Rheinradtour Tag 4 – Von Altnau nach Schaffhausen Langwiesen

 

Tageskilometer: 59km Gesamt: 130

Die Nacht war etwas unruhig, es gab gleich mehrere Gewitter, aber die gute Nachricht: Das Zelt ist dicht.

Am Morgen hat es dann immer noch leicht genieselt und es hat gegenüber dem Vortag deutlich abgekühlt. Ein deutliches Zeichen, die Sachen zu packen und dem guten Wetter hinterher zu fahren.

Das Frühstück haben wir kurzerhand in die Scheune am Campingplatz verlegt – dort haben wir die vergangengen Tage schon die Räder und den Anhänger untergestellt. Während wir frühstücken geht ein weiterer kräftiger Regenguß nieder. Als wir gegen halb elf auschecken und uns auf den Weg machen, hat sich das Wetter wieder etwas beruhigt. Es ist aber weiterhin noch ziemlich bedeckt.

Die erste Etappe ist mittlerweile ja fast schon in Fleisch und Blut übergegangen, bis nach Konstanz ist alles bekannt. Wir steuern auch nochmals das Einkaufszentrum an, um uns mit dem Notwendigsten für den Tag einzudecken – Brötchen und Belag für die Mittagspause und Chili mit Reis für das Abendessen.

Die Abfahrt aus Konstanz ist reichlich chaotisch – die Beschilderung hilft uns da auch nicht wirklich weiter. Durch Zufall finden wir dann doch noch den Rheinradweg und den passenden Grenzübergang. Insgesamt bleibt mir Konstanz wohl leider wegen seiner choatischen Verkehrsverhältnisse und weniger wegen seiner schönen Altstadt im Gedächtnis.

Kurz hinter Ermatingen machen wir eine Rast, direkt am Ufer des Sees – das Wetter könnte besser sein, aber immerhin gibt es auf der Weide nebenan Schafe für Glen zu bestaunen. Da die Wege nur teilweise geteert sind, sieht der Anhänger und das Fahrrad samt Taschen ziemlich übel verspritzt aus. Insgesamt ist die Streckenfürhung recht gut, auch die engen Ortsdurchfahrten sind gut zu bewältigen.

Die Strecke führt nun fast immer parallel zur Bahnstrecke auf der Schweizer Seite des Untersees entlang. Leider ist sie nicht so eben wie die Bahntrasse, sondern hat deutliche Wellen. Eine kurz vor Eschenz hat es ganz unerwartet und ordentlich in sich – weder ist sie in der Karte verzeichnet, noch ist in bergrichtung ein Hinweisschild angebracht – in talrichtung steht eine klare Tafel: 13% Gefälle … In Eschenz gibt es nochmal einen kurzen technischen Halt. Es ist nun ja auch nicht mehr weit bis Stein am Rhein.

Mittmp_21580-IMG_20160809_1559151427292452 viel Schwung geht es nach Stein am Rhein hinein, der Schwung reicht eigentlich bis weiter als das Ende der Brücke, aber leider ist dort eine Ampel und die ist natürlich rot. Wir machen eine kurze Stadtbesichtigung und gönnen uns eine heiße Schokolade – auf ein Eis haben wir bei der Witterung keine Lust. Immerhin hat es nicht durchgängig oder länger anhaltend geregnet – aber auch die leichten Schauer von Zeit zu Zeit gepaart mit dem frischen Gegenwind gehen einem irgendwann gegen den Strich.

Bevor wir Stein verlassen machen wir noch einen Abstecher in der Tourist-Information. Die sind sehr freundlich und rufen sogar am Campingplatz in Schaffhausen an. Geht alles klar – noch jede Menge freier Plätze für einzelne Zelte und Radfahrer. Zudem gibt es noch einen Tipp: Ab Gailignen auf die linke Rheinseite wechseln, damit spart man sich die Schleife durch Schaffhausen.

Vor Gailignen liegt allerdings erst einmal die Bergwertung des Tages: In der Karte sind diese Anstiege explizit vermerkt. Kurz nach einem Aussiedlerhof beginnt der Anstieg auf eine Kuppe – im Wald nach einer Kurve geht es dann nochmal steiler weiter – ich nutze was das Fahrrad an Gängen hergibt: vorne klein und hinten so groß als möglich. Ich muss nicht absteigen, aber es wird mir bewusst, dass ich mit dem Anhänger wohl mal häufiger den weißen Stein oder den Königsstuhl daheim hochradeln sollte, um passende Kondition zu bekommen. Ich empfange Marion mit Glen und Bananen zur Stärkung. Ein wenig erinnert mich die Umgebung an das „Restaurant Wadenpicker“ vom Chrufranken-Trail – dort waren die Steigungen ähnlich und das Wetter nochmal deutlich schlechter.

