Schallmauer / Laufmauer geknackt …

Während derzeit hier der Geburtstags-Countdown läuft, nutze ich die Zeit mal wieder die Daheimgebliebenen auf den aktuellen Stand zu bringen – kurzer Blick auf die Uhr hier – es sind noch knapp 2,5 h…

Einen Geburtstagskuchen haben wir ja schon, zusammen mit einer sehr netten Geburtstagskarte von Aleksandra, einer Einheimischen, die schon unsere Vorgänger hier ein wenig „an die Hand genommen“ hat, was die kulturellen Einrichtungen und Errungenschaften College Park betrifft. Der Kuchen (fast schon eher eine Torte) sieht echt lecker aus … Da Onur nur 4 Tage vorher Geburtstag hat, gibts nur einen, aber alleine wollte ich den auch nicht vertilgen müssen, die Kalorien dürften für mehr als einen Marathon reichen …

Ja heute war wieder Dienstag, also rein in die Sportklamotten und los gehts. Und irgendwie hat mein Körper intern einen Schalter umgelegt auf „Marathon-Modus“ oder sowas … Nachdem ich mich sonst immer etwas über die Strecke gequält habe (Pain-Train sozusagen – „nur was wehtut ist auch gut“) und permanent am oberen Limit der Pulsskala rumgeeiert bin (wusste gar nicht das ich noch so weit nach oben komme), war es diesmal ein richtig gutes Gefühl – die 23km waren ratz fatz rum und ich musste mich schon wirklich anstrengen den Puls überhaupt auf 160 Schläge zu halten, langsamer war ich auch nicht. Ich kann momentan nur spekulieren woran das liegt – am kontrollierten Pulslauf über 30km am letzen Donnerstag, an der zusätzlichen lockeren Trainingseinheit am Sonntag? – Keine Ahnug aber es fühlt sich saugut an und ich fühle mich jetzt auch zum ersten Mal dem Marathon in Frederick wirkich gewachsen. Das wurde dann auch Zeit, denn es sind noch rund 10 Tage bis dort der Startschuss fällt: morgens um 6:30h! – die haben Nerven – aber ich auch und nach den Erfahrungen in Ulm ist so ein Lauf in den Morgen auch ein ganz besonderes Erlebnis – auch wenn die Sonne diesmal schon aufgegangen sein wird. Heute hätte ich ohne Probleme noch Kilometer anhängen können. Ich fühle mich in der Form die ich sonst von mir in Mannheim gewohnt bin – unter 20km hat dort kaum eine Trainingsrunde – es sei denn die Verhältnisse sind absolut widrig … hier angekommen war ich irgendwie total aus der Form – dann der Schnee, ergo nur sehr eingeschränktes Training und natürlich auch die allgemeine Umstellung. Mal sehen wie es am Donnerstag läuft – morgen soll ich ja nicht laufen laut dem Hinweis auf der Geburtstagskarte von Aleksandra: „and another 18mile run is definitly not enyoing your birthday….“ wenn die wüsste wie gut sich sowas anfühlen kann …

Ja die Küchen und Gartenkünste werden auch immer besser hier … die Radischen sind erfolgreich angegangen und werden derzeit jeden Morgen mir frischem Wasser versorgt – mal sehen wann sie reif sind und wie sie schmecken. Während ich hier schreibe verbringt gerade mein zweiter Backversuch seine Zeit im Backofen. Diesmal Rührkuchen ohne Backpulver (denn die kennen hier nur Natron als Treibmittel) – ich weiß jetzt auch warum der Rührkuchen heißt … man rührt sich einen Wolf … ich habe schon über einen Antrieb per Stepper oder Laufband in Erwägung gezogen … aber die Armmuskulatur darf ruhig auch mal trianiert werden. Mal sehen, wahrscheinlich legen wir uns hier noch einen kleinen Handmixer zu – kostet gerade mal 30 US$ und auch beim Pfannkuchen machen ist das Ding sicherlich praktisch. Insgesamt nimmt die Küchenausstattung hier langsam Formen an, auch da wir einiges noch aus der Küche aus dem Keller, die verwenden wir als Vorratslager für alles mögliche – angefangen von Lebensmitteln im Kühlschrank über Kartoffeln im Dunkeln, bis hin zur Bettwäsche in den Regalen – sonst haben wir ja keinen Raum hier mehr frei bzw. es fehlen die Regale (um sowas zu bauen bräuchte ich mindestens eine Stichsäge, und das ist dann doch glaube ich zuviel des Guten …) warten wir einfach ab – vielleicht bringt unsere Vermieterin ja noch ein paar ausgesonderte Einrichtungsgegenstände vorbei – der neue Tisch und die Stühle im Wohnzimmer sind echt nobel – typischer Landhaus-Stil, aber einem geschenkten Barsch schaut man ja nicht hinter die Kiemen.

Ach ja ein paar Dinge aus Europa haben uns hier ja auch erwischt … unser Abteilungsleiter Mikael Lindvall hockt derzeit noch in Europa fest und kommt nicht weg wegen der Aschewolke. Mein Tauchpartner Raimund ist total entnervt, denn sein gesamter geplanter Tauchurlaub im Sudan geht gerade den Bach runter (oder besser den Vulkan hoch?) eigentlich sollte er am vergangen Freitag fliegen – auch eine kurzfristige Umbuchung hat nicht hingehauen – heute hat er ein Angebot von Lufthansa erhalten, am kommenden Donnerstag könnte er fliegen – vom Anschlussflug in den Sudan mal ganz abgesehen, aber er wollte am Freitag oder Samstag ja schon wieder retour … demenstprechend zerknirscht ist derzeit auch seine Stimmung. Philipp bekommt das teilweise indirekt zu spüren, Raimund ist sein direkter Vorgesetzer – selbst wenn man sich um Neutralität bemüht – sowas kann einen nicht ganz kalt lassen.

So jetzt sind es noch 2h bis zum Geburtstag (erster Glückwünsche sind schon eingetroffen per mail … tja Automatismen die meinen ich wäre in Deutschland …) und noch rund 20 Minuten für den Kuchen… das bekommen wir jetzt auch noch gebacken (im wahrsten Sinne des Wortes …).

