einmal ganz abgesehen.

Die Herausforderung ist es, all diese Menschen unter einen Hut zu bekommen. Problematisch sind vor allen Dingen die Übergänge zwischen den Generationen, auch wenn diese sicherlich keine starren Raster sind (es gibt durchaus ältere Mitarbeiter, die sich in der „social networks“-Gruppe wiederfinden).

Ich werde das mal weiter beobachten, wie sich die zwischenmenschliche Kommunikation weiter entwickelt und wie sich die Kulturen langsam verändern. Mit Sicherheit ein spannender Prozess.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was für eine Woche und was für ein Wochenende

Wow – da liegt der Tauchurlaub (auch wenn er nur kurz war), gerade mal eine Woche zurück und das nächste intensive Event steht schon in den Startlöchern – am kommenden Wochenende steht zum 3. Mal für mich die Ulmer Laufnacht auf dem Programm – 100km durch die Nacht laufen.

Aber irgendwie ist es mit dieser Veranstaltung wie verhext – ich bin die letzten Wochen mal wieder fast nicht zum Training gekommen – von Langstrecken-Übungen keine Spur. Irgendwas muss da anders werden, ich habe nur noch keine rechte Idee wo ich anfangen soll. Und genauso gings mir auch die letzte Woche: Es geht alles Schlag auf Schlag – eigentlich ja ein gutes Zeichen – so lange man nicht aus dem Takt kommt – und genau da liegt der Hund begraben.

Am Montag sah die Welt noch richtig rosig aus, klar ich kam ja frisch aus dem Urlaub und hatte dementsprechend Energie getankt. Da kam es um so gelegener, dass vor meiner Haustüre noch Lieblingsbaumarkt (auch bekannt als Sperrmüll) war – bewaffnet mit einem Akkuschrauber und einem kleinen Satz Werkzeug bin ich losgezogen. Es gab reichlich gutes Material in größeren Querschnitten im Angebot – wenn auch vieles davon Nadelholz war. Dazu eine ganze Reihe Bettrahmen, diese sind immer sehr ergiebig in Sachen Multiplex und Buchenleisten. Ehe ich es mich versehen hatte, waren drei Einkaufswagen voll (auch der stand beim Sperrmüll rum) zusammen gekommen, mein Auto rappelvoll und die Uhr zeigte irgendwas gegen 1:00h in der Frühe.

Der Dienstag lief daher etwas schleppend an – kein Wunder nach der langen Nacht des Einkaufs. Aber natürlich bin ich noch zum Training gegangen – wenigstens ein klein wenig wollte ich was gemacht haben. Und so bin ich dann doch eine Runde von 16km gelaufen – diesmal mit vielen Treppen und Kringeln – schaden kann das sicherlich nicht. Noch ein Kleinigkeit zum Abendessen gemacht und ein wenig die Korrespondenz aussortiert die während des Urlaubs aufgelaufen ist – ratz fatz wars schon wieder kurz nach elf …

Mittwoch: Das Training hat sich doch etwas bemerkbar gemacht – aber ich habe ja Gleitzeit, da macht es mir erst mal wenig, wenn ich ne halbe Stunde früher oder später aufschlage. War denn doch auch ein kurzweiliger Arbeitstag, denn nachmittags stand ich in Lampertheim beim THW für das Public-Viewing auf der Matte. Trotz sehr wechselhaftem Wetter waren einige Leute gekommen – der Auf- und Abbau jedesmal ist aber doch eine Hausnummer die gestemmt sein will. Kurz nach 0:00h war dann der letzte Brocken weggeräumt und die Einsatzbereitschaft wieder gegeben. Aber da steht ja noch so ein volles Auto vor der Tür – das musste noch zu Martin – zum Entladen und Einlagern der Sperrmüll-Ausbeute.
Da einige Dinge noch entbeint werden mussten, habe ich das gleich noch miterledigt – dankenswerterweise hat uns Steppes dabei auch noch tatkräftig unterstützt. Eigentlich hatte ich das Gefühl es läuft recht zügig – aber der Blick auf die Uhr im Auto sagte dann doch etwas anderes: 2:00h in der Frühe als wir bei Martin los sind. Bis ich dann Steppes noch heimgefahren hatte und selbst daheim war zeigte das Zeiteisen 3:00h an. Puh! So war das nicht gedacht gewesen.

