Spargellauf 2026 in Schwetzingen – ein Lauf für die ganze Familie

Nach Schwetzingen sind wir bereits vor mehr als 10 Jahren gezogen. Bis dato hat es nie geklappt am lokalen Spargellauf teilzunehmen. Zeit dass sich das ändert. Der Lauf ist immer recht schnell ausgebucht, daher waren wir diesmal direkt zur Öffnung der Anmeldung bereit und konnten für drei Personen die Registrierung durchführen, für alle laufenden Mitglieder der Familie jeweils die passende Distanz. Vom Schülerlauf mt 1,2km über die 5km bis hin zum längsten angebotenen Lauf mit 10km.

Eine Anreise im eigentlichen Sinne gibt es, bis an den Start ist es noch nicht einmal einem Kilometer Luftlinie von daheim. Wir sind zeitig da und aufgrund der Zeitumstellung auch noch etwas unausgeschlafen, aber das wird sich bald geben. Die Starts sind für uns in aufsteigender Reihenfolge, der Jüngste beginnt den Reigen. Nach 6:36 min ist er auch schon wieder im Ziel – die Strecke führt dabei einmal kurz durch den Schwetzinger Schlossgarten. Platz 64 gesamt, männlich Platz 42 und in der Altersklasse sogar Platz 22. Das kann sich sehen lassen.

Es ist noch etwas hin bis zum nächsten Start, immerhin wärmt die Sonne langsam aber sicher. Trotzdem ist es immer noch recht frisch – ich friere schon beim Hinsehen bei einigen Läufern in kurzen Hosen und kurzem Trikot. Den Zieleinlauf des Großen werde ich leider nicht mitverfolgen können, denn die Starts liegen nur 10 Minuten auseinander – und auch ihn einzuholen ist ein Ding der Unmöglichkeit, weder auf den ersten gemeinsamen Kilometern und erst recht nicht zum Schluss hin, immerhin habe ich ja die doppelte Distanz vor der Brust. Der Start ist dann versehentlich etwas früher als gedacht, aber dank Netto-Messung sollte hier gerade im Hauptfeld bei den Platzierungen nichts schiefgehen. Wie ich nach meinem Finish sehe, hat alles gut geklappt: 26:02 Minuten, Platz 131 gesamt, männlich Platz 104 und in der Altersklasse wie der Bruder auf Platz 22.

Der Start des 10km Lauf ist dann pünktlich. Richtig intensiv vorbereitet habe ich mich für den Lauf nicht. Dazu war in den letzten Wochen einfach nicht die Zeit und zwischenzeitlich hat es mich auch mit einer Erkältung doch etwas erwischt. Daher nehme ich den Lauf eigentlich eher als organisierten Trainingslauf wahr. Bereits auf den ersten Metern merke ich aber, dass es mit dem vorsichtigen Trainingslauf wohl eher nichts werden wird – laut GPS-Uhr bin ich zwischenzeitlich sogar schneller als 4:20 min/km unterwegs. Definitiv deutlich schneller als gedacht – aber es läuft eigentlich noch ganz gut. Dennoch etwas Vorsicht walten lassen – ich höre erst einmal auf die Leute vor mir zu überholen. Dennoch bleibt die Geschwindigkeit recht hoch. Nach einer Schleife durch den Schlosspark geht es auf den Abschnitt durch die Spargelfelder. Ich versuche grob einzuschätzen wo ich im ca. 500 Läufer starken Feld wohl aktuell bin – immerhin kann ich in der Entfernung noch immer den Führungsradler ausmachen.

Was mir im Feld deutlich zu schaffen macht ist der frische Wind, ich bin schon dankbar als ich nach etwas mehr als Kilometer 2 an der Hecke der Bahntrasse laufe, die hält den Wind doch etwas ab. Leider nicht all zu lange, denn danach geht es zur ersten Höhenmeter-Wertung: Über die Brücke in Richtung Brühl bzw. Ketsch. Die Strecke kenne ich nur zu gut mit dem Rad. Von daher weiß ich, was nun kommt. Insbesondere, dass die Strecke jetzt eigentlich wenige Höhenmeter hat, aber die kleinen Senken machen sich doch bemerkbar. Aber es gibt auch Motivation: Einige Leute stehen an der Strecke und auch die Halbzeit-Marke ist bald genommen.

Es geht um Ketsch herum und wieder über Autobahn und Bahntrasse – die Höhenmeter mit Kurven merke ich recht deutlich in den Beinen. Die Pace ist immer noch recht hoch, selbst in der Steigung lese ich nur wenig mehr als 5:00 min/km ab. Nach der Brücke ist aber auch das Allermeiste an Höhenmetern geschafft – von einigen sanften Wellen einmal abgesehen. An der Wasserstation bei ungefähr Kilometer 7,5km greife ich nochmal einen Becher Flüssigkeit ab – leider echt kalt, das schlägt mir ein wenig  auf den Magen. Ich merke auch langsam, dass es etwas an die Substanz geht aber das Ziel im Schloss kann man schon kurz sehen. Davor sind aber noch ein paar Schleifen eingebaut – irgendwo müssen die verblieben 2km ja noch untergebracht werden.

Ankommen ist jetzt auf alle Fälle drin und ich bereite mich innerlich ein wenig auf einen Endspurt vor, auch wenn die Energie dafür eigentlich nicht so ganz vorhanden ist. Ich schwenke auf die letzte Schleife durch den Schlossgarten ein: dort stehen dann auch nochmal Schilder, noch 1km liegt ungefähr vor mir – grob einmal den Park hoch und wieder runter. Das Feld um mich herum ist wieder etwas dichter geworden, aber es lässt sich noch sehr gut laufen. Ich kann sogar noch einige Läufer einholen – meine Ultra-Erfahrung macht sich hier doch positiv bemerkbar was die Ausdauerleistung betrifft. Es geht auf Zentralachse, noch 500m bis zum Ziel am Neptunbrunnen. Ich nehme die Beine in die Hand, insbesondere als ein anderer Läufer hinter mir ebenfalls versucht noch einen Platz gut zu machen. Der Auslauf im Ziel ist leider nur minimal, etwas mehr Meter zum „runterbremsen“ wären mir da recht gewesen, der abrupte Stop bekommt mir nicht so ganz. Laut Uhr bin ich knapp unter 46 Minuten, die 45er Marke verfehle ich nur ganz knapp. Netto sind es 45:38, somit Platz 82 gesamt, 75 bei den Männern und Platz 24 in der Altersklasse. Angesichts des Trainings muss ich da echt zufrieden sein, was praktisch aus dem Stand heraus so möglich war. Die Synchronisation mit der Familie auch noch auf Platz 22 in der AK zu kommen habe ich knapp verfehlt, rund 30 Sekunden schneller hätte ich sein müssen.

Der Lauf ist insgesamt sehr gut organisiert und eine echt nette, kleine Veranstaltung. Die Strecke ist gut zu bewältigen und hat bis auf die Brücken wenig Höhenmeter und erst recht keine Trailabschnitte. Daher kann man diesen Lauf auch sehr flott bewältigen. Die Kulisse ist recht hübsch und für mich ist der Lauf auch deshalb interessant, weil er ohne große Anreise zu machen ist. Ich bin gespannt wohin sich der Lauf entwickelt, ich könnte mir vorstellen, dass es in Zukunft auch einen Halbmarathon geben könnte, die Strecke würde dies ohne Schwierigkeiten erlauben.

 

 

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