Wochenende – Zeit zum Entspannen

Ja und es ist auch bald wieder vorbei….
Aber es war richtig angenehm. Angefangen haben wir am Freitag abend: Wir haben in Onurs Geburtstag reingefeiert – ich habe mich an einem Geburtstagskuchen probiert. Für den Anfang ist der Hefezopf mal gar nicht so schlecht geworden, auch wenn das mit der Hefe scheints nicht so recht klappen wollte. Der Teig ist nämlich kaum aufgegangen. Trotz lauwarmer Milch und extra langer Zeit zum Gehen. Geschmeckt hat er dann aber trotzdem ganz gut – auch wenn ich einen Heißluftherd nun nochmal um so mehr zu schätzen weiß, aber mit dem Gas-Ofen werde ich auch noch warm (oder besser gesagt heiß). Mal sehen, vielleicht kaufe ich für den Haushalt hier auch noch ein Handrührgerät, der Handmixer (kompletter Handbetrieb) ist mittlerweile nämlich auf dem Weg ins Recycling, so verbogen wie der schon war, hat er nämlich gleich mal die Zähne der Zahnräder gelassen (billig in Kunststoff halt) – ich war ja schon versucht ins nahe gelegene HomeDepot zu gehen und einfach einen günstigen Akkuschrauber mit Mischaufsatz zu besorgen. 🙂

Samstag bin ich mit Onur, Yusuf und Manuel noch in den Smithonian Zoo in Washington gefahren. Sehr bequem per Metro zu erreichen und da er zur Smithonian-Stiftung gehört, war der Eintritt auch wieder frei. Klar habe ich auch mal wieder meine Kamera samt Stativ mitgeschleift. Das hat sich anfänglich nicht wirklich rentiert, aber spätestens im Vogelhaus habe ich es nicht bereut, das schwere Ding dabei zu haben. Es war einfach sackduster in dem Haus. Blitz ist natürlich auch keine Option, zumal der Maschendrahtzaun das Fotographieren nicht gerade leichter macht. Die Bilder von den Wildkatzen habe ich gleich wieder gelöscht, denn man hat nur den Zaun, nicht aber die Katze erkennen können 🙁
Richtig gut gefallen hat mir die Reptilienabteilung. Die halten wenigstens still und die Chance das lange Belichtungszeiten nicht in Bewegungsunschärfe enden ist deutlich reduziert. Vor lauter Fotoarbeiten habe ich dann auch den Anschluss zu den anderen verloren, aber wir haben uns auf dem Heimweg dann doch wieder gefunden in dem ganzen Gewimmel. Naja mit dem Stativ bin ich halt auch reichlich unverkennbar.
Zum Abschluss waren wir noch im nahegelegenen Subway – direkt neben der Metro-Station. Da der Zoo am Hang liegt (den man geschickterweise erst mal bergab läuft), hat man nach mehr als 6h dann auch entsprechend Hunger. Ich hatte es außerdem tatsächlich geschafft, innerhalb dieser Zeit, die 1GB Speicherkarte in der Kamera komplett zu füllen.

Abends sind wir noch kurz nach Downtown, ein Bier trinken, Onur und Yusuf wollten unbedingt in die Shisha Bar, die haben allerdings 10$ Mindestumsatz verlangt, so das ein Teil der Mannschaft dann weitergezogen ist, ich auch.

Sonntag erst mal wieder ausschlafen und danach den üblichen Dreisatz: Wäsche Waschen, Zimmer aufräumen, entspannen. Musste feststellen, das so ein Buch mit 500 Seiten auch nicht gerade lange durchhält, gegen Nachmittag war ich dann fertig mit Harry Potter Teil 5. Habe danach endlich das Backup meines Laptops gemacht, Onur hat mir freundlicherweise seine externe Festplatte ausgeliehen, dann musste ich nicht großartig rumschaufeln (was angesichts USB 1.1 wirklich keine Freude ist). Am Montag muss ich dann mal noch ein paar Verzeichnisse auf meine eigene Platte kopieren, dann dürfte der Weg frei sein, für eine Neuinstallation von Ubuntu 9.10 – mein altes Kubuntu hat mittlerweile derart viele Macken und Kubuntu 9.10 läuft nicht wirklich sauber auf dem Laptop 🙁

Während das Backup am Rödeln war, habe ich das schöne Wetter genutzt um noch eine kurze Runde zu Laufen. Der Ernährungsmix aus Pommes und Hefezopf in der Nacht, kombiniert mit Schokolade und Chips als Nervenfutter während des Lesens, das war nicht unbedingt hitverdächtig. Dementsprechend langsam bin ich unterwegs gewesen, ein richtig schöner Regenerationslauf. Ohne großen Stress, und genügend Gebüsch am Wegesrand, denn der Magen-Darm-Trakt hat noch ordentlich rumort. Da es zunehmend bewölkt war, waren auch wenig Läufer unterwegs. Nach einigen Kilometern hat sich dann bestätigt, dass Laufen die Perestaltik anregt … entlang der gesamten Strecke wimmelte es plötzlich vor „Trompetenkäfern“ – entsprechend besser fühlte ich mich nach der Heimkehr. Morgen gehts wieder ans Arbeiten – aber die Woche hat ja noch ein Highlight …

über 7 Brücken musst du geh’n (oder wohl doch eher Laufen)

Ja es ist mal wieder Donnerstag abend – höchste Zeit die letzten Tage mal zusammenzufassen. Noch immer sind die Umbauarbeiten bei Fraunhofer nicht abgeschlossen, aber wir sehen täglich Verbesserungen. Lange kann es nicht mehr dauern bis wir den neuen Platz (mit einem Fenster wenigstens in Sichtweite) beziehen können. Derzeit sitze ich im kleinen Konferenzraum und das klein ist wirklich wörtlich zu nehmen – es steht noch ein bissl Gerümpel drin und wir sind derzeit zu dritt um einen Tisch gruppiert – schön kuschelig eng, von ausreichender Ablagefläche mal ganz zu schweigen… An der Stelle könnte sich Fraunhofer mal ne Scheibe von Funkwerk oder auch Alcatel-Lucent abschneiden – jedesmal hatte ich einen sehr großen Schreibtisch, was der Übersichtlichkeit sehr zuträglich war, weil man nicht laufend alles stapeln musste. Andere Länder andere Sitten halt.