Nach den Mühen gibt es aber bald eine Belohnung: Es geht richtig gut bergab bis Gailingen – zwischenzeitlich habe ich samt Anhänger mehr als 45km/h auf dem Tacho stehen. In Gailingen geht es über die historische Holzbrücke wieder in die Schweiz. Wir verlassen damit die Hauptroute des Rheinradwegs. Dennoch ist die Strecke weiterhin gut ausgeschildert. Allerdings häufen sich auf den nunmehr letzten acht Kilometern die Steigungen.

In St. Katharinenthal geht es unvermittelt nocheinmal sehr steil den Berg hoch – gefühlt wird der Anhänger mit jeder Steigung nun schwerer. Kein Wunder – stehen doch mittlerweile mehr als 50km zu Buche. Immer wieder überholen wir einen Vater, der mit seinem Sohn ebenfalls mit dem Rad unterwegs ist – wenn wir eine kurze Pause machen holen sie uns jedesmal wieder ein. Die beiden sind schon seit 10 Tagen unterwegs, begonnen in Regensburg bis Donaueschingen, einmal um den Bodensee und nun als Fernziel Basel. Auch eine respektable Leistung.

Die letzte große Steigung des Tages haben wir kurz nach der Klosteranlage Paradis – man könnte auch meinen nach der Vertreibung aus dem selbigen. Nur noch durch Langenwiesen durch, dann taucht auch das ersehnte Hinweisschild auf den Campingplatz auf. Der ist recht groß und gut ausgestattet – es gibt sogar kostenloses WLAN auf dem gesamten Gelände.

Rheinradtour Tag 3 – Shopping und Freibad

 

Tageskilometer: 19,4km Gesamt: 71km

Endlich Montag… Höchste Zeit, die geleerten Vorräte wieder aufzufüllen. Damit sich das preislich im Rahmen hält, fahren wir bis nach Konstanz – direkt nach der Grenze ist ein großes Einkaufszentrum mit einem Discounter und allem was man sonst noch so braucht. Damit wir nicht überpacken, beschränken wir den Einkauf so, dass alles in Marions Fahrradkorb und einen Rucksack passen muss. Außerdem nutzen wir die Chance, uns mit günstigen Brötchen einzudecken – auch heute früh habe ich wieder am Campingplatz Brötchen zu schweizer Preisen erworben – ein doppeltes und eine Laugenstange: 3,90 EUR. Da ist das Angebot vom Bäcker in Deutschland ja gerade zu paradisisch: 5 Brötchen für 1,60 EUR.

Ganz praktisch ist das angebotene WLAN und die Möglichkeit Handys zu laden. Während Marion ein Geschirrtuch (ein kritischer Artikel, den wir vergessen haben einzupacken) besorgt, lade ich unsere Powerbank zumindest einmal teilweise auf. Beim Einkauf stellen wir dann auch fest, dass ich meinen Geldbeutel wohl am Campingplatz gelassen habe – das macht die Organisation für den Tag ein wenig schwieriger, aber nicht unmöglich.

tmp_31660-IMG_20160808_190238-975909809Bis wir mit dem Shopping fertig sind, ist es Mittag. Höchste Zeit das nächste Ziel anzusteuern: Das Freibad Hörnli, das wir schon mehrfach von außen gesehen haben. Es liegt direkt an der Strecke zwischen Konstanz und Campingplatz. Die Preise sind mit 7 EUR pro Person natürlich wieder auf schweizer Niveau. Allerdings muss man sagen: Es wird auch ordentlich etwas geboten.

Unter anderem gibt es zwei große Wasserrutschen, eine breite, die man mit bis zu vier Personen gleichzeitig rutschen kann, die allerdings wenig Seitenführung bietet – beim ersten Versuch dreht es mich dabei auf halber Strecke bis nach unten und ich lande rückwärts im Becken. Die nächsten Versuche gelingen dann schon besser. Die andere Rutsche bietet einiges mehr an Kurven – nach einem Test nehme ich kurzerhand den Filius auf den Schoß und los gehts. Der findet das klasse, zumindest quietscht er recht vergnügt bis wir im Becken einschlagen.

Wir bleiben recht lange, erst kurz nach sechs am Abend machen wir uns auf die letzten 6km Heimweg. Diesmal gibt es selbstgekochtes vom Gaskocher: Tortelloni mit Tomatensauce.

Rheinradtour Tag 1 – Anreise

Tageskilometer: 16,4 km gesamt 16,4km

Endlich Urlaub, der erste große Sommerurlaub mit Nachwuchs. Als Ziel haben wir uns den Rheinradweg heraus gesucht. In den vergangenen Monaten haben wir reichlich Ausrüstung beschafft und viele Radtouren gemacht, um zu wissen was wir mitnehmen müssen, sollten und können.

