Die erste Ferienwoche ist vorrüber, allerhöchste Zeit, dass wir auch in den Urlaub starten. In diesem Jahr haben wir uns die Donau ab Ulm vorgenommen. Eigentlich hatten wir die Strecke schon vor zwei Jahren geplant. Angesichts des Hochwassers haben wir damals die Route kurzfristig abgewandelt. Den Anteil ab Ulm aufwärts kennen wir somit zum größten Teil schon (gekommen sind wir nur bis Hausen im Tal).
Wir haben aus unseren letzten Urlauben etwas gelernt und lassen es daher recht geruhsam angehen, zudem haben wir den Montag als Reisetag gewählt. Da wir diesmal keine Schleife fahren, nehmen wir direkt die Bahn ab Schwetztingen – es hat schon etwas von Luxus fast direkt am Wohnort in die Bahn steigen zu können. Allerdings bleibt jede Bahnfahrt spannend, insbesondere da wir diesmal etwas aufgerüstet haben – das Familiengepäck passt aufgrund der Körpergröße der Kinder nicht mehr in einen Fahrradanhänger, daher haben wir uns einen weiteren ausgeliehen. Für derartige Kombinationen sind die S-Bahnen aber nur bedingt geeignet, daher verteilen wir uns gleich auf zwei Wagons.
Der Umstieg in Karlsruhe ist etwas mühsamer als er sein müsste – die Aufzüge sind nicht auf Fahrrad-Anhänger-Gespanne ausgelegt. Also jedesmal abhängen und wieder ankuppeln. Immerhin haben wir genügend Zeit zum Umsteigen. Im Zuh nach Stuttgart lassen wir die Gepsanne dann auch getrennt, so lassen sich die Stellplätze deutlich besser ausnutzen. Zudem machen wir Bekanntschaft mit dem Sauna-Angebot auf Schienen: In einigen Teilbereichen des Zuges funktioniert die Klima-Anlage nicht. Dummerweise natürlch genau die in denen wir unsere Fahrräder eingeladen haben.
Der Umstieg in Stuttgart ist dankenswerter Weise ebenerdig, auch wenn wir hier erst einmal wieder ankuppeln und uns dann durch die Menge schieben. Anstelle des Regional-Express nehmen wir den MX nach Ulm. Der fährt nur wenige Minuten später und hat mehr Platz für Fahrräder und er endet im Ulm, was dort für weniger Hektik beim Ausladen sorgt. Auch hier haben wir wieder eine teilweise ausgefallene Klima-Anlage. Die Schaffnerin schafft hier aber Abhilfe und öffnet die Kippfenster, zumindest die an die sie heran kommt – kurzerhand helfe ich bei den fehleden Zentimetern Körpergröße aus – es wir zwar nicht Kühl im Abteil aber immerhin kühler.
In Ulm kommen wir dann auch mit den Rädern gut aus dem Bahnhof heraus – durchgängig Rampen für den Bahnsteigzugang sind schon etwas wert. So kommen wir dann auch zu den ersten wenigen Kilometern Radstrecke: Ganze 1,2km radeln wir bis zum Campingplatz. Den kennen wir schon, wir kommen bei den Ulmer Paddlern unter, so wie bei unserer letzten Tour. Das Zelt ist recht fix aufgebaut und die Formalitäten haben sich seit dem letzten Besuch auch nicht geändert.
Wir haben auch ein kleines deja-vue: Auf dem Platz sind auch einige Franzosen untergekommen, man unterhält sich ganz nett – auch wenn wir diesmal keine ganze Tour „Tour de velo mixte“ (vgl. „Nichts zu verzollen“) machen werden. Als Zwischenerholung gönnen wir uns noch eine Runde Getränke, für die Erwachsenen ein lokales Weizen, für die Kinder eine Limo, ebenfalls aus der lokalen Brauerei „Gold Ochsen“. Für uns stehen für den Abend nochmal einige Radkilometer mit leichtem Gepäck an – zumindest auf dem Hinweg. Auf dem Rückweg vom Supermarkt sind wir dann doch wieder etwas beladen. Den Abend lassen wir beim Essen ausklingen – es gibt Eintopf vom Gaskocher.