Dienstag war das Wetter leidlich mies, ich hatte den Fehler gemacht morgens bei bewölktem Himmel frühzeitig ins Geschäft zu fahren, soweit so gut. Der Rückweg war dann halt feucht fröhlich. Dennoch habe ich mich überwunden „kurz“ laufen zu gehen. Kurz in zweierlei Hinsicht, mit weiter zunehmendem Regen habe ich die Strecke gekürzt, unter anderem weil ich nur mit Laufshirt und kurzer Hose bekleidet war, wurde dann mit der Nässe doch recht schnell recht frisch. Hätte ich einen Laufpartner gehabt wäre ich wahrscheinlich noch etwas mehr gelaufen. Gab dann halt Tempotraining über 12 km – muss auch mal sein. Die warme Dusche hinterher war auf alle Fälle ein echter Segen (auch wenn ich immer noch den unverkennbaren Chlorgeruch von amerikanischem Leitungswasser wahrnehme … Chlormenge wie bei uns in einem Schwimmbecken vermute ich …)

Mittwoch ging auch irgendwie rum – ich hatte nicht sonderlich gut geschlafen, laufend aufgewacht, keine Ahnung warum – irgendwann habe ich mir dann noch einige Kapitel Harry Potter reingezogen, danach war es irgendwie kurz nach drei in der Frühe, aber wenigstens war dann an Schlafen zu denken. Der Wecker war dann nicht so der Hit, aber da kann man nix machen. Das Buch an sich ist sehr spannend, und ich muss sagen: Irgendwie hat J.K. Rowling nicht nur beim Herr der Ringe abgekupfert (was nicht übermäßig ins Gewicht fällt), aber so manche Vorgehensweise erinnert mich an eine Bundesanstalt in der ich immer noch Mitglied bin – wenn ich einige Leute für ein Hörspiel vorschlagen sollte, mir würden für die meisten passende Äquivalente einfallen, denen die Rolle haargenau passen würde.

Heute war auch recht interessant, auch auf Arbeit ging es deutlich besser voran als gestern – wen wunderts…. Um so erstaunter war ich als unsere Büro-Managerin dann vorbei kam und mir ein Paket überreicht hat – aus Deutschland. Da mein Geburtstagsgeschenk drin ist, werde ich noch bis nächste Woche Mittwoch warten bis ich das aufmache. Schwer ist es ja mal …
Heute war das Wetter dann auch um so besser um Laufen zu gehen – ich habe das gleich mal genutzt und die fehleden Kilometer von Dienstag nachgeholt … diesmal allerdings mir strengem Blick auf die Pulsuhr – denn nach der Auswertung der letzten Läufe musste ich feststellen: „Du läufst permanent am oberen Limit …“ 170 Schläge pro Minute, das ist bei mir dann doch ein wenig viel fürs Training – und es bringt bekanntlich weniger. Also heute versucht langsam zu machen und den Puls unten zu halten. Hat auch leidlich geklappt – am Ende sogar fast zu gut … nach einem Tankstop am Lake Artemesia war irgendwie die Luft raus – es lief zwar noch, aber irgendwie ohne rechten Schub. Und das nach ca. 28km – das ist doch etwas alarmierend immerhin sind es nur noch 16 Tage bis zum Lauf in Frederick. Man wird sehen, ankommen werde ich auf alle Fälle, und nach über einen halben Jahr wird dies der erste Wettkampf sein – mir fehlen irgendwie die Fitness-Checks in Form von Volksläufen, wie ich sie in Deutschland gemacht hätte, so etwa der Lauf in Grießheim (Halbmarathon) oder auch Groß Gerau (12km). Die Zeit ist das zweite Ziel, man kann sich bekanntlich nicht immer steigern.
Am Ende waren es heute dann 30 km: [url]http://www.gmap-pedometer.com/?r=3643714[/url] – weiter nach Süden geht der Trail hier leider nicht … aber immerhin etwas. Besonders interessant ist natürlich auch die Verteilung der Höhenmeter – am Anfag erst mal permanent bergab, dann in der Ebene am Fluss, am Umkehrpunkt noch ein paar knackige Steigungen Modell „Nonnensteig Nürnberg“ – nur das man sie auch wieder runter darf/muss … und ganz am Schluss natürlich wieder ordentlich bergauf – ich muss mal schauen, hier in der Siedlung kann man sich wahrscheinlich eine nahzu perfekte Trainingsrunde für Nürnberg zusammenbasteln – inklusive Nonnensteig und Endanstieg am Opernhaus … Die Strecke heute kann man denke ich ganz gut mit 2x Donnerstagsrunde durch den Nürnberger Wald, mit Steigungstraining kurz nach der Autobahn (die Kenner wissen was ich meine …).

Abends bin ich dann noch bei Raimund vorbei um ein paar Sachen meiner Leihausrüstung abzuholen, bevor er morgen mittag in den Sudan fliegt – wenn sein Flieger geht, momentan alles etwas unsicher wegen der Aschewolke aus Island. Wir haben heute scherzhalber auch schon unsere isländischen Studenten gefragt, was er ihnen denn getan hätte, dass sie ihn jetzt so ausbremsen müssen … 😉
Jetzt bin ich doch mal ganz gut ausgestattet, einige Teile fehlen noch, aber die bekomme ich von jemanden anderem aus dem Club – sogar eine Lampe habe ich (und kein schlechtes Modell) ich glaube am Wochenende werde ich einen Teil mal testen und dabei unseren Pool etwas sauber machen, er hat momentan mehr Ähnlichkeit mit unserem Gartenteich als einem Pool.
Ja Garten ist ein gutes Stichwort – ich habe mich auch hier betätigt und bei Aldi am Montag für 1,40 US$ 2 Päckchen Samen für Radischen mitgenommen, die habe ich jetzt in zwei nicht benutzten Blumenkästen ausgesät und angegossen, mal sehen wann sich da was tut. Die schmecken denn hoffentlich besser als das was man hier so kaufen kann.

So und jetzt steht erst mal Regeneration auf dem Programm – vorzugsweise in der Horizontalen, aber wahrscheinlich lese ich noch ein oder zwei Kapitel Harry Potter.