Heutetmp_31660-IMG_20160806_1113171704220134 also der große Tag, die Vorzeichen standen recht gut: Bereits am Vortag haben wir alles gepackt und ich habe sogar kurzfristig noch den fehlenden „Haifischzahn“ für meine Radtasche besorgen können. Kleines Manko: Marions Fahrrad hatte auf dem Hinterrad seit der letzten Tour etwas Luft verloren. Nach einmal Aufpumpen war aber kein akuter Druckverlust feststellbar.

Am Morgen dann die Erkenntnis: Da müssen wir wohl doch flicken… Aber es wird doch hoffentlich für die Tagestour reichen ggf. mit zwischenzeitlich einmal aufpumpen. Dennoch führt der Weg dann erstmal zum Radladen, einen weiteren Schlauch für alle Fälle einkaufen. Bis zum Bahnhof besteht dann Gewissheit: Das mit dem Aufpumpen klappt wohl nicht. Noch dazu müssen wir feststellen, dass die eingekaufte Notfallpumpe nicht zu den französischen Ventilen passt. Noch 20 Minuten bis zur Abfahrt. Ich lege also eine kleine Sprinteinheit hin – ohne Anhänger aber mit Gepäck – kurz nach Hause, in den Keller, passende Pumpe schnappen und wieder an den Bahnhof – die Sprintwertung des Tages ist mir sicher.

Einsteigen in den Zug geht recht gut, die Stufe ist vergleichsweise niedrig, aber mit Radanhänger ist das immer noch eine Herausforderung zusätzlich. Aber es gibt immer freundliche Mitreisende, die einen unterstützen. Das Radabteil ist danach gut gefüllt. Die erste Etappe führt uns bis Karlsruhe. Wir unterhalten uns mit einem Ehepaar, das ebenfalls auf eine Tour startet: Neckarradweg. In Karlsruhe gelingt der Gleiswechsel mit etwas Mühen in Etappen – es passt immer nur ein Rad oder der Anhänger in den Aufzug – durch die Unterführung schiebe ich in einer Hand das Rad und mit der anderen den Kinderwagen/Anhänger.

tmp_31660-IMG_20160806_1332591421857071Im Zug bis Konstanz haben wir dann ein größeres Abteil, allerdings ist es zu Beginn noch recht voll. Ab Baden-Baden wird es leerer – ich entschließe mich dazu, die Chance zur Radrepartur zu nutzen. Ergebnis: Gut, dass wir einen Schlauch gekauft haben, denn die Verklebung des Ventils ist hinüber – da hilft auch kein Flicken mehr. Man braucht übrigens genau die Fahrtzeit von Baden-Baden bis Achern, um eine derartige Panne zu beheben. Reparatur unter erschwerten Bedingungen nennt man das. Zusätzlich fixe ich noch Marions Sattel, der sich beim Tragen begonnen hatte in Einzelteile zu zerlegen.

Immerhin haben wir etwas Belustigung für den Nachwuchs, es steigt eine weitere Mutter mit etwa gleichaltrigem Nachwuchs zu – Glen hat also einen Spielkameraden. Was natürlich die Idee des Mittagsschlafs ad absurdum führt. Glen schläft zwar kurz ein, aber er lässt sich nicht in den Kinderwagen legen.

Ab Radolfzell sehen wir das erste Mal den Bodensee vom Zug aus. Bis Konstanz ist es nun nich mehr weit. Dort herscht am Bahnhof erstmal Chaos und Ratlosigkeit – ein freundlicher Bahnmitarbeiter weist uns den Weg zum ebenerdigen Übergang. Dort müssen wir allerdings erstmal warten und wegen Gleisarbeiten ist der Übergang nur bis zum ersten Gleis nutzbar – die Mitarbeiter der Baufirma helfen uns beim Tragen.

Wir quälen uns erst mal durch den Stadtverkehr und sind dann doch recht bald schon auf schweizer Gemarkung. Dort wartet die nächste Geduldsprobe: Ein Bahnübergang, der gefühlt Ewigkeiten geschlossen ist. Danach stehen nur noch 8km auf dem Programm – entlang des Bodensees geht es in Richtung Ruderbaum, dort haben wir einen Campingplatz gefunden.

Dastmp_31660-IMG_20160806_2018311865119769 Abendessen machen wir in einem kleinen Restaurant am See, in direkter Nähe zum Campingplatz, zu schweizer Preisen: Fast 50 EUR für zweimal Bratwurst mit Pommes und eine Portion Pommes für den Kleinen.

Ziemlich fertig fallen wirs in Bett.