Drei Monate Jobticket – ein Zwischenstand

Seit Juli kenne ich meine Freundin Marion, noch wohnt Sie in Speyer. Schon bald nachdem ich häufiger zu ihr gefahren sind, habe ich gemerkt: Das geht ins Geld, alleine für den Sprit. Eigentlich hatte ich ja Bahnfahren für mich abgehakt – bis dahin war es zu umständlich und zu teuer. Aber angesichts der veränderten Situation habe ich mich nochmal mit den Angeboten auseinander gesetzt. Und siehe da: Mit dem Jobticket viermal nach Speyer und zurück gefahren und schon bin ich im Plus.

Das Jobticket kostet aktuell etwas mehr als 35 EUR, weil auch mein Arbeitgeber einen Anteil bezahlt. Von daher war es dann keine Frage der Kosten mehr, Viel interessanter war der Komfort-Faktor: Wie flott komme ich von A nach B? Mit dem Auto habe ich mal nachgeschaut: Ca. 40-50 Minuten brauche ich von Haustüre zu Haustüre bzw. von Haustür bis ins Geschäft. Mit der Bahn und Bus dauert der Spaß ca. 60 Minuten, tendentiell etwas mehr.

Positiv überrascht hat mich die Qualität der Verbindung – mit 1-2x Umsteigen komme ich direkt bis vors Werkstor bzw. zu mir nach Hause. Für die Strecke von daheim bis zur Arbeit taugt die Verbindung auch weiterhin nicht, da bin ich mit dem Rad oder sogar zu Fuß schneller.

Kritisch ist die Vertaktung der einzelnen Strecken. Der S-Bahn-Haltepuntk an der SAP-Arena ist zwar ganz gut angebunden, aber nicht wirklich ein Highlight. Besonders ärgerlich ist der Bus-Takt des 50er Buses – nur alle 20 Minuten – besser als nichts, aber besonders ärgerlich einfach wenn man ihn gerade verpasst, weil die S-Bahn mal wieder einige Minuten Verspätung eingefahren hat.

Mit der Umstellung des Fahrplans im Dezember ist die Verbindung noch etwas ungünstiger geworden – nur noch alle Stunde mit etwas verlängerter Wartezeit klappt die Vertaktung an der SAP-Arena. Die S3 hält dort nämlich nicht mehr, oder zumindest nicht zu den Zeiten an denen ich dort durchkomme. Alternative lautet am Hauptbahnhof umsteigen, aber die Zeit ist verdammt knapp wenn man von Gleis 9 bis auf den Vorplatz kommen will – tägliches Spurttraining inklusive. Die nächste Bahn dort kommt dann aber auch schon 10 Minuten später. Die Busverbindung kann man dann allerdings auch in den Wind schreiben.

Was sind die praktischen Erfahrungswerte: Insgesamt ist das Reisen deutlich entspannter als sich jeden Morgen mit dem Auto nach Mannheim zu quälen. Nachteilig ist sicherlich die etwas längere Fahrzeit und die verminderte Flexibilität – pünktlich muss man schon sein, sonst hat man das Nachsehen. Dafür hat man aber auch während der Fahrt in der Regel die Chance sich um diverse Kleinigkeiten zu kümmern. Dank Laptop und Smartphone kann ich in der Bahn einigen Schriftkram wie e-mails oder Protokolle zu Vereinssitzungen recht gut machen.

Ein praktisches Hilfsmittel für jeden ÖPNV-Nutzer ist ein Roller bzw. Kickboard. Gefunden habe ich das meiner Schwester, es lag bislang ungenutzt auf dem Speicher bei meinen Eltern. Die ersten Versuche resultierten in etwas Muskelkater (ganz andere Muskulatur als beim Laufen), einigen kleinen blauen Flecken von unerwarteten Stopps an Randsteinen, Kuhlen und Co. Aber mit der Zeit lernt man mit dem Ding richtig umzugehen. Egal wie blöd das aussieht, das Gerät ist einfach praktisch. Besonders gut eignet es sich nach meiner Erfahrung für Distanzen bis ca. 1km. Das ist ausreichend um an den Bahnhof in Speyer zu gelangen (Bus wäre deutlich länger), oder auch die letzte Meile von der Haltestelle bis in die Firma zu überbrücken, wenn man nicht auf den Bus warten will. In der Regel bin ich so deutlich schneller.