Glück muss man haben

Ja das Wochenende war echt gemütlich – und auch der Wochenstart ist gut verlaufen. Aber der Reihe nach…

Freitag abend bin ich noch mit Raimund zu dem 2. Tauchclub, den „[url=http://www.atlantisrangers.org/]Atlantis Rangers[/url]“ gefahren. Eine echt klasse Truppe, sie ähnelt viel mehr dem was ich von einem Tauchclub her aus Deutschland kenne, eine gewisse Ähnlichkeit zu den Tauchfreunden in Forst ist nicht zu leugnen.
Aber auch hier wieder nur „Trockentraining“ – denn so etwas wie wir es in Deutschland als Schwimmbadtraining kennen kann sich hier kein Verein leisten. Nicht das die öffentlichen Swimmingpools hier nicht verfügbar oder zu teuer wären. Nein hier braucht man eine Versicherung und das kostet richtig Geld …

Der Treffpunkt ist etwas unspektakulär, in einem Trainingszentrum für Blinden, Führungs und Therapie-Hunde, sehr geräumig aber dennoch eine familäre Atmosphere. Kurz nach uns ist auch Brian eingetroffen, und hat mir die beiden Anzüge in die Hand gedrückt zum Anprobieren. Der erste Eindruck war schon sehr gut – von der Statur her sind wir recht ähnlich. Anprobieren war recht flott erledigt, der 7mm sitzt etwas strammer, hat dafür aber auch eine Eisweste. Zudem rutscht die Sache ja noch etwas zurecht wenn man im Wasser ist. Nachdem beide Anzüge gepasst haben, hab ich Brian nach dem Preis gefragt. Er meinte daraufhin ich soll im ein, zwei Bier spendieren und dann sei die Sache schon ok, denn er würde zu Lebzeiten wohl nicht mehr in die Anzüge reinpassen, und ich sollte ruhig mal beide mitnehmen und auch testen. Das Bier kostete dann 2$ pro Glas – also schon fast ein symbolischer, beschämender Preis für 2 Anzüge.
Wie ich erfahren habe, kommt Brian auch mit auf den anberaumten Checktauchgang und an die Black Panther, das werde ich wohl noch ne Runde Bier dafür locker machen müssen. Zumal er mal noch sehen wollte ob er noch Füßlinge hat, er meinte die wären womöglich nicht mehr so dolle – aber wahrscheinlich meine Schuhgröße. Ich glaube ich muss ihm irgendwie mal noch einige Dollar zustecken, sonst wird das wirklich unverschämt. Auch wenn er meinte, dass man Studenten fördern muss.

Vortrag ging dieses Mal über Grönland-Haie – wir hatten einen Oscar-Preisträger der Kategorie „Tierfilme“ als Referenten. Echt sehr beeindruckende Bilder seiner Forschungsarbeiten, die auch im National Geographic zu sehen waren. Es hat schon seine Vorteile in der Umgebung von Washington zu wohnen, viele bekannte Institutionen sind hier vertreten und es ist absolut „normal“ das die Leute bei den ortsansässigen Clubs auch mal einen Vortrag halten. Ich habe dann auch nicht widerstehen können und habe mir das Hai-Handbuch für 15$ geleistet, mit Signatur. Fehlt nur noch das passende Gewässer um es ausprobieren zu können. Das kommt sicherlich auch noch…

An dem Abend wurde auch noch für die jährliche Clubtour nach Kanada an den Lake Ontario geworben, vom 3. bis 5. September – und die Bilder – echt verlockend. Übers Wochende habe ich dann nochmal meine Urlaubplanung unter die Lupe genommen. Immerhin sind es etwas um die 250 US$ für 2 Tage Tauchen, allerdings inklusive Schiff, Luft und no Limit dive. Hotel und Fahrt muss man auch noch dazu rechnen.

Wochenende war dann erst mal zum Relaxen da, auch wenn einiges an Hausarbeit noch nebenher gelaufen ist – ich habe mein Zimmer mal wieder aufgeräumt (musste im Schrank ja Platz für die Tauchanzüge schaffen), und auch ansonsten war mal wieder etwas Putzen angesagt. Wäsche waschen nicht zu vergessen, diesmal mit Bettwäsche – aber dank Trockner alles kein großes Problem.
Abends habe ich dann angefangen mein neu erworbenes Buch, Harry Potter and the order of the phoenix, zu lesen. Das Buch habe ich für 1 US-Cent bei Amazon erstanden, die Versandkosten betrugen dann 3,99 US$ – aber für 4 US$ kann man echt nix sagen, es ist die Hardcover-Variante und der Einband weißt eine Markierung mit Edding auf – was mich angesichts des Preises aber nicht weiter stört. Spannend ist es mal auf alle Fälle.

Heute habe ich dann ein Videotelefonat mit Richard gehabt, er hat für einen Kumpel einige Teile aus meiner Restekiste aufgekauft – hätte ja nicht gedacht, dass ich während meiner Zeit hier überhaupt was von den Material verkaufe, aber um so besser. Ist schon lustig jemanden aus der Ferne durchs eigene Zimmer zu dirigieren – gut das es Videotelefonie gibt.
Zudem habe ich mich nochmal mit Raimund unterhalten und mich dann dazu entschieden das Wochenende in Kanada doch noch mitzunehmen. Immerhin ist es für mich eine einmalige Gelegenheit – wer weiß wann ich wieder dazu kommen werde im Lake Ontario zu tauchen, aller Wahrscheinlichkeit nicht so bald. Manche Gelegenheiten muss man einfach beim Schopf packen. Ob ich das Geld nun in Utah in Urlaub investiere oder in Kanada, das nimmt sich nicht all zu viel. Zudem habe ich noch zwei Tage zusätzlich hier in College Park, das senkt die Mietkosten fürs Auto (auch für die Fahrt muss ich nur eine Spritbeteiligung zahlen) – das levelt sich dann schon ganz gut aus. So wie es derzeit aussieht fliege ich dann ab Baltimore nach Denver. Das muss ich dann noch genauer sehen und den Flug sowie den Mietwagen buchen.