Somit habe ich den Donnerstag sehr spät begonnen – eher ungewöhnlich für mich. Da noch Einkäufe und THW-Ausbildung anstanden bin ich aber dennoch um kurz vor 16:00h schon wieder los. Zudem habe ich noch die restlichen Sperrmüllteile die in der ersten Fuhre nicht mit nach Lampertheim gehen konnten (weil kein Platz im Auto war) eingeladen – dabei ist mir auch noch einiges weiteres an Material in die Finger gefallen, dass bei Martin besser aufgehoben ist – einfach weil es mir an adequaten Bearbeitungsmöglichkteiten fehlt. Daher war das Auto schon wieder der Lastenesel – diesmal inklusive Gepäckträger. Zusammen mit Steppes bin ich dann nach Lampertheim zur Ausbildung gefahren – und hinterher wieder bei Martin vorbei – diesmal nur einlagern, aber bis ich daheim war – man ahnt es schon: wieder kurz vor 1:00h in der Frühe …

Freitag war ich dann derart fertig, dass ich sehr spät erst aus dem Bett gekommen bin – den Wecker habe ich gleich beim ersten Klingeln richtig erwischt und abgestellt. Ein eindeutiges Zeichen: So sollte das nicht dauerhaft weitergehen – sonst ist der nächste Urlaub so schnell fällig. Auf Arbeit lief dann auch recht wenig kreatives – aber unproduktiv war ich keinenfalls – ich habe mich mal wieder um den ganzen lästigen Kleinkram gekümmert, der mittlerweile aufgelaufen war – unter anderem Dokumentation des aktuellen Standes und so weiter. Arbeit die auch mal sein muss.

Abends dann noch Lauftraining – diesmal alleine, am Verein habe ich dann noch meine Eltern getroffen und das Abendessen mit erledigt – nur um kurz danach meine Sachen daheim abzustellen, das Auto zu schnappen (leer diesmal) und in die City zu fahren. Dort noch die Tauchsachen richten, denn Raimund aus der Schweiz kam ja noch zu Besuch vorbei. Ihn habe ich dann um kurz nach 22:00h am Bahnhof abgeholt.

Samstag wollten wir etwas länger schlafen – das hat sich recht bald gerächt – wir waren etwas knapp dran und auch der Einkauf von Grillagen musste abgebrochen werden, damit wir wenigstens noch halbwegs pünktlich am See waren. Der Tauchgang an sich war dann echt entspannend – ich war schon eine Weile nicht mehr im Marx’schen Weiher bei Altrip – aber schön wars auf alle Fälle. Von einem vollgelaufenen Handschuh bei mir und beiden vollgelaufenen bei Raimumnd mal abgesehen. Über Mittag eine kurze Pause bei Heinz am Campingplatz bevor es in die zweite Runde ging – diesmal nur noch Raimund und meine Wenigkeit – Albrecht hatte eine Schichtvertretung anggriffen und Heinz fand es als Nasstaucher doch etwas kühl. Sei es drum – auch diese Exkursion war echt entspannend – jede Menge Junfische – von Hecht über Sonnebarsch bis hin zu Karpfen und Krebsen war alles geboten. Raimund ist gegen Nachmittag dann weiter in Richtung Köln gefahren. Ich habe den Tag in Seckenheim im Garten ausklingen lassen. Verpflegung auf dem Straßenfest – eine gewisse Schadenfreude über die Abwesenheit des THW OV Mannheim kann ich nicht leugnen – die Gerüchteküche sagt, dass es an Personal mangelt – als ob mich das noch wundern würde …

Sonntag hat sich mein Körper dann die Erholung beschafft die er gebraucht hat – als ich aufgewacht bin war es bereits halb zwölf. Damit kamen einige Dinge nicht mehr in Frage – unter anderem ein mögliches Lauftraining in Lampertheim und die verbleibende Montage meines letzten Korpus für unter die Arbeitsplatte. Stattdessen mache ich mich mit etwas Mühe an die Vorbereitung des Bilderabends für die Laufgruppe – der ist am Dienstag – die Bilderauswahl ist ja schon getroffen, aber das Beiwerk in Form von Texten und Landkarten fehlt noch … Immerhin schaffe ich den Anfang bevor ich mich schon wieder auf den Weg in Richtung Lampertheim – zum letzten Spiel in der EM-Gruppenphase. Bis da abgebaut war zeigte die Uhr aber auch schon wieder an, dass der Montag bereits begonnen hat.

Fazit: Noch so ne Woche muss nicht sein, aber ich kann derzeit noch nicht so recht ein Ende der Stressphase absehen – bleibt nur die zusätzliche Menge nicht weiter anwachsen zu lassen. Immerhin ein ganz dünner Lichtblick steht da schon am Horizont: Ende Juli habe ich anderthalb Wochen „Aktiv-Urlaub“ mit der THW-Jugend beim Bundesjugendlager in Landshut – sicherlich auch anstrengend aber auf eine andere Art und Weise. Und mit der Laufnacht in Ulm ist auch ein wichtiger Meilenstein für die diesjährige Laufsaison genommen. Danach ist erst mal Ruhe bzw. nur noch kleinere Veranstaltungen stehen im Programm.