Fazit: Anfänglich war ich ja wirklich skeptisch, aber mittlerweile muss ich sagen: Das Jobticket lohnt sich auf alle Fälle. Ich werde es auch behalten, wenn ich nicht mehr so häufig nach Speyer muss, weil wir unsere Haushalte zusammengelegt haben. Aber alleine der Komfort Abends in die Stadt und wieder nach Hause zu kommen, ohne ständig nach einem Parkplatz suchen zu müssen, das ist einfach nicht zu toppen. Auch für Ausflüge am Wochenende ist das Ticket super praktisch – dank Mitnahme-Regelung ist es sehr einfach möglich in den Odenwald oder auch in Pfalz zu fahren. Je nach Region kann man dann auch einen “Pälzer Weinschorle” oder “Äppel-Woi” trinken ohne das man groß daran denken muss auch wieder heim zu fahren.

Ich kann es jedem bisher nur empfehlen. Mal sehen wie es sich weiter entwickelt, wenn ich umziehe. Die ÖPNV-Anbindung wird bei der Auswahl der Wohnung auf alle Fälle eine Rolle spielen.

Zwischenbericht aus der Einsatzzentrale

Wow, die Woche ist schon zu mehr als der Hälfte rum und die Lei(d/t)stelle in der Feudenheimschule ist voll im Einsatz.

Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten im Bereich der Getränkeversorgung (Fehleinschätzung des Getränkebedarf und der statistischen Verbrauchsverteilung) läuft nunmehr alles stabil.

Die Teams der einzelnen Schichten sind mittlerweile sehr gut eingespielt, der Informationsfluss zwischen den Gästen läuft reibungslos. Bisher sehr wenig Einsätze im Bereich erste Hilfe, für die Belegung mit zwischenzeitlich mehr als 500 Personen in der Nacht.

Die Stimmung im gesamten Haus ist einwandfrei, der Service des DJK wird von allen Gästen in den höchsten Tönen gelobt. Das tröstet viele Teilnehmer des Turnfests über die mangelhafte Performance der RNV hinweg. Beschilderung im Haus 1a, an den Haltestellen und den wichtigen Umsteigepunkten nach mehreren übereinstimmenden Berichten nicht immer …  Von den Fahrtzeiten ab Feudenheim mal ganz abgesehen – das Turnfest der kurzen Wege ist definitiv eine Illusion – Fahrzeiten von mehr einer Stunde sind keine Seltenheit, noch dazu Glanzleistungen vor und nach Veranstaltungen – Abendverkehr gemäß Bedarf? “Für was?” bzw. “Kann man das essen?”

Noch sind es etwas mehr als 2 Tage bis zum Ende des Turnfests, noch macht die Arbeit Freude, auch wenn sie an einigen Stellen an die Substanz geht.

Natürlich kommt auch der Sport nicht zu kurz, trotz fast ständiger Anwesenheit in der Schule mache ich weiterhin mein Training zur Vorbereitung auf die 100km in Biel (noch etwas mehr als eine Woche …).

Immerhin habe ich jetzt auch einen universellen Internet-Anschluss – die letzte lange Nachtschicht brachte den Durchbruch um mein Handy mit dem Server zu verknüppeln. Wenn ich noch etwas mehr Muße habe, werde ich mal mein vorhandenes UMTS-Modem und die Zweit-Sim permanent an den Server anflanschen, dann habe ich eine universelle Lösung für diverse Einsätze. Denn ständig das Smartphone an den Server angeschlossen haben zu müssen ist etwas unpraktisch (immerhin wird es dabei geladen …).