Es ist fast schon schade, dass es noch so lange hin ist … Aber bekanntlich erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Das nächste größere Ereignis lässt ja auch nicht mehr lange auf sich warten, am 2. Mai ist der Marathon in Frederick – ich habe mir nochmal den Zeitplan durchgelesen und bin etwas erschrocken: Man muss sein „Stater-Pack“ schon am Vortag abholen und der Lauf startet um 6:30. Nachdem ich weiß wie drückend warm und schwül es hier in der Gegend werden kann ist mir aber auch klar warum der so früh startet. Nunja ich bin ja schlimmeres gewohnt – morgens um kurz nach 6, da hat man doch schon einen Marathon rum, und ist gerade kurz vor dem Anstieg in Oberelchingen bei der langen Ulmer Laufnacht. Da kann so ein flacher Marathon dann nicht wirklich mithalten. Die nächsten Wochen steht noch intensives Training auf dem Programm. Danach habe ich vorerst mal keinen Lauf mehr in der Umgebung gefunden, der mir gefallen würde – halb so wild, wir steigen gleich aufs Training für Nürnberg und Amberg um. An die Jahreszeit zu denken, wenn es draußen tierisch warm ist, wird zwar nicht ganz so leicht, aber vielleicht findet sich ja auch noch ein Lauf den man einschieben kann. So ein Halbmarathon wäre nicht verkehrt … mal schauen was sich machen lässt.

TGIF – Thank God it’s Friday

Ja so schnell kanns gehen – schon wieder ne Woche rum. Und eine recht erfolgreiche wie ich sagen muss, bin ein gutes Stück mit den Recherchen voran gekommen und auch ansonsten geht es echt gut voran.

Am Donnerstag habe ich noch ne Mail von einem der Taucher aus dem 2. Tauchklub, in dem Raimund auch mitmischt, bekommen. Er hat seinen Ausrüstungsschrank mal ausgemistet und hat 2 Nasstauchanzüge gefunden, die er nicht mehr braucht und im Tausch gegen ein paar Bier oder Dollars an potentielle Nutzer abgibt. Heute abend werden wir dann sehen ob die passen. Wenn ja wäre mein Ausrüstung bis auf ein Paar Füßlinge doch schon so gut wie zusammen.

Und auch die Geschäfte in Mannheim laufen ganz gut – Richard hat schon den ersten Teil der Lieferung erhalten, der bestellte Laptop sollte dort demnächst auch eintreffen. Hätte ja nicht gedacht, das mein Firma während der Diplomarbeit überhaupt was umsetzt, aber wenns auch so geht – warum denn nicht.

Seit gestern abend hat es auch gut abgekühlt – ich bin noch rechtzeitig laufen gewesen, ohne nass zu werden, aber lag diese drückende Schwüle vor dem Gewitter in der Luft. Nachdem die Wettervorhersagen hier alle vor „severe Weather conditions“ gewarnt haben, war ich natürlich etwas vorsichtiger. Aber wie das hier halt so ist, es ist noch übetriebener als so manche Warnung vom Deutschen Wetterdienst. Einen einzigen Blitz haben wir gesehen, der Donner ist ausgeblieben … über Nacht hat es ordentlich geregnet, aber nicht so das wir hier ins Schwimmen gekommen wären.
Zwei kleinere Schwankungen in der Spannungsversorgung gab es dennoch (bei den Freileitungen hier kein Wunder) – gut das mein Laptop einen Akku hat. Den Rechner auf der Arbeit konnte ich dann heute morgen erst mal wieder hochfahren …

Ach ja: Das Müsli das ich gekauft habe ist echt brauchbar, auch wenn mein Körper scheints nicht mehr wirklich auf Balaststoffe eingestellt ist, bzw. sich die Darmflora nach der Durststrecke um so mehr über diese hergemacht hat … In Kombination mit den ungezuckerten Cornflakes geht es auch preislich auszuhalten – pur ist es halt doch eher ein „Luxusgut“ – wenn ich dran denke was bei Aldi das Kilo Haferflocken kostet, dann frage ich mich warum solche Sachen hier so teuer sind.

Taucher sind doch überall ähnlich

Heute war ich mit Raimund (einem der Mitarbeiter bei Fraunhofer hier) in einem der beiden Tauchclubs um die Leute mal kennen zu lernen. Definitiv alle pressluftsüchtig hier …

Treffen ist hier allerdings nicht das was wir in Deutschland unter regelmäßigem Training verstehen. Vielmehr fangen die hier gleich mit dem Aprés-Dive an …
Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen kurzen Stop bei „TraderJoe’s“ gemacht – das ist so eine Mischung aus Supermarkt und Reformhaus, mit einem deutlich europäischen Einschlag. Etwas teurer, aber immer noch im Rahmen. Ich habe mich mit Bananen eingedeckt, die auch noch wie welche aussehen (die bei Aldi waren eher von der Sorte „Kompostkasten-Starter-Kit“) – zudem habe ich ein halbwegs anständig aussehndes Müsli gefunden, morgen früh mal sehen wie das schmeckt. Auf alle Fälle eine Abwechslung zu den Cornflakes – egal ob mit oder ohne Zucker – irgendwann kommen einem die Dinger zu den Ohren raus … Beim Aldi-Müsli in Deutschland hatte man dann immer noch die Wahl zwischen Nuss und Trockenobst und komischerweise hat das auch nie langweilig geschmeckt.
Vielleicht nehme ich mir da beim nächsten Mal auch etwas Fleisch und sowas wie normalen Aufschnitt mit. Das Vollkornbrot war leider schon aus, sonst hätte ich auch da noch eines mitgenommen. Das Weißbrot und die Bagels hier, das kann man zwar in getoaster Form essen, aber so richtig sättigend ist das nicht.
Heute war sowieso „Staff-Meeting“ – Mitarbeiterversammlung – und an solchen Tagen gibt es dann Pizza oder Sandwiches auf die Firma – die sind dann auch reichlich belegt und der Nudelsalat mit Schafskäse ist sehr lecker.

Diesmal waren wir im etwas edleren Tauchclub – die treffen sich 2 Mal im Monat im Hotel in Alexandria (nein nicht Ägypten sondern südlich von Washington DC). Man merkt es aber nicht nur daran, dass hier die Leute mit etwas größerem Geldbeutel dabei sind: Tauchtripps, ggf. auch zwei pro Jahr zu so schönen Zielen wie Philipinen und Galapagos-Inseln – wenns nur das ist … Aber jeder Pressluftsüchtige ist dort willkommen.

Als Programm gibt es jeweils einen kurzen Vortrag zu einem Thema oder einem Tauchgebiet. Diesesmal hatten wir einen Gastdozenten von „Instute of Maritime History“ – das ist eine Einrichtung die nach Wracks und anderen Dingen aus der Vergangenheit im Wasser sucht. Hier ist jeder Bundesstaat verpflichtet sich um die geschichtlichen Dinge zu kümmern – auch die unter Wasser. Dazu gehört natürlich auch das Suchen nach den Wracks sowie das Vermessen und Fotografieren. Um Kosten zu sparen suchen die Freiwillige die gerne Tauchen – ein eigenes Schiff mit Kompressor und Pressluftflaschen ist vorhanden. Wichtige Vorraussetzung für die Taucher: Sie sollten mehr als 50 Tauchgänge mitbringen, und auch mit misserabler Sicht zurecht kommen. Na wenn das mal nicht auf die Stollentaucher zutrifft. Eine Bemerkung heute war: „Man muss damit rechnen, dass man auch mal mit Grünzeug behängt aus dem Wasser kommt …“ naja der Sprecher kennt den Stollen halt nicht.

Mal sehen, so wie es aussieht habe ich hier eine vollständige Leihausrüstung (Anzug muss ich noch klären) – und so der ein oder andere Ausflug wäre da doch schon verlockend – schon allein um regelmäßig ein wenig Training zu haben. Tief sind die Tauchgänge entlang der Küste auch nicht – die meisten sogar absolutes Flachwasser, wenn es mal auf 30 m geht ist es schon sehr tief und man braucht wahrscheinlich einen Spaten … Mal sehen, wie das Anfang Mai wird mit dem Tauchgang an die Black Panther (U-1105) sicherlich ein netter Eintrag im Logbuch …

Hombre – ist das mördereiß hier ….

Ja, die Leute die den Song von „Fahr X Hin“ (SWF3-Produktion) wissen jetzt wovon ich schreibe.

Eigentlich will ich ja Laufen gehen, aber die Außentemperaturen sind einfach abartig derzeit. Fast schon ein wenig neidisch habe ich eben auf die „gemäßigten“ Temperaturen im Raum Nürnberg geschaut – 17°C dort als Höchsttemperatur – ich bin froh wenn es heute nacht soweit abkühlt! Derzeitige Außentemperatur 30°C … und im Gegensatz zu den Laufstrecken in Mannheim (und erst Recht in Nürnberg) stehen hier entlang der Strecke wenig Bäume. Sprich für weite Strecken gibt es keinen Schatten. Hat schon fast etwas vom Altmühlseelauf, auch da gibt es wenig Schatten, allerdings hat der See dort eine ausreichende Größe für ein erfrischendes Mikroklima, es geht immer ein wenig Wind, der hier ist leider derzeit etwas flau.
Für diejenigen die um Ulm dabei waren, es fühlt sich temperaturmäßig so ungefähr an, als hätte man gerade ca. Kilometer 70 hinter sich gebracht und es geht jetzt fast ständig durch die Felder (leider sind hier keine Wasserstellen aufgebaut). Insgesamt gewinne ich mehr und mehr den Eindruck, dass das Wetter hier genauso ist wie das Land und die Leute – alles immer „supersize“ oder anderweitig extrem. Wenn ich bedenke vor rund 30 Tagen hatten wir hier noch knapp 1m Schnee liegen mit Temperaturen um 0°C – macht einen Gradienten von rund 1°C/Tag nur leider halt nicht linear, sondern irgendwie quadratisch verteilt.

Ach ja am Freitag war ich noch auf dem Kirschblütenfest in Washington – tausende andere Leute hatten die gleiche Idee – demenstprechend voll war es. Ein schönes Geschenk, das die Japaner da in Washington DC hinterlassen haben (es wir beständig weiter gepflegt und nachgepflanzt) rund um das Tidal Basin und entlang des Potomac stehen die Kirschbäume, einer neben dem anderen. Ich habe eine Runde entlang des Potomac und des Hafens gemacht, zum „Hains Point“ – rund 10km und ständig sieht man einen weitern Kirschbaum in voller Blüte … aber irgendwann hat man sich daran auch satt gesehen; „ick blicke wat, wat du ned blickst …“ – „Kirschboom“ – gut das es noch ein paar Memorials am Tidal Basin gibt, die man kostenfrei besichtigen kann auch wenn hier die Massen um so größer sind – am Hains Point war es vergleichsweise ruhig…

Die Wettervorhersage hier bleibt optimistisch – es soll warm / heiß bleiben, wenn auch nächste Woche auf „normale“ Temperaturen um die 20°C abkühlen – unsere Sekretärin meinte schon, das sei nur der Auftakt – im Sommer soll es hier bis zu 40°C und mehr bei teilweise bis 100% Luftfeuchtigkeit geben (ich will mir das gerade nicht vorstellen) – um so mehr lerne ich die Klima-Anlage in unserem Haus schätzen, und auch mein „Kellerloch“ wird mir zusehends sympatischer – auch wenn weiterhin etwas mehr Licht wünschenswert wäre.

So jetzt geh ich mal nachschauen ob es schon etwas abgekühlt hat …

[Nachtrag] Ich hab noch ne Viertel Stunde zugewartet, dann bin ich langsam losgejoggt. Das Fahrtenspiel für heute habe ich gleich nach den ersten zwei Kilometern abgesetzt. Trotz langsamen Laufens ein permanenter Puls > 165 Schläge/Minute – da bleibt kaum Luft um noch einen Sprint einzubauen. Also habe ich umgestellt auf langsamen Dauerlauf und dafür etwas länger (was sich automatisch ergibt, wenn man langsamer läuft aber die gleiche Strecke wie üblich). Und es gibt mindestens eine Tränke für durstige Läufer entlang der Strecke – auf der Halbinsel im Lake-Artemesia gibt es eine öffentliche Trinkwasserfontaine – sehr praktisch um für den letzten Teil der Strecke die Wasserflasche nochmal aufzufüllen – irgendwie muss ich mir aber für so lange Strecken was einfallen lassen mit der zuverlässigen Wasserversorgung. So ein Gartenbesitzer aus Bamberg mit dem Wasserschlauch wäre spitze … Für 23,7 km ([url]http://www.gmap-pedometer.com/?r=3613582[/url]) mehr als 2h – das will was heißen … naja immerhin hatte ich diesmal keine Wadenschmerzen mehr wie sonst – ein gutes Zeichen, dass ich auf dem richtigen Trainingskurs bin. Wollen wir mal hoffen das es in Frederick nicht so drückend heiß wird. Und jetzt ist erst mal Regeneration mit Unterstüzung durch Matrazenhorchdienst angesagt …

(Ultra)-Lauftraining – extra hart ..

Ei ei ei, die „German House Party“ hat es mal wieder ordentlich in sich gehabt – eine echt nette Institution auf der man auch die diversen anderen Studenten hier aus der Umgebung inklusive einiger Aupairs kennen lernt.

Ehrlich gesagt bin ich froh, dass die Party nicht bei uns im Haus stattfindet – unsere Vermieterin würde uns wohl hochkannt rauswerfen (nicht ganz ohne Grund) allerdings zahlen die anderen Studenten ungleich weniger für ihre Bruchbude (ein Abrisshaus oder teilweise das Contra’N im Jungbusch kommen einem in den Sinn).

Am ärgerlichsten war, dass ich mich gerade wunderbar mit einem Au-Pair unterhalten habe, als ein Großteil sich auf den Heimweg gemacht hat … Naja ich bin noch etwas geblieben, habe nochmal mit Gott am großen weißen Telefon gesprochen (man sollte nicht verschiedene Mix-Getränke mit Bier mischen!) und mich dann auf den Heimweg gemacht.

Da ich wie üblich Taxis für überteuert halte und einen Großteil der Strecke von meinen regelmäßigen Lauftripps her gut kenne, habe ich mich für einen kleinen „Ausnüchterungslauf“ entschieden – am Ende knapp 4 km in ca. 40 Minuten – nicht gerade hitverdächtig, aber angesichts der erschwerten Umstände wie fehldender Laufbekleidung und nur ansatzweise geeigneter Schuhe (immerhin Nike …) noch zu vertreten …

Momentan arbeite ich gerade an der aktiven Kater-Vermeidung und schiebe mir einige Tostbrote sowie ordentlich Leitungswasser rein – das normale Wasser in Flaschen ist aus … zu wenig eingekauft am letzten Montag … aber irgendwie fühle ich mich als hätte ich gerade ein Deja-Vu mit den Wildschweinen am Brunner Berg gehabt – mit dem Unterschied: Morgen kann ich ausschlafen im Gegensatz zum Leben in Netzstall, wo mich um diese Zeit bereits der Wecker (es ist kurz vor halb 6) wieder aus den Federn geholt hat ….

Mal sehen, wie die Welt nach einigen Stunden Schlaf aussieht – hoffentlich weniger drehend!

Gründonnerstag

Ja es ist mal wieder soweit Ostern steht vor der Tür – und seit 2007 ist mir der Gründonnerstag ja auch irgendwie „heilig“ – die Turbo-Runde durch den Nürnberger Wald mit Rudi und Hanno werde ich wohl nie vergessen – die bis dahin schnellste Zeit um die 15km abzuspulen – ich weiß mittlerweile: Es geht auch in 10 Minuten weniger – aber damals war das ein echtes Novum. Seither ist an Gründonnerstag auf alle Fälle Laufen angesagt … so zwei Pacemaker (oder auch Treiber) hätte ich heute auch gebrauchen können – irgendwie kam ich trotz tollem Wetter nicht so richtig auf Touren – das Wetter hier ist derzeit etwas komisch – am Dienstag habe ich nochmal die lange Laufhose und eine Jacke aus dem Schrank geholt – heute wäre ich mit der Bekleidung aufgrund der Außentemperaturen eingegangen … es hatte um die 23°C.
Aber diesmal hat denn wenigstens auch die Kamera die gesamte Strecke durchgehalten und nicht wieder nach 3 Kilometern den Dienst eingestellt. Momentan blüht hier alles, einiges ist schon wieder am verblühen. Und wenn man genau hinguckt findet man am Wegesrand allerhand nettes Getier – diesmal eine Schildkröte – nunja nicht gerade das typische Tier für einen Läufer – aber urig sehen die Tiere doch irgendwie aus. Sie sind übrigens hier heimisch und daher auch das Wappentier der Universität und der ganzen Sportklubs.

Von denen gibt es hier auch eine ganze Menge davon auch einige lustige – nämlich die kleinen grünen Männlein … ich musste unweigerlich an Roski denken „wenn wir so im Unterholz steh’n kann der Feind uns überhaupt nicht seh’n …“ die hängen hier sogar Warnschilder auf, dass nichts ernstes ist, sondern nur geübt wird … inklusive quitschblauen Plastik-Gewehren … naja wers mag.

Seit heute sind erst mal provesorisch auf diverse Stellen bei Fraunhofer verteilt anstelle im gemeinsamen Studentenpferch. Morgen ist frei – außer für die Handwerker die den Mauerdurchbruch machen müssen … mal sehen wie lange es noch dauert bis wir an unseren neuen Plätzen sind und dann auch endlich ein Fenster zumindest in Sichtweite haben.

Die Sache mit meinem Chef hat sich auch geklärt -wir hatten halt 2 total unterschiedliche Auffassungen was ich denn eigentlich machen soll – ich bin halt doch sehr von der technischen, realisierungs und lösungsorientierten Seite an die Sache heran gegangen – mein Chef wünscht sich eher noch etwas mehr Recherche, Grundlagenforschung und Ideensammlung – alla gut machen wir halt das. Ich habe das auch mit meinem Prof abgestimmt, das passt schon … wollen wir es mal hoffen. Vielmehr bleibt mir momentan ja eh nicht.

Ach ja und zwei Rückmeldungen vom THW gabs ja heute auch noch – wenn auch nicht so sonderlich dolle. Mein Ansprechpartner in der Leitung ist jetzt erst mal in Urlaub – meinte aber die Sache mit dem Widerspruch sei jetzt endlich ins Rollen gekommen. Das war dann die zweite Rückmeldung – immerhin ein Teilerfolg – die Sache mit dem Schlüssel wurde verworfen. Die unerlaubte Nutzung des Geländes steht weiterhin im Raum, und wurd rein rechtlich sachlogisch bestätigt. Man sieht leider mal wieder: Man bekommt Recht, aber Gerechtigkeit ist etwas anders. Mal sehen was bei dem Gespräch mit der Leitung (erst mal telefonisch, und im Sept. wahrscheinlich dann auch persönlich mit Herrn Broemme) rauskommt.
Beim Aulesen der Bilder von der kleinen Digicam bin ich dann auch noch über Bilder einer der letzen schönen Aktionen mit der Jugend gestolpert – Pfingstlager 2009 in Pforzheim – eine schöne Zeit, die wir dort verbracht haben.

Kulturelle Unterschiede

Das diese exisitieren, darauf ist man ja gefasst, wenn man eine Diplomarbeit oder ein Praxis-Semster im Ausland macht. Das ist Teil des Erlebnisses (oder wie man hier sagt „That’s part of the experience“).

An so Dingen wie zöllische Schrauben (ich muss nochmal in nahegelegenen Home-Depot, dem Bauhaus Pendant in den Staaten vorbei und für Martin ein Bild des Grauens vom Schraubenregal machen …), unseelige Maßeinheiten bei den Lebensmitteln, merkwürdige Maße für Sprit und Entfernungen – daran kann man sich ja mit etwas Geduld noch gewöhnen – man hört schlichtweg auf sich drüber zu ärgern. Man muss halt nehmen was man angeboten bekommt, sonst hat man ratz fatz einen leeren Kühlschrank.

Heute habe ich dann ein neues Kapitel der kulturellen Unterschiede kennen gelernt: In der Arbeitswelt – und diesmal nicht im positiven Sinne, so von wegen „we work to live, we don’t live to work“ (wir arbeiten um zu Leben, aber wir leben nicht um zu Arbeiten). Vielmehr bin ich langsam ziemlich verärgert über meinen Vorgesetzten hier. Es prallen hier gerade zwei diametral gegensätzliche Vorstellungen aufeinander: Auf der einen Seite mein Chef, der mich scheints als etwas besseren Praktikanten (manchmal frage ich mich sogar ob das überhaupt) sieht und auf der anderen Seite ich, der mit der Diplomarbeit einen guten Abschluss für sein Studium erzielen will. Ich lege dabei nunmal deutsche Maßstäbe (metrisch, natürlich) an und orientiere mich da an dem was ich über den Zweck der Diplomarbeit von der Hochschule mitbekommen habe: Selbstständiges Arbeiten an einem etwas umfangreicheren Projekt und das Ganze wissenschaftlich aufarbeiten, innerhalb von rund 4 Monaten (so die offizielle Lesart – ich habe hier einfach 2 Monate vorab zum Einleben und Einarbeiten eingebaut).
Bisher fehlt mir aber ein klarer Arbeitsauftrag bzw. ich was mein Chef von mir will, das würde ich mir als Praktikant ja noch gefallen lassen, aber eine Analyse und das Zeichnen von bunten Bildern ist in meinen Augen nunmal nicht das was eine gute Diplomarbeit ausmacht, irgendwie scheint er zu verkennen, dass ich nicht nur ihn als Chef habe, sondern das mein betreuender Professor in Mannheim die Arbeit auch noch lesen und bewerten muss. Da bringt mir eine gemütliche und relaxte Arbeitsweise und eine nette Zeit in den Staaten leider reichlich wenig Punkte.

Ich habe schon angefangen eine e-mail zu schreiben – nur sollte man die nicht so unbedacht abschicken – gut das dann erst mal Feierabend war. Mal sehen wie ich da morgen rangehe – ich habe auf alle Fälle meinen Prof mal in Kenntnis gesetzt was derzeit von mir hier erwartet wird und ob er das gutheißen kann – mal sehen.

Wie üblich Dienstags, stand auch wieder Lauftraining auf dem persönlichen Programm. Das tat richtig gut, um den Stress und Frust abzubauen! Was würde ich nur mit aufgestautem Stress und Aggressionen machen, wenn ich nicht Laufen würde? Ich will es mir gar nicht vorstellen.
Entsprechend meines innerlichen Ladungszustandes habe ich dann auch den Trainingsplan über Bord geworfen und habe anstelle der geplanten 15km eine neue Runde ausprobiert – am Ende 22km. Als zusätzliche Erschwernis kam ein stark böiger Wind dazu, laut Internet bis zu 42km/h (wahnsinn – so eine Böe braucht also nur 1h für den Marathon – Respekt). Auf dem Weg den NorthEast-Branch runter hatte ich den im Rücken und teilweise von der Seite – alles halb so wild. Nach dem Umkehrpunkt (gibt hier leider keine Wege auf beiden Seiten der Flüsse, wie man das in Deutschland gewohnt ist) kam es dann um so dicker …. teilweise auch noch leichte Regenschauer – bäh! Aber man denke zurück an die Schulzeit an Löweneck: „Gelobt sei was hart macht“ – und damals gab es noch kein Viagra (das kam erst 2 Jahre später auf den Markt) … und viel Alternative gabs ja auch nicht. Abkürzungen: Fehlanzeige!
Die Strecke an sich ist recht gemischt, den Teil bis an den Lake Artemesia kenn ich ja schon, je weiter man dem Weg folgt um so mehr ähnelt das der Strecke am Neckar und Rhein entlang in Richtung Tierheim – wenn auch der Fluss nicht so breit ist … aber aufm Damm gehts auch entlang. Die Eisenbahnbrücken hier sehen auch lustig aus, da war die alte Riedbahnbrücke ja echt Gold dagegen … kein Wunder das die hier eher fliegen als Bahn fahren – eine Strecke für die man mit dem Flieger inklusive einchecken und Anfahrt an die Flugafen vielleicht 6h braucht, kann hier schonmal zum mehrtägigen Tripp mit der Bahn ausarten – im Tempo einer Regionalbahn versteht sich, und elektrifiziert sind hier auch nur um die 20% der Strecken …
Ein weiterer kultureller Unterschied.

Nachdem wir bei sämtlichen Nachbarn herum gefragt haben, mussten wir feststellen: Die Katze gehört keinem im nähren Bereich hier. Unser Nachbar war so freundlich und hat mal noch rumgefragt, aber der Streuner gehört wohl keinem. Da wir keine Haustiere halten dürfen (steht dick und fett im Mietvertrag), hat unser Nachbar sich mit dem Tierschutzbund und dem Tierheim in Verbindung gesetzt. Jetzt wartet sie auf die Vermittlung bzw. erst mal darauf, dass sich möglicherweise der Besitzer meldet. Das Halsband deutet ja immerhin mal daraufhin das sie ein festes Zuhause hat. So wie sie aussah und sich verhalten hat, war das ein Jungtier das sich wohl verselbstständigt hat. Auf alle Fälle hab ich ein paar schöne Bilder als Erinnerung – wenn es auch ein paar mehr hätten sein dürfen …